Gute Nachrichten liefert die deutsche Wirtschaft zur Zeit wie am Fließband. Die Auftragsbücher sind voll, die Beschäftigung hoch und die Stimmung der Unternehmer bestens. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich weiter in einem kräftigen Aufschwung und könnte im dritten Vierteljahr 2017 das hohe Expansionstempo des ersten Halbjahres gehalten haben“, attestiert sogar die Deutschen Bundesbank in ihrem Monatsbericht für Oktober [1].

Die wichtigste Säule des Aufschwungs sei dabei weiterhin die Industrie. Dort gibt es heute so viele Beschäftigte wie selten zuvor. Derzeit arbeiten mehr als 5,5 Millionen Menschen im verarbeitenden Gewerbe, zeigen Auswertungen des Statistischen Bundesamts (Stand: 16.10.2017). Kein Wunder: Die Auftragslage der deutschen Unternehmen ist “ausgezeichnet”, berichten die Ökonomen der Bundesbank im Monatsbericht.

Einen kleinen Dämpfer zeigen die September-Zahlen: Im letzten Monat des dritten Quartals ist die deutsche Industrieproduktion um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken. Der Rückgang relativiert sich allerdings durch die besonders starken August-Zahlen. Im dritten Quartal 2017 lag die deutsche Industrieproduktion immerhin um 0,8 Prozent über ihrem durchschnittlichen Niveau der Vorperiode.

„Made in Germany“ weltweit gefragt

Der Auftragseingang der deutschen Industrie hat sich im August sogar deutlich besser entwickelt, als es viele Experten erwartet hatten. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Stand: 06.10.2017) stiegen die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent.

Die vom Nachrichtendienst Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg von nur 0,9 Prozent prognostiziert. „Die Bestelltätigkeit hat sich zuletzt von hohem Niveau aus nochmals erhöht“, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium die Zahlen. Die deutsche Industrie rechnet zudem mit steigenden Exporten und setzt dabei auf die anziehende Konjunktur in den anderen Euro-Staaten.

Das Barometer der ifo-Exporterwartungen stieg im Oktober auf den höchsten Wert seit Februar 2011. „Wichtigster Treiber dieser Entwicklung ist der Aufschwung in der Eurozone“, kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest (in einer Pressemitteilung vom 25.10.2017) die neuen Zahlen.

Gute Stimmung bei den Unternehmen

Auch die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen hat ein neues Allzeithoch erreicht. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf einen neuen Rekordwert von 116,7 Punkten. Der Index gilt als eines der wichtigsten Stimmungsbarometer und als relativ zuverlässiger Frühindikator für die Entwicklung der deutschen Konjunktur. Der Index basiert auf einer regelmäßigen Umfrage unter mehrenen tausend Unternehmen.

Geschäftsklima so gut wie selten

Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im Oktober auf einen neuen Rekordwert von 116,7 Punkten. Die Unternehmen blicken sehr optimistisch auf die kommenden Monate. Auch die sehr gute aktuelle Geschäftslage korrigierten sie nach oben.

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Oktober auf einen neuen Rekordwert von 116,7 Punkten gestiegen. Die Unternehmen blicken sehr optimistisch auf die kommenden Monate.
Quelle: ifo Institut; Stand: 25.10.2017

„Die Unternehmen sind zuversichtlich und das Verbrauchervertrauen ist auf dem höchsten Stand seit 2001“, resümiert Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der Deutschen Asset Management in seinem aktuellen CIO-View vom 24.10.2017. Auch für 2018 ist Kreuzkamp zuversichtlich: „Der aktuelle Konjunkturherbst bekommt seinen zweiten Frühling. Dies dürfte im kommenden Jahr die Märkte weiter stützen, auch in Hinblick auf von uns erwartete moderate Inflationszahlen und vorsichtige Zentralbanken“, schreibt Kreuzkamp im CIO-View.

Rekordkurse von steigenden Gewinnerwartungen gestützt

Der Boom in Deutschland hat auch viele Börsianer in Feierlaune versetzt. Nicht zuletzt dank der guten Konjunktur sind die Aktienindizes hierzulande auf neue Rekordstände gestiegen. Was die Rekordstände verdaulich macht: Nicht nur die Kurse steigen, sondern auch die Gewinnschätzungen der Aktienanalysten.

Ambitionierte Bewertung

Der Dax liegt zwar über seinem Durchschnitt der vergangenen 15 Jahren von 11,9, aber noch immer in einem relativ moderaten Bereich. Dank der erwarteten Gewinnsteigerungen der Unternehmen prognostizieren die Experten der Deutschen Asset Management in den kommenden zwölf Monaten für Dax ein durchschnittliches KGV von 13,3

Der Dax liegt zwar über seinem Durchschnitt der vergangenen 15 Jahren von 11,9. Dank der erwarteten Gewinnsteigerungen der Unternehmen prognostizieren die Experten der Deutschen Asset Management in den kommenden zwölf Monaten für Dax ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,3.
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand: 26.10.2017; Deutsche Asset Management CIO-View vom 24.10.2017

In den kommenden zwölf Monaten erwarten die Experten der Deutschen Asset Management für den Dax ein durchschnittliches KGV von 13,3 (CIO View; Stand: 24.10.2017).

Eine gute Möglichkeit sich an der Entwicklung deutscher Aktien breit gestreut zu beteiligen, bieten Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Deutschland. Das Management des DWS Deutschland setzt beispielsweise auf große Standardwerte und mischt Nebenwerte flexibel entsprechend der Markterwartung bei. Das Auswahluniversum des Fonds umfasst rund 500 deutsche Aktiengesellschaften, inklusive der bekannten Dax- und MDax-Unternehmen.

Risiken von Aktienanlagen nicht ausblenden

Anleger sollten allerdings nicht blind auf den fahrenden Zug aufspringen. Denn einige potenzielle Risiken dürften sie auf absehbare Zeit weiterhin begleiten. „Wirtschaftlich hat sich die Welt 2017 besser als gedacht entwickelt. Das politische Resümee fällt gemischter aus. Das liegt auch an den USA, die die Steuerreform noch schuldig sind“, erklärt Kreuzkamp.

Bei allen positiven Aussichten für die deutsche Wirtschaft gilt zudem: Der Anteilspreis des Fonds kann stark schwanken mit entsprechend hohen Gewinn- und Verlustchancen. Bei Aktienfonds, die sich in ihrer Anlage auf eine Region konzentrieren, können die Schwankungen bei negativen wirtschaftlichen oder politischen Entwicklungen besonders hoch ausfallen.

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1. Stand: 23.10.2017

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