Europa kann weiter mit guten Nachrichten punkten, zumindest wenn man die Entwicklung der Wirtschaft betrachtet. So hat sich zum Beispiel der vom Wirtschaftsforschungsinstitut Markit erhobene Einkaufsmanagerindex im April unverändert bei 55,2 Punkten gehalten[1]. Der Index gilt als wichtiger Frühindikator für die Konjunktur und wird von Experten geschätzt, weil er oft einen guten Überblick über die konjunkturelle Lage gibt. Der Index beruht auf einer Umfrage unter 5000 europäischen Unternehmen in der Industrie und im Servicesektor[1].

Wirtschaft in Europa: im grünen Bereich

Mit 55,2 Punkten blieb der Einkaufsmanager-Index zwar auf dem niedrigsten Wert seit Anfang 2017. Er hält sich damit aber klar über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

„Nach dem fulminanten Jahresauftakt blieb die Eurozone im April auf gedämpftem Wachstumskurs”, kommentiert IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson. Dass der Index von seinem Januar-Hoch von 58,8 Punkten nachgegeben hat, sei weder überraschend noch alarmierend. Er signalisiere noch immer recht kräftiges Wachstum.

Oberhalb der Wachstumsschwelle

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Auch wenn der Einkaufsmanagerindex von seinem Januar-Hoch etwas nachgegeben hat, befindet er sich gut 55 Punkten noch deutlich oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.
Quelle: IHS Markit Eurozone Composite Index, Stand: April 2018

Moderates Wachstum und moderat steigende Unternehmensgewinne erwartet

Die Volkswirte des Internationalen Währungsfonds erwarten für das Gesamtjahr 2018 ein Wirtschaftswachstum von 2,4 Prozent.  Für die kommenden Jahre gehen sie allerdings von einer Abschwächung des Wachstums aus[2]. Die Kapitalmarktexperten der DWS sehen die Wirtschaft in der Eurozone 2018 ebenfalls auf moderatem Wachstumskurs. Für das Gesamtjahr rechnen sie im CIO View vom 17. April 2018 mit einem Wirtschaftswachstum von immerhin 2,3 Prozent[3].

Auch beim Gewinnwachstum der europäischen Unternehmen sieht es gut aus. Laut den Prognosen der DWS dürften die Gewinne dieses Jahr mit einem Plus von neun Prozent erneut kräftig zulegen[3]. Insgesamt dürften die Unternehmen im Euroraum im laufenden Jahr noch von einem positiven ökonomischen Umfeld profitieren.

Moderates Wirtschaftswachstum30_04_18_int_bip.png

Die Wirtschaft in der Eurozone liegt weiter auf Wachstumskurs. Im kommenden Jahr gehen die Experten des Internationalen Währungsfonds allerdings von einer leichten Abschwächung des Wachstums aus.
Quelle: World Economic Outlook April 2018, Internationaler Währungsfonds (IWF), stand: 17. April 2018

Was bedeutet das für Anleger?

Für Aktienanleger sollten das gute Perspektiven sein, trotz aller Unsicherheiten. „Eine nachhaltige Marktkorrektur in so einem starken Wirtschaftsumfeld käme sehr überraschend“, schreibt auch Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der DWS im CIO View[3]. Einen Bärenmarkt, also eine längere Phase mit sinkenden Aktienkursen, habe es in den vergangenen 50 Jahren nur einmal außerhalb einer Rezession gegeben, und zwar im Jahr 1987.

Allerdings könne das seit drei Jahren gleichbleibende Wachstum zu gewissen Ermüdungserscheinungen an den Börsen führen, die nach Beschleunigung und Überraschung gierten. „Entsprechend sind unsere Ertragserwartungen für 2018 nicht sehr ambitioniert“, so Kreuzkamp. Insgesamt könnten Anleger aber mit einem guten Börsenjahr 2018 und moderaten Gewinnen rechnen. Die Analysten der DWS gehen beim Euro-Stoxx-50-Index, der sich aus 50 großen, börsennotierten Unternehmen des Euro-Währungsgebiets zusammensetzt, von einem Kursziel von 3.640 Punkten per Ende März 2019 aus.

Mögliche Risikofaktoren für Anleger

Trotz den moderat guten Wachstumsaussichten bleibt der europäische Aktienmarkt vermutlich kein Umfeld für Anleger mit schwachen Nerven. Die Experten der DWS rechnen 2018 mit ruppigeren Märkten als im vergangenen Jahr. Schließlich mangele es nicht an möglichen Auslösern für Turbulenzen. Sorgen bereitet den Experten unter anderem, dass in der zweiten Jahreshälfte die vier großen Zentralbanken erstmals seit langem in ihre Bilanzsumme zurückfahren dürften und sich Aktien-, Anleihe- und Immobilienbewertungen zum Teil weiterhin am oberen Ende der historischen Spanne bewegen dürften[3].

In Frankreich könnten darüber hinaus drohende Streiks im Zusammenhang mit einer geplanten Reform des Arbeitsrechtes negative Auswirkungen auf die Wirtschaft haben. Zudem sorgen sich die Experten, dass aggressive protektionistische Töne aus dem Weißen Haus zu einem "Unfall" in der Welthandelspolitik führen können. So beharrte US-Präsident Donald Trump bei seinem jüngsten Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf seiner Position – er will das Handelsdefizit mit Europa abbauen, notfalls mit Strafzöllen.

Anleger, die sich in der Eurozone engagieren wollen, können dies beispielsweise mit dem aktiv gemanagten Aktienfonds Deutsche Invest I Top Euroland.

Alle Infos zum Deutsche Invest I Top Euroland

1. Quelle: IHS Markit, Stand 23. April 2018

2. Quelle: World Economic Outlook April 2018, Internationaler Währungsfonds (IWF), Stand: 17. April 2018

3. Quelle: CIO View, "Eins geht noch", Stand: 17. April 2018

CIO View

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