Die Vereinigung „Koloniträdgårdsförbundet" hat in Schweden ihren Sitz. Sie bündelt die Interessen der gut 25000 Stadtfarmer und rund 260 Mitgliedsorganisationen des Landes. Beispielsweise Gemüseanbau im Stadtgebiet ist dort moderner als anderswo. Dies zeigt, dass das Land Nachhaltigkeit sehr ernst nimmt. Nicht nur in Schweden, weltweit orientieren sich immer mehr Menschen an nachhaltigen Kriterien. Und das rechnet sich. Doch von Anfang an. 

Nachhaltigkeit ist ein umfassender Begriff, der die Umwelt betrifft, aber auch andere Aspekte. Um diese zu bündeln, hat sich die Abkürzung ESG eingebürgert. E steht für „Environment“, die Umwelt. S ist der Platzhalter für „Social“, das Soziale, und G für „Governance“, die Unternehmensführung. Zusammen bilden sie eine Art Spielphilosophie, an der sich immer mehr Menschen orientieren.

Privatleute zum Beispiel steigen für kurze Strecken aufs Rad. Schwedische Gärtner bauen in den Städten Obst und Gemüse an und sparen sich damit nicht nur den Gang in den Supermarkt, sondern reduzieren damit auch die Transportkosten, die ansonsten für geliefertes Grün anfielen. Unternehmen wiederum überdenken den Umgang mit ihren Mitarbeitern oder auch ihren Energieverbrauch. 

Nachhaltiger Ansatz

Drei Bestandteile hat der ESG-Ansatz: Umwelt (Environment), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance).

Gut für das Gewissen, sicher. Aber eben auch gut für die Bilanz. Denn wenn ein Unternehmen etwa den Energieverbrauch drosselt, sinken auch die Energierechnungen und es verbessert so das eigene Jahresergebnis. Und wenn Geld nicht nur verdient, sondern zum Beispiel außerdem die Umwelt geschont wird, ist das auch für Investoren interessant. Großanleger wie beispielsweise der norwegische Staatsfonds halten seit Jahren einen nachhaltig geprägten Kurs. Und das erfolgreich: Seit 1998 wuchs der Fonds pro Jahr und statistisch gerechnet um mehr als fünf Prozent.

Zahlreiche Treiber

Auch die Wissenschaft stellt keinen Bremseffekt der Nachhaltigkeit auf den Anlageerfolg fest. Zu diesem Ergebnis kommt zum Beispiel die Steinbeis-Hochschule Berlin.[1] 195 Studien hat sie im Jahr 2013 analysiert, die sich mit dem Einfluss der Nachhaltigkeit auf das Anlageergebnis befassen. Eine weitere Meta-Studie[2] der Universität Oxford und Arabesque Asset Management zeigt sogar, dass 80 Prozent der untersuchten Analysen zu dem Ergebnis kommen, die Auswahl von nachhaltig agierenden Unternehmen habe einen positiven Einfluss auf die Wertentwicklung von Kapitalanlagen. 

Kein Wunder also, dass Nachhaltigkeit bei Anlegern gefragt ist. „Die Anzahl von Investoren, die auf Nachhaltigkeitskriterien abzielen, ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen“, sagt Oliver Plein, Leiter Produktspezialisten Aktien bei der Deutschen Asset Management. Damit wächst auch die Bedeutung von ESG. 

In der Anlagepraxis bedeutet die Abkürzung, vereinfacht gesagt, drei Filterebenen. In jeder von ihnen wird das Universum der Unternehmen auf bestimmte Kriterien untersucht. Am Ende dieses Prozesses passieren nur jene den Filter, die den Anforderungen und den Ansprüchen der qualitativen Bewertung der Fondsmanager genügen. Alle anderen bleiben darin hängen und werden aussortiert.

Derzeit greifen im ESG-Bereich vor allem institutionelle Anleger zu. Laut „Global Sustainable Investment Review 2016“ kommen sie auf einen Marktanteil von  rund 75 Prozent. „Private Anleger holen allerdings deutlich auf“, erklärt Plein. Entsprechend steigt die Nachfrage. Allein zwischen 2013 und 2015 wuchs die Summe der entsprechend verwalteten Gelder um 146 Prozent, heißt es in der European SRI Study 2016 des Verbands Eurosif (Stand: 2016). Kein Wunder, immerhin können Anleger mit nachhaltigen Investments ihre persönlichen Anforderungen mit Blick auf Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit erfüllen. Denn nachhaltiges Wirtschaften sollte automatisch langfristig in einer attraktiven Wertentwicklung münden.

Eine „major force“, einen Haupttreiber, nennt man den Ansatz daher beim Dachverband der nachhaltigen Anlage GSIA, der Global Sustainable Investment Alliance. Ein Ansatz, der wie geschaffen ist für aktives Fondsmanagement. 

Denn wirtschaftliche wie nachhaltige Aspekte lassen sich nicht allein durch Aktenstudium erkennen. Dazu braucht es den engen Kontakt zwischen Fondsmanager und Unternehmen, also Gespräche. Martin Berberich hat eine ganze Reihe davon, jeden Tag, jede Woche. Berberich ist Fondsmanager des neu aufgelegten Deutsche Invest I ESG Equity Income. Ein etabliertes Konzept, das nun auch Nachhaltigkeit umfasst. 

Das Konzept basiert auf dem DWS Top Dividende, den es bereits seit 2003 gibt. Auch der berücksichtigt ESG-Aspekte wie zum Beispiel Ausschlusskriterien. Ein Baustein seines Erfolgs ist die Konzentration auf Aktien aus aller Welt, die nicht nur eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite, sondern auch Dividendenwachstum aufweisen. Der Fondsanleger kann sich also nicht nur über Dividendenausschüttungen freuen, sondern auch auf mögliche Kurssteigerungen der Aktien im Fonds. 

