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Folge 7: Über Obstbäume

Geld anlegen ist wie Obstbäume pflanzen. Mit guter Pflege kann aus dem kleinsten Samen der größte Baum mit den schönsten Früchten werden.

70%
der Dividendenausschüttungen erfolgen in den Monaten Mai und Juni[1]
23 der 30
DAX-Unternehmen haben für das abgelaufene Geschäftsjahr 2016 ihre Dividende erhöht.[2]
Die durchschnittliche Dividendenrendite des EURO STOXX 50-Index liegt bei 3,5%.[3]

Dividenden ernten

Feine Sache, so ein Apfelbaum. Einmal als Setzling gepflanzt, ein wenig mit frischer Erde umsorgt, kommt der Tag, an dem er die ersten Äpfel trägt. Und dann jedes Jahr aufs Neue. Apfelmus, Apfelkuchen, Apfelsaft – der alljährliche Segen hat kein Ende. So etwas Ähnliches gibt es auch bei der Geldanlage. Denn es gibt Unternehmen, die Jahr für Jahr Dividenden ausschütten und für den Anleger damit quasi einen Apfelschnaps mehr abwerfen als Aktien ohne diese Ernte.

Der Kauf eines Dividendentitels ist wie das Pflanzen eines Obstbaumes

Die Bedeutung von Dividenden belegen folgende Zahlen: Zwischen 2007 und 2017 haben die Ausschüttungen im Aktienindex MSCI World rund zwei Drittel zur Gesamtrendite beigetragen.[4] Oftmals handelt es sich bei guten Dividendenzahlern um Unternehmen, die schon eine ganze Zeit bestehen. Sie wurzeln tief und wachsen vielleicht nicht mehr in den Himmel. Dafür bieten sie den Anlegern eben jene regelmäßigen Ausschüttungen. 1,154 Billionen US-Dollar wurden 2016 übrigens von den 1.200 größten Unternehmen der Welt an Dividenden ausgezahlt.[5]

Auch in Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Unternehmen, die ihre Anleger regelmäßig mit Dividenden erfreuen. Eine ziemlich beruhigende Nachricht für Anleger. Denn sollte es mit dem Kurs der Aktie einmal abwärtsgehen – was ja durchaus passieren kann –, muss das noch lange nicht heißen, dass es auch mit der Dividende nichts wird. Und auch wenn die Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft bietet, so weist der Trend weiter aufwärts: 2016 schütteten die Unternehmen wieder mehr Geld aus als noch im Vorjahr. [6]

Doch wie beim Apfelbaum gilt auch für Dividenden: Ernten kann nur, wer vorab gesät hat. Und da gibt es noch deutlich Luft nach oben: Derzeit besitzen nur rund neun Millionen Deutsche Aktien oder Aktienfonds. [7] Aber vielleicht ändert sich das ja mit der Aussicht auf eine regelmäßige Ernte, sprich Dividende, die zudem ein guter Puffer gegen jederzeit mögliche Kursverluste sein kann.

Hintergrundinfos

Wie das T-Aktien-Trauma und die eigene Rente zusammenhängenDie Deutschen sind nach wie vor traumatisiert von der Kursentwicklung der Telekom-Aktie. Aktien werden gemieden, dabei sind sie ein hervorragendes Instrument für den Vermögensaufbau. Der Vertrauensverlust wirkt bis heute nach. Dabei sind schon mehr als 20 Jahre vergangen. Am 18. November 1996 begann der Handel mit der Telekom-Aktie, kurz T-Aktie.

Der Staat hatte bei der Privatisierung des aus der ehemaligen Deutschen Bundespost herausgelösten Telekommunikationsbereichs kräftig geworben. Die T-Aktie sollte eine Volksaktie werden. Die Kampagne verfing. Die Deutschen griffen zu und wurden Aktionäre, zu einem Kurs von 28,50 DM (14,57 Euro) – endlich. Und sie waren gerne Aktionäre, zunächst. Eine zweite Emission folge am 28. Juni 1999 zu einem Preis von 39,50 Euro. Danach kletterte die T-Aktie noch bis auf mehr als 100 Euro. So mancher dürfte sich fortan als Aktienkönner gefühlt haben. Doch noch ehe der Jubel verhallte, hatte schon der Absturz begonnen. Die Internet-Blase platzte und damit entwich auch dem T-Aktien-Kurs die Luft. Am 19. Juni 2000 verkaufte der Bund nochmals; diesmal zu einem Kurs von 66,50 Euro. Viele glaubten zu dieser Zeit schon an eine unmittelbar bevorstehende Wende, doch den Kurs der Telekom-Aktie dampfte es 2002 noch bis auf rund 8,00 Euro ein. Der Tiefpunkt war dann 2012 mit Kursen unter 8,00 Euro erreicht.

