Die Entwicklung und Einführung neuer Technologien schreitet immer schneller voran. Dauerte es zum Beispiel noch ungefähr 30 Jahre, bis die meisten Menschen Zugang zu Elektrizität bekamen und mehr als 50 Jahre, bis sich das Telefon durchgesetzt hatte, so vollzog sich der globale Siegeszug von Smartphones in kaum zehn Jahren. Künstliche Intelligenz, Virtual Reality oder Robotik – diverse Studien des Marktforschungsinstituts Tractica zeigen: Das erwartete künftige Wachstum neuer Technologien ist enorm.[1]

High-Tech mit Wachstumspotenzial

Alleine der Markt für künstliche Intelligenz soll bis 2025 weltweit von 7,3 Milliarden Dollar im laufenden Jahr auf rund 90 Milliarden Dollar wachsen.[1] Anwendungen aus dem Segment virtuelle Realität haben das Potenzial, medizinische Therapien und die Bildung zu revolutionieren. Der Markt für derartige Anwendungen soll in den kommenden sieben Jahren von einer auf 12,6 Milliarden Euro wachsen.[2] Im Segment Robotik, zu dem auch autonome Fahrzeuge und unbemannte Luftfahrzeuge zählen, erwarten die Experten bis 2025 weltweit sogar ein Marktvolumen von knapp einer halben Billion Dollar – das entspräche einer Verzehnfachung des heutigen Volumens von 52,7 Milliarden Dollar.[3]

Deutsche Produkte international gefragt

Technologieriesen wie Apple, Amazon oder Google zählen inzwischen zu den wertvollsten Unternehmen weltweit. Die Aktien haben Anlegern in den vergangenen Jahren entsprechend hohe Renditen geboten. Was viele Anleger vielleicht weniger auf dem Schirm haben: Diese Konzerne waren längst nicht die einzigen Profiteure der weltweiten Digitalisierung. Auch deutsche High-Tech und IT-Unternehmen sind in ihren Bereichen außerordentlich erfolgreich. Die deutsche IT-Branche ist international wesentlich erfolgreicher, als man gemeinhin annehmen könnte.

So stieg zum Beispiel das Exportvolumen deutscher ITK-Produkte (Geräte und Ausrüstung der Informations- und Kommunikationstechnik) laut Daten des Branchenverbands Bitcom im Jahr 2017 um sieben Prozent auf 38,1 Milliarden Euro. Besonders kräftig legte die Nachfrage nach deutscher IT-Hardware mit einem Anstieg um 19 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro zu. „Das boomende Auslandsgeschäft belegt die weiter zunehmende Bedeutung digitaler Technologien für Produktion und Wertschöpfung“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Rekordzahlen.[4]

Wie groß das Interesse im Ausland an deutschen High-Tech-Unternehmen ist, zeigt auch, dass diese ganz oben auf der Einkaufsliste ausländischer Investoren stehen. Alleine der Wert der chinesischen Übernahmen in Deutschland stieg laut einer Studie der Wirtschaftsberatung Ernst & Young 2017 um neun Prozent auf einen Rekordwert von 13,7 Milliarden US-Dollar.[5]

Unternehmen auf Wachstumskurs

Die Chancen, dass der deutsche High-Tech-Sektor sein Rekordwachstum auch in Zukunft fortsetzen kann, stehen aktuell sehr gut. Die Auftragsbücher von Software-Anbietern und IT-Dienstleistern in Deutschland sind laut Angaben des Digitalverbands bis zum Rand gefüllt und versprechen für die kommenden Jahre gute Wachstumschancen. „Bei den Unternehmen herrscht mit Blick auf die weitere Entwicklung breite Zuversicht“, wird Berg in einer Pressemeldung zitiert.[6] Insgesamt rechnen 86 Prozent der deutschen IT- und Telekommunikationsunternehmen für das Jahr 2018 mit weiter steigenden Umsätzen.

