Alles eine Frage der Technik – dieses Motto scheint derzeit für US-Aktien zu gelten. Der S&P 500 Information Technology Index hat 2017 seine Hochs aus dem Jahr 2000 hinter sich gelassen. Die vielen Entwicklungen, von denen der neue Technologieboom inzwischen getragen wird, zeigen sich beispielhaft an einem Konzern, über den Warren Buffett noch im Mai dieses Jahres sagte, es sei schlicht „Dummheit" gewesen, nicht in ihn zu investieren.

Die Rede ist von Amazon. 1994 als Online-Buchhändler gegründet, seit 1997 an der Börse notiert, 2001 wie viele andere E-Commerce-Unternehmen vom Dotcom-Crash getroffen, eroberte Amazon danach nicht nur den Online-Handel. 2006 begann der Konzern auch damit, IT-Infrastruktur über das Internet (Cloud-Computing) anzubieten, und schwang sich zum Weltmarktführer auf – gefolgt von IBM und Microsoft. Weitere IT-Trends vereinnahmte das Unternehmen 2014 mit der Präsentation des Lautsprechers Echo („Alexa") für sich, der Amazon zum Vorreiter bei Spracherkennung und künstlicher Intelligenz machte. Hier konkurriert der Technologiegigant mit Google und Apple.


25

Prozent

des Börsenwerts aller US-Aktien im S&P 500 entfallen auf Tech-Papiere.

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand: 11/2017

Tech an der Börse wieder vorn

Doch nicht nur die großen Namen der Branche surfen derzeit auf der IT-Welle. „Wir sehen solides Wachstum in vielen Bereichen", sagt Marcus Poppe, der den Deutsche AM Smart Industrial Technologies managt. Die Bandbreite reicht von Cloud-Software und Infrastruktur über Datenanalyse und maschinelles Lernen bis hin zu Virtual Reality, Videospielen und mobiler Werbung. Kein Wunder also, dass der S&P 500 Information Technology Index in der jüngsten Vergangenheit stark zugelegt hat, nachdem er im Anschluss an die Dotcom-Krise über rund 15 Jahre dem Gesamtindex hinterherhinkte. Im Hinblick auf die Performance haben die im S&P 500 notierten IT-Unternehmen den Gesamtindex 2017 sogar klar geschlagen.

Ist dieser rasante Anstieg ein Vorbote für einen erneuten Crash bei den Technologieaktien? Nein, sagt Fondsmanager Poppe. Denn anders als zur Jahrtausendwende entwickeln sich die Gewinne der US-Technologieunternehmen solide. Seit 2013 hat der Gewinnanteil des IT-Sektors von rund 18,4 Prozent im Verhältnis zu allen Unternehmen im S&P 500 auf mittlerweile gut 22 Prozent zugelegt. Analysten erwarten, dass 2018 die 22,5-Prozent-Grenze deutlich überschritten werden könnte.

„Zugleich sind die IT-Konzerne besser gegen Risiken gerüstet", so Fondsmanager Poppe. Während die Gewinne im Zuge der Tech-Krise von 2001 noch kräftig eingebrochen seien, habe die Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 kaum Spuren in den Bilanzen der Technologietitel hinterlassen. So lag auch das auf die US-Technologiewerte entfallende Marktvolumen Anfang November dieses Jahres unter 25 Prozent, während es vor der Dotcom-Krise noch fast 35 Prozent ausgemacht hatte. Auch der Blick auf die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) – also der Kurs je Aktie im Verhältnis zum Gewinn je Aktie – deutet nicht auf eine Überbewertung hin. So liegt das KGV des S&P 500 Information Technology Index nur leicht über jenem des marktbreiten S&P 500. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 wurden US-Technologiewerte im Schnitt mit einem KGV von deutlich über 50 gehandelt, damals mehr als doppelt so viel wie im gesamten S&P 500.

Profitable Technologien


Der IT-Sektor in den USA entwickelt nicht nur bahnbrechende Ideen, sondern auch ein profitables Geschäft. Der Anteil der Gewinne der Branche an den Gesamtgewinnen im S&P 500 ist gestiegen.

Quelle: Bloomberg Finance L.P., Stand: 11/2017

Ein IT-Trend jagt den nächsten

Über die finanziellen Kennzahlen hinaus spricht auch die Breite des technologischen Aufschwungs für eine gute Ausgangslage. War die Börse um die Jahrtausendwende vor allem durch visionäre Ideen getrieben, werden bahnbrechende Technologien heute profitabel umgesetzt.

Ein Beispiel: Konzerne wie Microsoft, SAP oder Adobe setzen längst auf das Prinzip „Cloud first". Software wird „as a Service" vermietet und von Kunden direkt im Netz genutzt. Ob pure Rechenpower oder komplexe Datenanalyse, so gut wie jede IT-Dienstleistung wird inzwischen „as a Service" angeboten. Vom Aufbau der entsprechenden Infrastruktur profitieren auch Chiphersteller und Netzausrüster.

Unterstützt wird dies dadurch, dass Daten heute in Echtzeit und praktisch überall verfügbar sind – ob als Datenbankanwendung, Werbeanzeige oder Stream. Dem Smartphone folgte eine Reihe immer neuer, für verschiedene Anwendungen geeignete Hardware wie Tablet, Virtual-Reality-Brille oder smarte Lautsprecher. Moderne Sensorik, wie sie heute in intelligenten Fabriken oder selbstfahrenden Autos zum Einsatz kommt, prägt derweil die Industrie. Künstliche Intelligenz ist ein weiterer Treiber des Sektors. Schon 2011 ließ IBMs Supercomputer „Watson" bei der Quizsendung „Jeopardy!" zwei Herausforderern, die zu den erfolgreichsten Kandidaten der TV-Show gehörten, keine Chance.

