Inflation – das schleichende Gift für Ersparnisse

Wenn die Teuerungsrate steigt, schwindet in der Niedrigzinsphase der Wert konservativ angelegter Gelder. Vor dem Schreckgespenst Inflation muss sich aber niemand fürchten, denn es gibt eine Reihe von wirksamen Gegenmitteln.

 

Eine Briefmarke im Wert von mehreren Millionen Mark, mit Geldscheinen tapezierte Wände, Menschen, die mit Körben voller Geld beim Bäcker Schlange stehen: Es sind die Schwarzweißbilder aus den 1920er-Jahren, die viele Deutsche im Kopf haben, wenn sie an Inflation denken. Damals sorgte die rasante Geldentwertung für eine schwere wirtschaftliche Krise. Heute ist die Angst vor einer solchen Hyperinflation hierzulande unberechtigt, denn die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen zwar, aber nur relativ langsam. Von Januar bis Juli 2017 lag die Inflationsrate in Deutschland im Durchschnitt bei 1,78 Prozent. Für das Gesamtjahr erwarten die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrer Gemeinschaftsprognose 1,8 Prozent. Zum Vergleich: In der Eurozone lag die Inflationsrate im Juli 2017 bei 1,3 Prozent.

 

Mini-Zinsen auf Sparkonten.

Doch auch in kleinen Dosen kann Inflation Gift für die Ersparnisse sein. Besonders dann, wenn das Kapital auf kaum verzinsten Sparkonten liegt. Beispiel Tagesgeldkonto: Anfang August 2017 lag der durchschnittliche Zins nach Angaben der FMH-Finanzberatung bei 0,15 Prozent. Bei 1,8 Prozent Inflation verlieren die Ersparnisse also 1,65 Prozent im Jahr an Wert. Konservativ angelegte Gelder büßen also durch negative Realzinsen (Sparzins minus Inflation) Jahr für Jahr an Kaufkraft ein, auch wenn die Teuerungsrate relativ gering ist. Die Folgen können langfristig gravierend sein. Denn so wichtig, wie der Zinseszinseffekt – den Albert Einstein einst „die stärkste Kraft im Universum“ nannte – für den Vermögensaufbau ist, so verheerend kann sich die Inflation auf das Ersparte auswirken.

 

Eine vereinfachte und etwas überzogene Beispielrechnung macht das deutlich: Bei sechs Prozent Inflation verliert Geld binnen zwölf Jahren die Hälfte seiner Kaufkraft. Ein Sparer, der jetzt 100.000 Euro auf ein schlecht verzinstes Sparbuch legt, müsste um den Verlust von knapp 50.000 Euro fürchten. Neu ist dieses Phänomen nicht. Seit 2008 ist der Realzins für Tagesgeld im Durchschnitt negativ. Das Paradoxe: Das Volumen von Tagesgeldkonten steigt immer weiter. Laut Bundesbank schlummern momentan 2,2 Billionen Euro in Deutschland auf Tagesgeld- und Girokonten.

 

Rezepte gegen den schleichenden Wertverlust

Wie lässt sich das Ersparte gegen Inflation absichern? Die gute Nachricht: Es gibt eine große Auswahl von Mitteln gegen das schleichende Gift. Beispielsweise Aktien. Denn wer Aktien kauft, wird Miteigentümer an einem Unternehmen. Steigt das Preisniveau, fallen auch die Gewinne der Unternehmen höher aus, wenn sie für ihre Waren und Dienstleistungen mehr Geld verlangen können. Doch das trifft nur auf Unternehmen zu, die eine starke Position in ihrem Markt haben und regelmäßig höhere Preise durchsetzen können. Wer die Auswahl solcher Unternehmen lieber Profis überlassen möchte, kann zu Aktienfonds greifen. In den vergangenen 20 Jahren konnten Anleger laut Fondsverband BVI mit international investierenden Fonds eine durchschnittliche Rendite von 5,1 Prozent pro Jahr erzielen (10-Jahres-Volatilität 14,4% p.a.).

 

Auch Immobilien gelten als inflationssicher. Wer sein Kapital breit über verschiedene Objekte und Regionen streuen will, kann zu offenen Immobilienfonds greifen. Laut BVI konnten Anleger damit in den vergangenen 20 Jahren 2,7 Prozent jährliche Rendite einfahren. Die Kurse der Fonds schwankten auf 10-Jahres-Basis im Schnitt um gerade einmal 0,7 Prozent pro Jahr.

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