"Unsere globale ESG-Dividendenstrategie wird nach einem klar sturkturierten und bewährten Investmentansatz gemanagt."

Oliver Plein (Leiter Produktspezialisten Aktien, Deutsche Asset Management)

Dividende trifft Nachhaltigkeit

Der neue Fonds nutzt dieses Konzept und ergänzt es um die deutlich strengeren ESG-Kriterien. Damit ist die Deutsche Asset Management einer der ersten Asset  Manager, die in Europa eine Dividenden- mit einer ESG-Strategie kombinieren. Unter dem Strich soll der Fonds weniger stark schwanken als Produkte mit ähnlichem Kapitalmarktansatz, die darüber hinaus eben auch nachhaltige Kriterien bei der Anlage berücksichtigen. 

Eine logische Fortentwicklung, könnte man sagen. Immerhin verwaltet die Deutsche Asset Management seit einigen Jahren eine global ausgerichtete Dividendenstrategie für einen institutionellen Kunden – unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. Und das Interesse an nachhaltigen Anlagen, an regelmäßigen Ausschüttungen, ist ohnehin da. 

In einer ersten Stufe des Anlageprozesses werden bestimmte Branchen oder Subsektoren aussortiert, denen ESG-Investoren kritisch gegenüberstehen – weil sie keinesfalls für das Portfolio infrage kommen. Dazu zählen zum Beispiel die Produzenten von Tabak oder auch die Erzeuger von Atomenergie. In der zweiten Analyseebene werden Unternehmen herausgefiltert, die zu den besten ihrer Zunft in Sachen Nachhaltigkeit zählen. Dabei helfen unter anderem die Einschätzungen von sieben externen Bewertungsgesellschaften, die sich auf die Unternehmensanalysen anhand von Nachhaltigkeitskriterien spezialisiert haben. 

Neben diesem Ansatz gibt es freilich noch andere Methoden, nachhaltig zu investieren. Zum Beispiel ließe sich ein Portfolio nur mit der Ausschlussmethode bestücken, die bestimmte Sektoren gar nicht erst zur Auswahl zulässt. Auf den ersten Blick ein konsequenter Ansatz. Doch damit verzichtet der Anleger auf einen kräftigen Hebel, auf Unternehmen einzuwirken – den Hebel des aktiven Managements. Denn Aktionär zu sein bedeutet auch, eine Stimme zu haben. Und Großaktionär zu sein heißt, eine deutlich vernehmbare Stimme zu haben. Sie zu erheben, sei es in der Hauptversammlung, sei es im Vieraugengespräch, kann viel bewirken. Es ist eine Frage der Anlagephilosophie. 

„Für uns ist es unverzichtbar, unsere Aktionärsrechte aktiv wahrzunehmen“, sagt Plein. Wirtschaftliche Fehlentwicklungen können in solchen Gesprächen in Ruhe erörtert werden, aber auch Probleme in Sachen Nachhaltigkeit. Zum Beispiel bei der Berücksichtigung von Aktionärsrechten oder bei den Arbeitsbedingungen. Werden diese Probleme gelöst, ist das gut für den Anleger, der mit seinem Investment dann einen höheren Wertzuwachs als zuvor erzielen kann. Seine verantwortungsbewusste Anlageentscheidung zahlt sich damit aus. 

26 Prozent

der weltweit professionell verwalteten gelder stecken in nachhaltigen Anlagen.

Quelle: GSI Alliance, Stand 03/2016



Verantwortung übernehmen

Es ist aber auch gut für das betreffende Unternehmen. Denn nachhaltiges Wirtschaften sorgt für eine bessere Positionierung in Listen, die eine Rangfolge von Unternehmen nach Nachhaltigkeitskriterien erstellen. Vordere Plätze wiederum sorgen ihrerseits dafür, dass mehr Kapital von weiteren Investoren in das Unternehmen fließt. 

Nachhaltig zu investieren bedeutet damit, Schritt für Schritt mehr Verantwortung zu übernehmen. So wie es Investoren wie die Deutsche Asset Management seit geraumer Zeit machen. Und natürlich die schwedischen Stadtgärtner. 

Mehr als nachhaltig

Deutsche Invest I ESG Equity Income

Anlagestrategie: Der neu aufgelegte Fonds wird von dem Aktienexperten Martin Berberich verwaltet. Er investiert vor allem in Aktien global tätiger Unternehmen, die nicht nur eine Dividendenrendite über dem Marktschnitt erwarten lassen, sondern auch die nachhaltigen ESG-Kriterien berücksichtigen. Dazu verfolgt er unter anderem den Best-in-Class-Ansatz.

Risikofaktoren: Zahlt ein Unternehmen zum Beispiel weniger Dividende als erwartet oder schüttet es keine aus, kann der Kurs dadurch negativ beeinflusst werden.

ISIN LU1616932866
Ausgabeaufschlag 5,00 %
Gesamtkostenquote[3] 1,50 %
DWS-Risikoklasse[4] 3 von 4

1. Steinbeis-Hochschule Berlin, "Nachhaltige Investments aus dem Blick der Wissenschaft: Leistungsversprechen und Realität", Stand: 02/2013.

2. University of Oxford/Arabesque Asset Management, "From the stockholder to the stakeholder", Stand: 03/2015.

3. Stand: 20.09.12.2016.

4. Für Fonds der DWS-Risikoklasse 3 gilt: Der Fonds weist aufgrund seiner Zusammensetzung/der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein.

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