Manche Dinge brauchen ihre Zeit. Manchmal sogar recht viel. Über ein Jahrzehnt schrieb zum Beispiel Romancier Marcel Proust, bis sein Vorzeigewerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ veröffentlicht und berühmt wurde. Genauso ist es mit vielen guten Ideen. Die Finanzindustrie zum Beispiel wird seit Jahrzehnten nicht müde, der Politik die Vorzüge einer kapitalgedeckten Altersvorsorge zu schildern, gemeint ist die Idee, in die reale Wirtschaft zu investieren. Das ist im Zweifel langfristig krisensicherer als die beliebten Investitionen in Staatsschulden oder Sparbücher. Nun ist die Botschaft offenbar simultan in Brüssel und in Berlin angekommen.

Viel Pepp aus Brüssel 

Die Europäische Union möchte in diesem Fall allerdings nicht nur die bloßen Rahmenbedingungen setzen und den Rest dem Markt überlassen. So ist reichlich Energie in die Entwicklung der Verordnung zum „Pan-European Personal Pension Product“ (Pepp) geflossen. Eine gute Idee, doch die Umsetzung wird kaum gelingen. Der Grund dafür: Brüssel will viel bewegen, vielleicht zu viel. 

Vereinfacht gesagt, soll mit Pepp die private Altersvorsorge in der Europäischen Union harmonisiert und gestärkt werden. Im Idealfall können sich Europas Arbeitnehmer also frei in der EU bewegen und, ganz egal wo sie sich gerade aufhalten, ein und dasselbe Vorsorgeprodukt besparen. Für diese Investition sollen fünf Investmentvarianten angeboten werden, ohne erzwungene Garantien. 

Alles gute Ideen, ebenso die Freiheit, nicht zwingend eine lebenslange Auszahlungsart wählen zu müssen. Denn wer sein Leben 70 Jahre lang gemeistert hat, dem sollte man auch die finanzielle Gestaltung seines Lebensabends und damit die Wahl zwischen einer Auszahlung auf einen Schlag oder einer lebenslangen Verrentung zutrauen können. Aber damit endet die Pepp-Euphorie, denn die EU hat weder die Ambitionen noch realistischerweise die Möglichkeiten, das europäische Steuer- und Sozialversicherungsrecht und die diversen Fördermechanismen für ein solches Produkt zu vereinheitlichen. Genau das aber wäre nötig. Immerhin müsste Pepp die Fördermechanismen sämtlicher Mitgliedsstaaten „bedienen“ können. Der Anbieter aus Frankreich müsste also gleichermaßen die deutsche Riester-Förderung berücksichtigen, aber auch die steuerliche Behandlung von Vorsorgeprodukten in Polen oder Portugal. Und natürlich die allermeisten der 24 Amtssprachen beherrschen. 

Immerhin – der Fondsgedanke ist offenbar in Europas politischer Zentrale Brüssel eingekehrt. Und nicht nur da. 

Berliner Staatsfonds?  

Auch in Berlin wird immer wieder die „Deutschlandrente“ oder ein „Staatsfonds“ diskutiert. Eine gute Altersvorsorge hat viel mit einer Anlage in Fonds zu tun – diese Einsicht hält allmählich auch in die Politik Einzug. Doch darüber hinaus bleiben noch viele Fragen offen.Braucht es zum Beispiel den Staat als Anbieter? Braucht es eine neue Behörde, wenn Vater Staat den Absatz kostengünstiger Fonds fördern möchte? Und können staatliche Fondsmanager die Märkte besser einschätzen? Arbeiten Behörden grundsätzlich effizienter als die private Wirtschaft? Ein wenig Skepsis sei an dieser Stelle erlaubt. 

Dazu kommt: Behörden finanzieren sich aus Steuermitteln. Die Entwicklung der Idee, die Pressearbeit, die Konzeptpapiere: All das wird und wurde von Steuerzahlern finanziert. Das Produkt hat damit schon eine Marke, bevor es überhaupt eine Marke­tingabteilung dafür gibt. Nicht übel – nur sollte damit nicht der Wettbewerb mit den privaten Vorsorgeanbietern verzerrt werden. Denn diese haben einen solchen Luxus nicht. Und das ist nicht die einzige mögliche Störung auf dem Weg zur reibungslosen Fondsanlage für die private Altersvorsorge. 

Reformiert Riester!  

Denn in Deutschland gibt es bereits ein staatlich reguliertes Standardprodukt, das über 16 Millionen Kunden hat. Doch die Riester-Rente ist aufgrund ihrer überzogenen Komplexität und der kontraproduktiven Garantien reformbedürftig. Statt sich nun an die Renovierungsarbeiten zu machen, wird lieber auf der grünen Wiese etwas Neues gebaut. Und dies mit dem Ergebnis, dass die private Vorsorge für Anleger noch unübersichtlicher wird. Verantwortungsvolle Politik sieht anders aus. 

Diese Diskussion dürfte also noch Jahre andauern. Das aber sind wertvolle Jahre, die der Anleger lieber nutzen sollte. Sparpläne wie die BasisRente Komfort sind ein praktisches Vehikel. In einer ersten Phase wird Geld mit ausgewählten Investmentfonds angespart, in einer zweiten Phase ausgezahlt. Die Rentenzahlungen sind zwar steuerpflichtig, dafür aber lässt sich ein Gutteil der Einzahlungen absetzen.   

