Das Herz pocht, die Hände sind eiskalt: Menschen, die unter Höhenangst leiden, fühlen sich sehr unwohl, wenn sie sich auf Bergen oder Wolkenkratzern befinden und herunterschauen. Manchem Aktienanleger dürfte es ähnlich gehen. Schließlich notieren Dow Jones, Dax & Co. nahe ihren historischen Höchstständen. Die US-Aktienrally ist gar die zweitlängste der Börsengeschichte. Da kann es durchaus mal zu Kursrücksetzern kommen. Nicht alle Anleger wollen oder können solche möglichen Turbulenzen aussitzen. Allerdings sind Staatsanleihen derzeit auch keine Alternative. Papiere aus Kerneuropa und den USA gelten zwar als „sichere Häfen“, ihre Renditen – bei zweijährigen Bundesanleihen lagen sie im September bei minus 0,4 Prozent – gleichen jedoch nicht einmal die Inflationsrate aus.

Ein Dilemma? Nein. Unternehmensanleihen können einen Kompromiss bieten. Sie werfen in der Regel höhere Zinsen ab als Staatsanleihen. Und im Vergleich zur Aktie müssen sich Anleger keine Sorgen um Dividenden machen, denn die Verzinsung steht von vornherein fest.

Wermutstropfen sind derzeit zwar die niedrigen Spreads, also die geringen Zinsunterschiede zwischen Staats- und Unternehmensanleihen. Dennoch spricht vor allem das solide Wachstum in der Eurozone derzeit für Unternehmensanleihen, da niedrige Ausfallraten eine gute Bewertung der Papiere begünstigen. Die geringe Inflation im Euroraum – im August lag sie bei 1,5 Prozent – spricht ebenfalls für Unternehmensanleihen guter Bonität. Denn eine schnelle Zinswende der EZB, die sich negativ auf die Kurse von Unternehmensanleihen auswirken würde, bleibt angesichts der aktuellen Inflationsentwicklung unwahrscheinlich. 

Jenseits des Atlantiks hat die Fed zwar erste Zinserhöhungen vorgenommen, doch auch dort kommt die Inflation nicht in Schwung. „Die US-Notenbank dürfte weiterhin vorsichtig agieren. Das spricht für US-Unternehmensanleihen guter Bonität“, sagt Rainer Haerle, Fondsmanager des Deutsche Invest I Multi Credit bei der Deutschen Asset Management.

Die gesamtwirtschaftliche Lage ist jedoch nur ein Faktor, der sich in der Verzinsung niederschlägt. Auch Laufzeit, Bonität und Handelbarkeit der Papiere sind entscheidende Kriterien dafür.

Unternehmensanleihen sind ein schwieriges Terrain. Denn wer aktiv Kursunterschiede von Unternehmensanleihen nutzen und von verschiedenen Risikoklassen wie Investment Grade und hochverzinsten High-Yield-Anleihen profitieren will, muss vieles im Blick behalten: Es gilt, verschiedene Regionen zu beobachten und Ausfallrisiken abzuwägen. Kurze und lange Laufzeiten sollten stets sinnvoll gemanagt werden. Nicht zuletzt ist die Kapitalstruktur der verschiedenen Anleihen bedeutsam, also beispielsweise die Rangfolge im Insolvenz-fall oder die Teilhabe an der Aktienkursentwicklung des herausgebenden Unternehmens.


Große Happen kein Problem

Hinzu kommt: Bei Hochzinsanleihen liegt die Stückelung häufig bei 50 000 oder 100 000 Euro. Wer bei solchen Mindestgrößen Risiken streuen will, braucht schon ein Millionenportfolio. Für Privatanleger ist es daher einfacher, diese Arbeit Experten zu überlassen. Eine breite Streuung und aktives Management bieten beispielsweise zwei DWS-Fonds, die für verschiedene Anlegertypen konzipiert worden sind. Der Deutsche Invest I Multi Credit setzt weltweit auf eher defensive Anleihen, Geldmarktinstrumente und liquide Vermögenswerte. Mehr als drei Viertel der Anleihen im Fonds weisen derzeit eine hohe oder sehr hohe Bonität auf. Für risikofreudigere Investoren bietet sich der Rentenfonds Deutsche Invest I Euro High Yield Corporates an. Fondsmanager Per Wehrmann legt seinen Fokus etwas enger auf hochverzinsliche Unternehmensanleihen und konzentriert sich auf in Euro begebene Papiere.

Unterstützt werden beide Fondsmanager von rund 60 Spezialisten der Deutschen Asset Management, die weltweit mehr als 1200 Emittenten analysieren. Sie liefern fundierte Grundlagen, um Risiken und Chancen abzuwägen. So könnte das Dilemma, das mancher Privatanleger beim Blick in sein Depot derzeit empfindet, vielleicht sogar zu einer Chance werden.     

Anleihen: Unternehmen statt Staaten

Anlagestrategie: Der Deutsche Invest I Multi Credit investiert weltweit mit dem Schwerpunkt Unternehmensanleihen, der Deutsche Invest I Euro High Yield Corporates in Hochzinsunternehmensanleihen. 

Risikofaktoren: Der Deutsche Invest I Multi Credit ist etwas defensiver. Beide Fonds weisen unter anderem Kursrisiken sowie Bonitätsrisiken auf, die zu Verlusten führen können.

Deutsche Invest I Multi Credit LDH
 
 ISIN  Ausgabeaufschlag Gesamtkostenquote[1] DWS-Risikoklasse[2]
LU1249492114 3,00 % 1,11 % 3 von 4


 Deutsche Invest I Euro High Yield Corporates

 ISIN  Ausgabeaufschlag Gesamtkostenquote[1] DWS-Risikoklasse[2]
LU0616839501 3,00 % 1,21 % 3 von 4

1. Stand:31.12.2016

2. Für Fonds der DWS-Risikoklasse 3 gilt: Der Fonds weist aufgrund seiner Zusammensetzung/der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein.

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