Viele Deutsche hatten sich da bereits, zumindest gedanklich, von der Aktie als Instrument für den Vermögensaufbau verabschiedet. Die T-Aktie schlummert dabei sozusagen, tief im Minus, als andauernde Mahnung vor möglichen Kursverlusten weiter im Depot. Heute ist hierzulande nur jeder siebte Bürger Aktien- oder Aktienfondsbesitzer, das sind gerade einmal 14,0 Prozent der Bevölkerung und dies in einer der größten Industrienationen weltweit. Im Jahresdurchschnitt sind das knapp 9,0 Millionen oder 3,8 Millionen weniger als im Rekordjahr 2001, während der T-Aktien-Euphorie. Die Deutschen haben vor der Aktie kapituliert und sind sozusagen reumütig zum Sparbuch zurückgekehrt. Ein Fehler.

Wer, anstatt im November 1996 nur die T-Aktie zu zeichnen, die DAX-Aktie insgesamt ins Depot genommen hätte, könnte heute auf einen Gewinn von gut 300 Prozent blicken, ungeachtet der Finanzkrise von 2008/2009. Bei der Aktienlage kommt es somit ganz wesentlich auch auf die Mischung an. Wer nur auf einen (oder wenige) Titel setzt, kann Glück haben, aber auch das Nachsehen, wie bei der T-Aktie.

Das bedeutet auch nicht, dass die T-Aktie eine schlechte Aktie für Anleger ist: Jahrelang konnten Sparer mit der Telekom überragende Dividenden-Renditen erzielen. Zweitweise langen diese um die 8,0 Prozent. Im Durchschnitt der zurückliegenden zehn Jahre waren es 5,7 Prozent – plus die Chance auf eventuelle Kursgewinne. Aber auch bei der Jagd nach Dividenden gilt: Es kommt auf eine gute Streuung (Diversifikation) an. Dividenden können gesenkt oder ganz gestrichen werden. Dennoch sind sie ein ganz wesentlicher Faktor bei Wertentwicklung (Performance) eines Aktien-Depots. Im DAX trugen sie in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt rund 3,0 Prozent zum Aufwärtstrend bei. Im zurückliegenden Jahr waren es rund 2,5 Prozent, während es mit Spareinlagen oder Staatsanleihen Nullzinsen gab. Hinzu kommt im DAX ein Kursplus von 6,9 Prozent. Wer die Chancen von Aktienanlagen beim Vermögensaufbau und der Altersvorsorge als Sparer nicht nutzt, dessen private Rente wird künftig wohl deutlich schmäler im Alter ausfallen.

Quellen: Dividenden-Daten: Boersengefluester.de. Aktionärszahlen: DAI
Unterschied wie netto und bruttoViele Anleger schielen auf attraktive Zinsen, unterscheiden dabei aber nicht zwischen Real- und Nominalzins – mit erheblichen Folgen. Mit dem nominalen und dem realen Zins verhält es sich ein wenig so wie mit brutto und netto aufdem Gehaltszettel. Nominal entspräche dabei dem Brutto und real dem, was unter dem Strich übrig bleibt. Häufig ist es dabei so, dass zwischen netto und brutto eine mehr oder minder große Lücke klafft. Beim Zins ist das nicht anders. Der reale Zins, also nach Abzug der Inflation (Preissteigerung), ist kleiner als der nominale Zins.

Aber was ist der Zins überhaupt und warum wird er von der Inflation beeinflusst? Letztlich und sehr vereinfacht stellt der Zins eine Art Entschädigung dafür dar, das eigene Kapital nicht sofort zu verwenden, sondern Anderen zur Verfügung zu stellen – z.B. Banken, Unternehmen oder Staaten. Das Kapital wird also nicht sofort in den Konsum gesteckt, z.B. zum Kauf eines neuen Autos. Durch den eigenen Verzicht wird es möglich, dass eine andere Institution investieren kann. Der Preis für den eigenen aufgeschobenen Konsum kann als Zins bezeichnet werden.

Nun hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Preise in aller Regel und über lange Zeiträume betrachtet steigen. Wenn wir somit erst in Zukunft konsumieren, wird sich der Zins wohl nach unserer Erwartung hinsichtlich möglicher Preissteigerungen (Inflation) richten, da wir in der Zukunft noch das Gleiche bekommen wollen wie in der Gegenwart. Geht der Gläubiger von einer Inflation in den kommenden Jahren von durchschnittlich zwei Prozent aus, dann wird voraussichtlich auch der Zins bei mindestens zwei Prozent liegen – plus vielleicht einer zusätzlichen Entschädigung für den zeitlichen Aufschub.