Die Kehrseite dieser Entwicklung: kurze Produktzyklen und die Gefahr schneller Entwertung geistigen Eigentums. Der gesunkene Stern des ehemaligen finnischen Handy- und Netzinfrastrukturkonzerns Nokia ist ein Beispiel dafür. Als eines der raren großen IT-Unternehmen mit europäischen Wurzeln gilt heute der deutsche Firmensoftware-Anbieter SAP. Die im Stoxx Europe 600 gelisteten IT-Konzerne bringen es aber nur auf einen Anteil von rund vier Prozent im Index. Anleger, die auf IT-Aktien setzen wollen, müssen sich also weltweit umsehen.

Auf der Überholspur


Nach der Dotcom-Krise im Jahr 2000 sind US-Technologiewerte dem breiten Markt knapp 15 Jahre lang hinterhergelaufen. Doch 2017 konnten IT-Werte den S&P 500 bislang deutlich schlagen. Die Bewertung des Sektors liegt dennoch nur knapp über der des S&P 500.

Quelle: Thomson Reuters Datastream, S&P Dow Jones Indices LLC, Stand: 11/2017

IT-Boom in Asien

Neben den Vereinigten Staaten lohnt vor allem auch ein Blick auf die Schwellenländer Asiens. Denn mittlerweile macht die Informationstechnologie im MSCI Emerging Markets einen Anteil von rund 30 Prozent aus. Dominiert wird dieser Index von den Konzernen des MSCI Emerging Markets Asia, in dem IT-Unternehmen einen Anteil von rund 40 Prozent auf sich vereinen.

Ähnlich wie in den Industrieländern habe auch in den Schwellenländern ein Ausleseprozess stattgefunden, erklärt Elke Schoeppl-Jost, Fondsmanagerin des DWS Top Asien. „Dies hat dazu geführt, dass Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen innerhalb des Sektors an Bedeutung und damit auch in den Branchenindizes an Gewicht gewonnen haben." Sei es der südkoreanische Konzern Samsung oder Tencent und Alibaba, die chinesischen Gegenstücke von Facebook und Amazon. Gleichwohl seien auch die asiatischen IT-Konzerne, ähnlich wie ihre Pendants aus den USA, stark diversifiziert.

In die Ferne schweifen

Ob Anleger nun eher Technologieunternehmen aus Asien oder doch jene aus den USA präferieren, ist nicht so entscheidend. Denn in beiden Fällen gilt vor allem eines: Wer vom IT-Boom profitieren will, der muss in die Ferne schweifen.

Technologie gibt den Ton an

Deutsche AM Smart Industrial Technologies

Anlagestrategie: Fondsmanager Marcus Poppe hat sich der Technologie der industriellen Zukunft verschrieben. Streng genommen waren zuletzt nur elf Prozent des Fonds IT-Werte. Doch zahlreiche Unternehmen aus den Feldern Automatisierung, Energieeffizienz, Gesundheitswesen, Digitalisierung oder Infrastruktur sind ebenfalls ein Teil der Wertschöpfungskette oder treiben die IT-Entwicklung voran.

Risikofaktoren: Der Anteilswert kann wegen der Fokussierung auf wenige Branchen kurzfristig stark schwanken.

ISIN DE0005152482
Ausgabeaufschlag 5,00%
Gesamtkostenquote[1] 1,45%
DWS-Risikoklasse[2] 4 von 4



DWS Top Asien

Anlagestrategie: Wer wie das Fondsmanager-Duo Elke Schoeppl-Jost und Sean Taylor in wachstumsstarke Unternehmen aus dem asiatischen Raum investieren will, kommt am Thema Informationstechnologie nicht vorbei. So betrug der Tech-Anteil im Portfolio des DWS Top Asien Ende Oktober 2017 rund 38 Prozent. Aktien aus China, Japan und Südkorea machen zusammen zwei Drittel des Fondsportfolios aus.

Risikofaktoren: Zusätzlich zu den Kursrisiken im asiatisch-pazifischen Raum bestehen Währungsrisiken.

ISIN DE0009769760
Ausgabeaufschlag 4,00%
Gesamtkostenquote[1] 1,45%
DWS-Risikoklasse[3] 3 von 4



DWS Technology Typ O

Anlagestrategie: Technologieunternehmen in Reinform bündelt der DWS Technology Typ O. Manager Frederic Fayolle hatte zuletzt knapp 85 Prozent des Kapitals in zumeist sehr hochkapitalisierte Aktien aus den USA angelegt. Dazu gehören beispielsweise Suchmaschinenbetreiber, Smartphone- und Chiphersteller sowie soziale Netzwerke. Aktien aus anderen Ländern spielten dagegen eine untergeordnete Rolle.

Risikofaktoren: Der Anteilswert kann wegen der Fokussierung auf wenige Branchen kurzfristig stark schwanken.

ISIN DE0008474149
Ausgabeaufschlag 0,00%
Gesamtkostenquote[1] 1,70%
DWS-Risikoklasse[2] 4 von 4

1. Stand: 30.09.2017

2. Für Fonds der DWS-Risikoklasse 4 gilt: Der Fonds weist aufgrund seiner Zusammensetzung/ der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine deutlich erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume erheblichen Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein. Der Fonds eignet sich daher nur für den erfahrenen Anleger, der mit den Chancen und Risiken volatiler Anlagen vertraut und zudem in der Lage ist, vorübergehend hohe Verluste hinzunehmen.

3. Für Fonds der DWS-Risikoklasse 3 gilt: Der Fonds weist aufgrund seiner Zusammensetzung/der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein.

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