Steigende Umsätze erwartet

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Die Zeichen in der deutschen Tech-Branche stehen auf Wachstum. 86 Prozent der IT- und Telekommunikationsunternehmen erwarten für das Jahr 2018 steigende Umsätze.
Quelle: Bitcom Research; Stand: Mai 2018

Auch auf dem Arbeitsmarkt kann die Tech-Branche in Deutschland ein Rekordwachstum vermelden. Für das laufende Jahr rechnet der Digitalverband Bitkom mit einem Plus von 42.000 neuen Stellen. In den kommenden Jahren soll die Zahl weiter steigen. Mit mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten ist die Digital-Branche inzwischen bereits der größte industrielle Arbeitgeber hierzulande.[7]

Gute Stimmung in der Tech-Branche

Insgesamt zeigt sich ein Großteil der deutschen High-Tech-Unternehmen daher äußerst zuversichtlich, was die künftige Entwicklung angeht. So ist der Bitkom-Index, der auf Grundlage einer halbjährlichen Umfrage durch Bitkom-Research die Umsatzerwartungen in der deutschen Tech-Branche widerspiegelt, im ersten Halbjahr 2018 mit 78 Punkten auf einen neuen Höchstwert geklettert.[8] Damit konnte sich die Brache deutlich von den zuletzt eher verhaltenen Konjunkturerwartungen der restlichen Industrie abheben.

Branchen-Barometer auf Höchstwert gestiegen

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Das Bitkom-Branchenbarometer hat im ersten Halbjahr 2018 mit 78 Punkten einen neuen Höchstwert markiert und sich gegenüber der allgemeinen Stimmungslage in der deutschen Industrie weiter abgesetzt.
Quelle: Bitcom Branchenbarometer; Stand: Mai 2018

Damit sich der High-Tech-Standort Deutschland auch in Zukunft gegen die Konkurrenz, insbesondere aus den USA und China, durchsetzen kann, will die Bundesregierung mit einer neuen Strategie die Anwendung Künstlicher Intelligenz für mittelständische Unternehmen nun auch gezielt unterstützen. Deutsche Unternehmen sollen so in den kommenden Jahren von einem Fördervolumen von zusätzlich bis zu 1,8 Milliarden Euro profitieren.[9]

Deutsche Technologieunternehmen bald in klassischen Börsensegmenten

Der Erfolg deutscher Tech-Unternehmen zeigt sich auch in den Börsenkursen. So hat der Technologieindex TecDax seit seiner Auflegung am 24. März 2003 zum Beispiel um einige Prozentpunkte besser abgeschnitten, als das Who’s Who der weltweiten Tech-Riesen, die im amerikanischen Börsenindex Nasdaq 100 gelistet sind.

Auch die deutsche Börse hat die wachsende Bedeutung der Branche erkannt und eine revolutionäre Indexumstellung angekündigt. Ab kommendem Herbst werden die deutschen Tech-Werte nicht mehr von „klassischen“ Unternehmen getrennt.[10] Werte aus dem TecDax können dann auch im MDax, Dax oder SDax landen. Ein Wechsel in die größeren und in der Investmentbrache stärker beachteten Indizes könnte sich dann auch in steigenden Kursen widerspiegeln. Auch wenn die deutschen Tech-Werte mit der Marktkapitalisierung der US-Technologiebörse Nasdaq nicht annähernd mithalten können, sollte das Segment nicht unterschätzt werden.

1. Quelle: Tractica: Artificial Intelligence Market Forecast, Stand: Dezember 2017

2. Quelle: Tractica: “Virtual Reality for Enterprise and Industrial Markets”, Stand: Mai 2018

3. Quelle: Tractica: “Robotics Market Forecasts”, Stand: Mai 2018

4. Quelle: Bitcom: Außenhandel mit Informations- und Kommunikationstechnik 2017 auf Rekordniveau, Stand: April 2018

5. Quelle: Ernst&Young: „Chinesen geben Rekordsumme für deutsche Unternehmen aus“, Stand: Januar 2018

6. Quelle: Bitcom Research; Stand: Mai 2018

7. Quelle: Bitcom: „Rekordwachstum im Arbeitsmarkt der ITK-Branche“; Stand: Februar 2018

8. Quelle: Bitcom Branchenbarometer; Stand: Mai 2018

9. Quelle: dpa Agenturmeldung; Stand: 01. Juni 2018

10. Quelle: Deutsche Börse;  Pressemitteilung vom 18. Mai 2018

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