Über 13 Prozent hat der deutsche Leitindex Dax in den Kursturbulenzen im ersten Quartal 2018 verloren.[1] Damit ist er einer von mehreren Aktienmärkten, die seit dem Jahreswechsel nicht mehr an die Performance des letzten Jahres anknüpfen können. Doch es gibt einige Gründe, die eine moderat positive Einschätzung für deutsche Titel nahelegen. Fünf Fakten, die für deutsche Aktien sprechen könnten, trotz herausfordernder Rahmenbedingungen wie einem weit fortgeschrittenen Konjunkturzyklus, erhöhten politischen Risiken und einer nicht mehr so lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank.

1. Fakt: Deutsche Aktien sind fair bewertet

Nach fast zehn Jahren Börsenhausse erreichen die weltweiten Indizes vielerorts nicht nur neue Höchststände, sondern werden auch immer teurer. Die Aktienbewertungen in den USA beispielsweise sind, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), historisch hoch. In Deutschland hingegen liegt der Dax mit einem KGV von rund 13 sogar unter dem Durchschnitt seit 2008.[2] Das spricht dafür, dass der deutsche Aktienmarkt noch nicht heiß gelaufen ist, und die Kurse noch weiter Potenzial haben könnten.

Nicht exzessiv bewertet

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Trotz einer langen Börsenhausse ist der Dax – gerade nach der jüngsten Korrektur – nicht sehr hoch bewertet. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von circa 13 liegt die Bewertung sogar unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre von knapp 15.
Quelle: Bloomberg, Stand: 6.07.2018

2. Fakt: Intakter Gewinntrend und reichlich Dividenden

Eine Bedingung für steigende Kurse sind in der Regel steigende Gewinne der Unternehmen. Hier stehen die Zeichen gut, auch wenn die Gewinne wohl nicht mehr so stark wachsen wie in der Vergangenheit. So rechnen die Experten der DWS damit, dass die Gewinne je Aktie im Dax in den kommenden zwölf Monaten durchschnittlich um sieben Prozent steigen werden.[3] Steigende Gewinne wiederum schaffen die Möglichkeit für steigende Dividendenzahlungen. Bereits in diesem Jahr schütteten die deutschen Aktiengesellschaften viel Geld aus. Die Gesamtausschüttung aller Dax-Konzerne erreichte mit 35,8 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert.[[disclaimer:Dividendenadel, DSW: Dividendenstudie 2018, Stand: 17.04.2018]]

Steigende Gewinne und Dividenden-Rekorde

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Mit insgesamt 35,8 Milliarden Euro erreichte die Ausschüttungssumme der Dax-Konzerne in diesem Jahr einen neuen Rekordwert. Bleibt der positive Gewinntrend der Unternehmen weiterhin intakt, könnte es im neuen Jahr erneut hohe Dividendenzahlungen geben.
Quelle: Dividendenadel, DSW: Dividendenstudie 2018, Stand: 17.04.2018

3. Fakt: Viele Weltmarktführer – auch in der zweiten Reihe

Viele deutsche Konzerne verfügen im globalen Wettbewerb über eine dominante Marktposition, gerade börsennotierte Unternehmen aus der zweiten Reihe: Sowohl im MDax, SDax und TecDax gibt es eine beachtliche Anzahl von Unternehmen, die in ihren jeweiligen Nischen Weltmarktführer sind. So entsteht ein Umfeld wachstumsstarker Nebenwerte mit guten Ertragsaussichten.

4. Fakt: "Made in Germany" ist weltweit gefragt

Deutschland ist Exportweltmeister und profitiert von anhaltender Nachfrage nach deutschen Produkten. Wie gut der Ruf deutscher Produkte ist, beweist der Made-in-Country-Index des Statistik-Portals Statista. Eine weltweit durchgeführte Umfrage ergab, dass "Made in Germany" das stärkste Qualitätslabel für Waren und Dienstleistungen ist.[[disclaimer:Statista: Made-in-Country-Index 2017, Stand: 27.03.2017]] Vor allem in Asien wächst die Nachfrage nach deutschen Produkten. Die dort immer größer werdende Mittelschicht sowie die insgesamt höheren Einkommen dürften das Exportgeschäft Deutschlands auch in der Zukunft weiter unterstützen.

5. Fakt: Das globale Wachstum ist weiter in Takt

Trotz steigender Skepsis angesichts der politischen Auseinandersetzungen und drohenden Alleingängen einiger Staaten, zeigt sich die globale Weltwirtschaft weiterhin in einer guten Verfassung. Der globale Einkaufsmanagerindex signalisiert mit einem Punktestand von 54 (Mai 2018) weiterhin eine positive Geschäftsentwicklung.[4] Die Wachstumsprognosen des Bruttoinlandproduktes (BIP) für 2018 und 2019 der DWS für die Eurozone, USA und Asien zeigen ebenfalls keine großen Korrekturen nach unten. Als Exportnation profitiert Deutschland ganz besonderes von einer robusten Weltwirtschaft.

Mehr zu dem Thema und zu konkreten Anlagemöglichkeiten in deutsche Aktien

1. Quelle: Bloomberg, Zeitraum: 23.01.2018 bis 26.03.2018

2. Bloomberg Intelligence, Stand: 26.03.2018

3. Quelle: Deutsche Asset Management Investment GmbH, CIO View; Stand: 07/2018

4. IHS Markit, Purchasing Managers Index, Stand: 06.07.2018

CIO View

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