Indien das neue China? Nicht nur auf Grund der enormen Bevölkerungszahl (Indien: 1,33 Milliarden; China 1,39 Milliarden) kann sich Indien inzwischen mit China messen. Auch die Wachstumsraten seiner Wirtschaft sind mittlerweile vergleichbar. Teilweise wächst die indische Wirtschaft sogar dynamischer als die Chinas. Und dieser Trend könnte sich bis 2022 sogar verstärken.

So prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2017, dass die indische Wirtschaft um 7,2 Prozent wachsen werde, während die Schätzungen für China bei 6,6 Prozent liegen.

Wirtschaftswachstum: Indien sticht China

Noch deutlicher wird der Unterschied bei den langfristigen Prognosen: Während die Wachstumsrate in China 2022 bei 5,7 Prozent liegen soll, erwarten die Experten des IWF für den indischen Subkontinent in fünf Jahren ein Wirtschaftswachstum von 8,2 Prozent.

Die Voraussetzungen für das erwartete Wachstum sind nicht zuletzt dank des immensen Arbeitskräftepools sehr gut. Laut Prognosen des australischen Investmenthauses Macquarie soll die Anzahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter von 2015 bis 2025 um mehr als 100 Millionen Menschen wachsen. In China soll die Zahl im selben Zeitraum dagegen um 25 Millionen zurückgehen.

Indien – die neue Lokomotive der Weltwirtschaft?

Natürlich liegt das Niveau von Indiens Wirtschaftsleistung insgesamt noch weit unter dem Chinas. Doch der Subkontinent holt auf. Bis zum Jahr 2050 könnte Indien die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde werden. Kaufkraftbereinigt schätzen die Analysten des Unternehmensberaters PwC dann ein indisches BIP von 44,1 Billionen US-Dollar und für China von 58,5 Billionen Dollar.

Auch bei der Wettbewerbsfähigkeit holt Indien auf. Rangierte das Land beim globalen Wettbewerbsfähigkeits-Report 2015–16 des World Economic Forum noch auf Platz 55, so kletterte das Land im 2016–17er-Report auf Rang 39. China belegt Platz 28 unter 138 Nationen. Geht Indien seinen Weg erfolgreich weiter, könnte das Land damit zu einer neuen Lokomotive für die Weltkonjunktur werden.

Indiens Regierung bleibt aktiv

Die Regierung unter Ministerpräsident Narendra Modi versucht zudem sukzessive, durch Land-, Zoll,- Steuer- und Arbeitsmarktreformen Indien für Investoren attraktiver zu gestalten. In die Schlagzeilen gerieten die Reformbemühungen jüngst durch eine Bargeldreform, mit der Modi gegen die Schattenwirtschaft vorgehen will. Die größeren Geldscheine wurden dabei für ungültig erklärt und mussten bei Banken getauscht beziehungsweise eingezahlt werden.

Experten erwarten dadurch durchaus positive Effekte für die Börse in Mumbai. „Die Mittelzuflüsse inländischer Anleger dürften nach der Geldentwertung zulegen“ erklärt Marco Ravagli, Fondsmanager des DWS India in seinem aktuellen Kommentar. Künftig dürften Inder weniger in Gold und Immobilien investieren, dafür aber stärker in Finanzinstrumente.

Indiens Aktien bieten langfristig Chancen für Anleger

Aber auch ausländische Investoren zieht es vermehrt nach Indien. Alleine während des vergangenen Monats stiegen die Mittelzuflüsse ausländischer institutioneller Anleger um 4,6 Milliarden US-Dollar.

Hat der Subkontinent eine vergleichbar positive Entwicklung wie China vor sich, könnten auch Privatanleger mit einer Beimischung im Portfolio von dem starken Wachstumspotenzial der indischen Börse profitieren. „Stabile makroökonomische Indikatoren und eine robuste Wirtschaft ungeachtet der Geldentwertung bestärken uns in der Ansicht, dass der mittel- bis langfristige Ausblick für indische Aktien positiv bleibt“, sagt Ravagli.

Ein Blick auf die Wertentwicklung zeigt, dass für Anleger, die sich getraut haben, in diesen vergleichsweise exotischen Markt zu investieren, in der Vergangenheit sehr ansprechende Renditen drin waren.

Für Privatanleger empfiehlt es sich bei Investitionen in Indien auf die Expertise von erfahrenen Fondsmanagern wie Ravagli zu vertrauen. Sein Fonds, der DWS India, investiert beispielsweise in Aktien kleinerer, mittelgroßer und großer indischer Unternehmen, die nach Einschätzung der Experten dank starker Marktposition überdurchschnittlich gute Wachstumsperspektiven aufweisen.

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