Es gibt Statistiken, die das Urteil „absurd“ verdient haben. Dazu gehört auf den ersten Blick auch diese: Seit 2003 ist die Zahl der Hauskatzen in den Schwellenländern um 49 Prozent in die Höhe geschnellt, zeigt eine Studie von Euromonitor.[1] In den Industrieländern stieg sie im selben Zeitraum nur um fünf Prozent. Doch diese Zahlen gehören keineswegs in die Schublade für unnützes Wissen. Sie sind ein Beleg dafür, wie fundamental sich die Gesellschaft in den Ländern wie Südkorea, Taiwan, Indonesien oder auch in Lateinamerika ändert. Denn die sprunghaft wachsende Beliebtheit von Haustieren in den 54 untersuchten Ländern – in Südkorea hat sich die Zahl der Katzenbesitzer glatt versechsfacht – zeigt, wie rasant dort eine Mittelschicht entsteht, die Zeit und Geld für derartige Anschaffungen hat. „In den vergangenen zehn Jahren sind die verfügbaren Einkommen besonders in Asien signifikant gestiegen“, sagt Paula Flores vom Marktforschungsunternehmen Euromonitor. Wenn Menschen sich die Ausgaben für Tierfutter leisten, sei dies ein Indiz dafür, dass sie nicht mehr um Lebensmittel kämpfen müssen. Die Schwellenländer gelten als die Gewinner der Globalisierung. Große Teile der Bevölkerung haben westlichen Wohlstand vor Augen. Dementsprechend wollen die Menschen leben und konsumieren. Die Bedeutung der Schwellenländer für die Weltwirtschaft dürfte stark zunehmen. Weltweit wird die Mittelschicht laut einer Studie der OECD[2] von 1,8 Milliarden 2012 auf 4,9 Milliarden Menschen im Jahr 2032 wachsen. Mit 3,2 Milliarden wird das Gros dieser Konsumenten dann im asiatischpazifischen Raum leben.

Hohe Kapitalzuflüsse 

Anleger kehren wieder in die Schwellenländer zurück. Die Kapitalzuflüsse sind nach mehreren bescheidenen Jahren zuletzt wieder deutlich gestiegen.

01.01.2017 bis 04.09.2017, Quelle: Deutsche Asset Management Investment GmbH, Stand: 09/2017


Gute Aussichten 

Die prosperierende Binnenwirtschaft ist ein entscheidender Unterschied zu den Jahren vor der Finanzkrise, als das Wachstum fast ausschließlich von den Exporten getrieben war und die Schwellenländer mit ihren geringen Löhnen als die verlängerten Werkbänke der Welt dienten. Diese einseitige Ausrichtung der Wirtschaft rächte sich, als der Welthandel im Zuge der Finanzkrise in Schockstarre fiel. Anleger zogen sich schlagartig zurück, die Währungen werteten ab und das Wachstum geriet ins Stocken.

Heute scheinen sich viele aufstrebende Nationen von der Krise und den Jahren mit eher enttäuschenden Wachstumsraten erholt zu haben. Besonders in den Tigerstaaten Asiens – also in Südkorea, Singapur, Thailand, Indonesien und Taiwan – läuft die Wirtschaft wieder auf Hochtouren. Das dürfte sich auch in steigenden Unternehmensgewinnen niederschlagen. Bis Ende Juni 2018 rechnen Experten der Deutschen Asset Management mit einem Gewinnwachstum von 16 Prozent beim MSCI Asia ex Japan Index. Für den MSCI Emerging Markets Index, der 28 Schwellenländer umfasst, liegt die Prognose bei 14 Prozent Gewinnplus.[3]

Das Interesse der Anleger ist bereits geweckt: „Seit Jahresbeginn verzeichneten die Schwellenländer Zufl üsse von fünf Milliarden Dollar, beinahe so viel, wie im gesamten Vorjahr“, sagt Simon Klein, Leiter Vertrieb für passive Fonds für Europa und Asien bei der Deutschen Asset Management (siehe Grafik).

Risiken beachten

Anleger, die sich die Chancen der Schwellenländermärkte nicht entgehen lassen wollen, können auf ein altbewährtes Mittel zurückgreifen: die breite Streuung über viele Regionen und Aktien. Denn bei allem Optimismus sollten Anleger die möglichen Risiken nicht aus den Augen verlieren. Dazu zählt vor allem Nordkorea. Die Unsicherheit, ausgelöst durch die verbale Eskalation zwischen den USA und dem kommunistischen Regime und dessen Raketentests, erfasste die Börsen weltweit. Aber auch in Lateinamerika stehen die Kapitalmärkte oft im Bann der Politik – siehe Brasilien. Anleger sollten also bei Schwellenländer-Investments nicht alles auf eine Region setzen.

28 Länder, ein Fonds

db x-trackers MSCI Emerging Markets Index UCITS ETF (DR) 1C

Index: Der passive Indexfonds (Exchange Traded Fund, ETF) bildet den MSCI Emerging Markets Index ab, indem er die im Index enthaltenen Aktien kauft. Auch bei der Gewichtungorientiert sich der ETF an der Zusammensetzung des Index. Der MSCI Emerging Markets spiegelt die Entwicklung von Aktienmärkten aus 28 Schwellenländern wider und umfasst insgesamt 840 Einzelwerte. Der ETF wird in US-Dollar gehandelt.
Risikofaktoren: Aktien aus Schwellenländern können hohen Schwankungen unterliegen.

ISIN IE00BTJRMP35
Pauschalgebühr[4]  0,2 %
Portfoliostruktur voll replizierend[5]
DWS-Risikoklasse[6] 6 von 7

1. Euromonitor international "Pet Care Global Industry Overview", Stand 09/2017.

2. OECD "The Emerging Middle Class in Developing Countries", Stand: 01/2010.

3. CIO View, Deutsche Asset Management, Stand: 06/2017.

4. Zusätzliche Informationen zur Pauschalgebühr: Anleger sollten sich bewusst sein, dass zusätzlich zur Pauschalgebühr auch andere Kosten anfallen können, die sich negativ auf die Performance des ETF in Bezug auf den zugrunde liegenden Index auswirken können. Beispiele dafür inkludieren: Brokerage und andere Transaktionskosten, Finanztransaktionssteuer oder Stempelsteuer sowie auch potenzielle Unterschiede in der tatsächlichen Besteuerung von Gewinnen oder Dividenden im Vergleich zu der Besteuerung von Kapital, die im zugrunde liegenden Index angenommen wurden. Die genauen Auswirkungen dieser Kosten können nicht verlässlich geschätzt werden, da diese von einer Vielzahl nicht-statischer Faktoren abhängen. Anleger werden angeregt, für Details die geprüften Jahres- und ungeprüften Halbjahresberichte zu konsultieren.

5. Ein voll replizierender ETF kauft in der Regel alle Wertpapiere des zugrunde liegenden Index und bildet diesen somit 1:1 ab.

6. Für Fonds der DWS-Risikoklasse 3 gilt: Der Fonds weist aufgrund seiner Zusammensetzung/der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein.

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