Säbelzahntiger voraus? Alle Signale stehen auf Flucht. Platz für andere Gedanken gibt es da nicht. Das Reptilienhirn übernimmt. Was nach schlichtem Stammtisch klingt, hat längst akademische Weihen empfangen. „Die Evolution denkt für dich“, nennt es etwa der US-Psychologe und Neurowissenschaftler Joseph LeDoux[1] von der Universität New York. Die Angst vor dem Raubtier als Angst vor dem Verlust des Lebens. Und nicht nur da – Angst oder Sorge vor Risiken ziehen sich durch unser Leben. Dabei lassen sie sich in den Griff kriegen.

Gefahren im Griff

Weltklassesurfer Laird Hamilton beispielsweise, der gerne auf rund 20 Meter hohen Wellen surft, kennt sich mit dem Thema Risiko bestens aus, zwangsläufig. Fällt er vom Board, kann ihm die Luft schon einmal knapp werden. Einfach, weil die Wellen den Sportler minutenlang unter Wasser halten können. Umgang mit Risiken bedeutet für ihn daher, im sicheren Pool die Luft anzuhalten, als Vorbereitung auf den Fall der Fälle. Es bedeutet auch, in der Welle Sicherheitspersonal auf Jetskiern dabei zu haben. Geht etwas schief, sind sie zur Stelle. Manchmal ist Vorbereitung sogar ganz einfach: „No swimming, no surfing“, schreibt Hamilton in seinem Buch „The Force of Nature“. Wer nicht gut schwimmen kann, sollte nicht surfen.

Risiken richtig managen

Unter dem Strich ist es also möglich, durch eine sorgfältige Vorbereitung das Risiko zu senken. Das gilt auch für die Kapitalanlage. Risikomanagement nennt sich diese Disziplin, die eine ganze Reihe von Aspekten beinhaltet. Bevor Risiken verwaltet werden können, müssen sie erkannt und eingeordnet werden. Wie wahrscheinlich ist es beispielsweise, das gesamte Kapital zu verlieren? In der Regel eher unwahrscheinlich. Ein Teilverlust aber ist realistisch, zum Beispiel wegen eines Kursrutsches eines bestimmten Marktsegments. Genau solche Gefahren zu minimieren, ist Ziel des Risikomanagements. Dabei nicht ganz unwichtig: der Kostenaspekt. Das Risiko auf der einen Seite, die Kosten der Absicherung auf der anderen Seite – prinzipiell ist es eine Sache der Abwägung. Fest steht jedoch: 100-Prozent-Garantien sind heutzutage in der Regel zu teuer. Aus diesem Grund nutzen Portfoliomanager intelligente Methoden zum Risikomanagement.

Risikomanagement-Strategien

Risiken erkennen und Absicherungsstrategien entwickeln

Diversifikation

Verteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen

Volatilitäts-Management

Erwartete Schwankungen im Portfolio mit dem persönlichen Risikoprofil in Einklang bringen

Derivate-Einsatz

Spezielle Finanzinstrumente, um Rendite- und Volatilitätsziele zu erreichen

Verlust — Die dunkle Gefahr für Anleger

Mit der Behavioral Finance befasst sich gleich eine ganze Forschungsrichtung mit dem erheblichen Einfluss von Gefühlen auf die Geldanlage, wie zum Beispiel Angst vor Verlusten. Das Risiko des Verlusts hat aber auch eine weniger gefühlige, eine sehr greifbare Dimension: Wer etwa 50 Prozent Verlust erleidet, braucht Kursgewinne von 100 Prozent, um den Verlust auszugleichen. Das gelingt nicht mal eben. Im Schnitt legen etwa Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland, über 30 Jahre gerechnet, um 8,2 Prozent im Jahr zu.[2]

CRC 057893 (06/2018)

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1. Quelle: http://www.scinexx.de/dossier-detail-714-6.html, http://www.cns.nyu. edu/home/ledoux/

2. Quelle: https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/2018_4_30_WE_auf_einen_Blick.pdf; Stand April 2018

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