Kampf dem Hunger

Studenten der Projektgruppe „Thriving Green“ wollen den Hunger in Ostafrika bekämpfen und die notleidende Bevölkerung ökologisch sowie ökonomisch sinnvoll mit dem Superfood Spirulina versorgen. Die Alge kann auch rund um den Globus helfen.

Superfood Spirulina

Der Überlebenskampf in Kenia ist hart. Besonders die Provinz Turkana in Nordkenia gilt als eine der lebensfeindlichsten Regionen weltweit. Konstante Temperaturen jenseits der 30 Grad und lange Dürreperioden lasten auf dem Land. Zusätzlich ist der Turkana-See, das größte Wasserreservoir der Region, aufgrund seines hohen Salzgehalts und des  extremen pH-Wertes für Pflanzen und Nutztiere tödlich. Deshalb sind ausreichende Nahrungsmittel und sauberes Wasser für die Menschen Mangelware. Die Folgen: Jedes vierte Kind stirbt, bevor es fünf wird, die Hälfte der Menschen ist arbeitslos und leidet unter akuten Mangelernährungserscheinungen.[1] Das Team „Thriving Green“ um die beiden Regensburger Studenten Alexander Zacharuk und Daniel Kotter will dazu beitragen, dem Leid der Bevölkerung ein Ende zu setzen.

170

essbare Algenarten gibt es. Sie sind ein echtes Superfood.[1]

Spirulina hat

180 %

mehr Calcium als Vollmilch und genauso viel oder mehr Magnesium.[2]

Spirulina bietet

670 %

mehr Protein als Tofu.[2]

Spirulina bietet

3100 %

mehr Beta-Carotin als Karotten.[2]

Spirulina bietet

5100 %

mehr Eisen als Spinat.[2]

Die Idee

Dort, wo Landwirtschaft unmöglich scheint, sieht Thriving Green die Lösung in der Alge Spirulina –  einem Superfood. Der entscheidende Vorteil ist, dass Spirulina genau an die extremen Bedingungen des Turkana-Sees angepasst ist: Die Hitze, der Salzgehalt  und der pH-Wert, der für andere Agrarprodukte toxisch ist, bilden die Grundlage für eine ertragreiche Kultivierung. Spirulina ist eine Grünblau-Alge und ein extrem sättigendes Lebensmittel mit einem beeindruckenden Nährstoffprofil: 65 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm und zahlreiche lebensnotwendige Vitamine sowie Spurenelemente. Die Alge glänzt zudem mit einem zehnfach höheren Ertrag im Vergleich zu europäischen Hochleistungsweizen, einem um 99 Prozent niedrigeren Wasserverbrauch verglichen mit der Rindfleischerzeugung und einer 16-fach höheren CO2-Bindung als Regenwald auf derselben Fläche. Kurzum: Landwirtschaft von morgen, um  Hunger heute zu bekämpfen. Um die Hürde für den Anbau möglichst gering zu halten, entwickelte Thriving Green auf Grundlage moderner Biotechnologie ein Lowtech-Verfahren, das nur einen geringen finanziellen Einsatz erfordert und ausschließlich auf lokale sowie natürliche Ressourcen zurückgreift. Zum Beispiel ist es möglich, die benötigten Düngemittel vollständig aus Abfallprodukten herzustellen, wodurch die limitierten Ressourcen geschont werden und die Umwelt entlastet wird. Die Alge lässt sich leicht in einem Wasserbecken pflanzen und ist bereits nach zehn Tagen erntereif. Zu Pulver oder Fladenbrot verarbeitet kann Spirulina dann von den Einheimischen mit ihren traditionellen Speisen gegessen werden. Inzwischen stehen die ersten Algenbecken aus Beton im Dorf Nariokotome und versorgen die Menschen täglich mit frischem Spirulina.

Die Vision

Thriving Green will den Menschen in der Region des Turkana-Sees (Nordkenia) die Möglichkeit geben, als Spirulina-Bauer sich selbst, ihre Kinder und das gesamte Dorf zu versorgen. Mit ihrer Idee, der Superfood-Alge Spirulina, könnten die Regensburger auch dem Ziel einen Schritt näherkommen, den Welthunger effektiv zu bekämpfen.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit

Saubere Sache

Alles begann mit einem Waldspaziergang vor über 300 Jahren. Als Carl von Carlowitz, Oberberghauptmann des sächsischen Oberbergamtes, den bedauernswerten Zustand der Wälder seiner Heimat sah, griff er zur Feder und schrieb, man solle immer nur so viele Bäume entnehmen, wie nachwachsen können. Die Nachhaltigkeitsbewegung war geboren. Seitdem sind nicht nur die Bäume gewachsen, sondern auch die Bedeutung der Nachhaltigkeit. Auch wenn es anfangs gar nicht danach aussah.

Weiterlesen

1. Quelle: Thriving Green, https://www.thriving-green.com/start.html

2. Quelle: iNutro Intelligent Nutrition, https://www.inutro.com/spirulina

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