Eine komfortable Vorsorge mit Fonds kann also bereits jetzt realisiert werden. Zwar ist es gut, dass der Gedanke der privaten Altersvorsorge mit Investmentfonds Einzug in die Regierungszentren Europas hält. Nicht gut wäre aber die Idee, mit der privaten Vorsorge auf die Umsetzung dieser Polit-Erkenntnis zu warten. 

Renditekiller Zeitverlust

Denn damit ginge dem Sparer Zeit verloren. Und verlorene Zeit ist nun einmal der größte Renditekiller bei einem langfristig angelegten Sparprozess wie der Altersvorsorge. Einfach deshalb, weil in dieser Zeit weder Zinseszinseffekt noch Wertzuwachs an der Börse ihre Wirkung entfalten können. Abgesehen davon sind Produkte wie die BasisRente auch ganz unkompliziert. Die Mindestansparphase zum Beispiel beträgt nur fünf Jahre, sodass auch ältere Sparer noch von der attraktiven steuerlichen Förderung profitieren können. 

Was also bleibt? Sich bereits jetzt Gedanken zu machen und nicht auf einen möglichen großen Wurf aus der Politik zu warten. Denn das wäre – frei nach Marcel Proust – bloß „verlorene Zeit“.

Private Altersvorsorge startklar

Bereits seit 2016 bietet DWS Investments das flexible DWS Komfort Depot an. Ab dem 16. Dezember 2017 gibt es mit der DWS BasisRente Komfort eine steuerlich geförderte Variante. Das bedeutet, dass der Sparer seine Beiträge im Jahr 2018 zu 86 Prozent steuerlich absetzen kann. Dieser Prozentsatz steigt jährlich an, bis er 2025 bei 100 Prozent liegt. Ein Wechsel des für die BasisRente ausgewählten Fonds ist in der Ansparphase jederzeit möglich und kostenfrei. Ab zehn Jahren vor Rentenbeginn sorgt das optionale Ablaufmanagement dafür, die Risiken von Kursverlusten einzugrenzen. Das angesparte Kapital wird vollständig verrentet. Und auf Wunsch können auch Hinterbliebene versorgt werden.

Anlagestrategie: Der Mischfonds DWS Defensiv investiert zu mindestens 65 Prozent in Anleihen, beim DWS Balance beträgt diese Quote 35 Prozent. Beim DWS Dynamik wiederum liegt sie bei mindestens 40 Prozent. Der Deutsche Concept Kaldemorgen ist ein Total-Return-Fonds, dessen Fokus auf der Erzielung stetiger Wertzuwächse liegt. Der Aktienfonds DWS Akkumula setzt weltweit vor allem auf große Standardwerte, der DWS Top Dividende auf Aktien dividendenstarker Unternehmen. 

Risikofaktoren: Die Rentenanteile der Mischfonds DWS Defensiv, Balance und Dynamik unterliegen je nach Anleihegewichtung einem unterschiedlich großen Zinsänderungsrisiko. Die Fonds Deutsche Concept Kaldemorgen, DWS Akkumula und DWS Top Dividende hingegen müssen sich unter anderem dem Risiko von Kursänderungen an der Börse stellen.

DWS Defensiv

ISIN DE000DWS1UR7
Abschlusskosten 3,00 %
Gesamtkostenquote 1,18 %[1]
DWS-Risikoklasse 2 von 4

DWS Balance

ISIN DE0008474198
Abschlusskosten 3,00 %
Gesamtkostenquote 1,43 %[1]
DWS-Risikoklasse 3 von 4[2]

DWS Dynamik

ISIN DE000DWS0RZ8
Abschlusskosten 3,00 %
Gesamtkostenquote 1,60 %[1]
DWS-Risikoklasse 3 von 4[2]

Deutsche Concept Kaldemorgen

ISIN LU0599946893
Abschlusskosten 3,00 %
Gesamtkostenquote 1,72 %[3]
DWS-Risikoklasse 3 von 4[2]

DWS Akkumula

ISIN DE0008474024
Abschlusskosten 3,00 %
Gesamtkostenquote 1,45 %[1]
DWS-Risikoklasse 3 von 4[2]

DWS Top Dividende

ISIN DE0009848119
Abschlusskosten 3,00 % 
Gesamtkostenquote 1,59 %[3]
DWS-Risikoklasse 3 von 4[2]

1. Stand: 30.09.2017

2. Für Fonds der DWS-Risikoklasse 3 gilt: Der Fonds weist aufgrund seiner Zusammensetzung/der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein.

3. Stand: 31.12.2016

20. Dez 2017

Dividenden auf Welttournee

Wenn Aktien, dann bitte die mit hohen Ausschüttungen. So denken viele Anleger. Warum die Aussichten in Europa und Japan dafür besonders vielversprechend sind.

15. Dez 2017

Globale Renditesuche

Können Anleger in Zeiten niedriger Zinsen noch Geld mit Staatsanleihen verdienen? Ja. Zum Beispiel mit ausgewählten Zinspapieren aus Schwellenländern.

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