Prognosen können abweichen

Doch mit Prognosen ist das so eine Sache. Sie können zutreffen, nicht zutreffen oder erst später zutreffen Das gilt auch für Inflationsschätzungen. Wenn beispielsweise für eine zehnjährige Staatsanleihe ein (nominaler) Zins von 0,5 Prozent verlangt wird, heißt das im Prinzip, dass maximal von einer durchschnittlichen jährlichen Inflation von 0,5 Prozent in den kommenden zehn Jahren ausgegangen wird. Meist richtet sich der Ausblick nach den Erfahrungen in der jüngeren Vergangenheit. Wenn da die Inflation niedrig war, liegt es vermeintlich nahe, dies in die Zukunft fortzuschreiben.

Kommt es aber in diesen zehn Jahren zu einem Inflationsschub auf zum Beispiel 2,0 Prozent, passt sich der nominale Zins der Anleihe im Depot nicht an. Im Beispiel würde die reale Verzinsung, nach Inflation, auf minus 1,5 Prozent sinken. Der Zins könnte die Preissteigerung nicht mehr ausgleichen und das Kapital des Anlegers würde real entwertet, während nominal der Zins noch positiv ist.

Hätte der Anleger 5.000 Euro investiert und die Staatsanleihe liefe noch acht Jahre, läge die Kaufkraft des eingesetzten Kapitals in dieser Konstellation am Ende nur noch bei rund 4.400 Euro. Anleger und Sparer sollten daher stets abwägen ob gebotene Renditen mögliche Preissteigerungen übertreffen oder zumindest kompensieren.

Duo InfernaleZins und Inflation gehen oft, aber nicht immer gemeinsame Wege. Warum Sparer aber beide im Auge behalten sollten. Zins ist nicht gleich Zins. Beim Zins wird zwischen dem nominalen und dem realen Zinssatz unterschieden. Nominal ist dabei der zahlenmäßige Zins, also der, wie er auf dem Papier oder dem Bildschirm steht. Der nominale Zinssatz ist beispielsweise der Kupon einer Anleihe oder der Satz, den eine Bank für ein Tagesgeldkonto (Sichteinlage) zahlt. Angenommen ein Anleger bekommt auf sein Tagesgeldkonto einen nominalen Zins von 2,0 Prozent, wären das bei einem angelegten Betrag von 5.000 Euro Zinserträge von 100 Euro pro Jahr – rein zahlenmäßig wohlgemerkt. Was aber, wenn in diesem Jahr auch die Preise gestiegen wären? Die 100 Euro beziehungsweise das eingesetzte Kapital hätten an Wert verloren, real.

Inflation schmälert den Nominalzins

Eine Inflationsrate von 2,0 Prozent hätte die Zinserträge im obigen Beispiel vollkommen aufzehren können. Der Sparer bekäme zwar nach wie vor 100 Euro Zinserträge, aber gleichzeitig würde die Kaufkraft seines eingesetzten Kapitals nur noch 4.900 Euro betragen. Real hätte der Sparer im Beispiel nichts verdienen. Der Realzins läge bei 0,0 Prozent, bei einem (nominalen) Zins von 2,0 Prozent, den die Bank zahlt. Das Tückische dabei: Sparer erfahren diesen abstrakten Effekt nicht unmittelbar. Er wird erst spürbar, wenn dauerhaft die Preise steigen.

Doch dieser Effekt funktioniert auch umgekehrt. So würde der Realzins sogar auf 2,5 Prozent steigen, wenn die Preise um 0,5 Prozent pro Jahr fielen, bei Deflation. Das Geld oder der Zins hätten mehr Kaufkraft. Der Euro wäre sozusagen mehr wert. Wäre die Inflation bei 0,0 Prozent, würden sich nominaler Zins und realer Zins nicht unterscheiden.

Ein Verbraucher (Sparer, Anleger) sollte deshalb immer auch den Realzins im Blick haben, denn der Nominalzins sagt zunächst nur wenig über seinen wirklichen/realen (Zins-) Gewinn. Auch ein geringer nominaler Zins von 0,5 Prozent, bedeutet bei einer Inflationsrate von 0,0 Prozent einen positiven realen Zins von 0,5 Prozent. Dagegen ergibt ein Nominalzins von 10,0 Prozent bei Inflationsraten von 11,0 Prozent eine negative Realverzinsung von einem 1,0 Prozent. Anfang der 1980er-Jahre gab es in Deutschland eine solche Situation.

Im Vergleich dazu kletterte die Realverzinsung während der Finanzkrise 2008/2009 auf attraktive Niveaus, da die Inflation recht gering waren und gleichzeitig die Zinsen, aufgrund der Verunsicherung an den Börsen, anstiegen. Die Beispiele zeigen, Zins und Inflation sind enge Verwandte und auch ein hohes (nominales) Zinsniveau ist kein Garant für eine attraktive Realverzinsung, auf die es letztlich beim Sparen ankommt. Aber bei niedrigen (nominalen) Zinssätzen reichen schon geringen Preissteigerungen, um die Erträge (und letztlich auch das eingesetzte Kapital) aufzuzehren.

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Thomson Reuters Datastream. Stand: 30.12.2016. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für künftige Wertentwicklungen.

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