Mythos 1: Die gesetzliche Rente reicht aus

Das ist zumindest eine gewagte Aussage. Schließlich kennt das Rentenniveau in Deutschland seit Jahren nur eine Richtung: nach unten. Als Rentenniveau bezeichnet man das Verhältnis zwischen einer Standardrente und dem Durchschnittseinkommen der Versicherten im selben Jahr. Laut einer Studie des Deutschen Aktieninstituts (DAI) könnte das gesetzliche Rentenniveau bis ins Jahr 2060 auf 41,2 Prozent des Nettoeinkommens (vor Steuern) fallen[[disclaimer:Quelle: Deutsches Aktieninstitut: Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen, Dezember 2016]]. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 betrug das Niveau noch 51,6 Prozent.

Der Renten-Beitragssatz könnte laut Studie im gleichen Zeitraum hingegen um fast 10 Prozentpunkte auf 27,2 Prozent steigen – zulasten der Arbeitnehmer. Die immer größere Schere zwischen Beiträgen und Renten hängt vor allem mit dem demographischen Wandel in Deutschland zusammen. Das DAI geht davon aus, dass sich durch die erhöhte Lebenserwartung bei niedriger Geburtenrate das Verhältnis zwischen Rentnern und Beitragszahlern in der Zukunft "schlagartig zum Negativen verändern" wird.

Mehr Ausgaben, weniger Rente

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Aufgrund des demographischen Wandels wächst die Zahl der Rentner in Deutschland. Für die Beitragszahler bedeutet das höhere Beitragssätze bei einem gleichzeitig vermutlich sinkenden Rentenniveau.
Quelle: Deutsches Aktieninstitut: Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen, Dezember 2016

Mythos 2: Zinspapiere sind das beste Instrument zum Vermögensaufbau

Gerade die letzten Jahre zeigen, dass Anleihen nicht unbedingt für sichere Renditen stehen müssen – im Gegenteil. Ein Beispiel: Die zehnjährigen Bundesanleihen. Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld bewegte sich die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen in den letzten zwölf Monaten zwischen 0,76 und 0,22 Prozent. Im Jahr 2016 rutschte die Verzinsung sogar in den negativen Bereich.

Auch heute noch lassen sich solche niedrig rentierenden Anleihen mit Blick auf die Inflation als Minus-Geschäft bezeichnen. So lag laut Statistischem Bundesamt die Geldentwertung im Mai 2018 voraussichtlich bei 2,2 Prozent – und damit deutlich höher als die Rendite der Bundesanleihen. Einfach ausgedrückt: Die Lebenshaltungskosten steigen schneller als die Erträge aus vermeintlich sicheren Anleihen.

Mythos 3: Aktien sind nur etwas für Spielernaturen

Die Historie zeigt, dass Aktien langfristig die höchsten Renditen brachten. Laut DAI haben Anleger mit einem einfachen Sparplan für deutsche Standardaktien (DAX) seit 1967 nach spätestens 20 Jahren Anlagedauer immer einen Gewinn erzielen können. Im schlechtesten 30-Jahreszeitraum betrug die jährliche Rendite 6,2 Prozent – im besten Zeitraum 13,6 Prozent[[disclaimer:Quelle: Deutsches Aktieninstitut; Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen, Dezember 2016; Historische interne Rendite des deutschen Aktienmarkts Dax 30; Datenquelle: Deutsche Börse AG und Stehle, 1967 bis 2015)]].

Vorteil für Aktien

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Je höher der Aktienanteil, desto höher war in der Vergangenheit die langfristige Rendite eines Portfolios mit Aktien und Anleihen. Der Aktienanteil wurde in dieser Beispielrechnung anhand der Wertentwicklung des Dax-Index simuliert. Für den Anleihen-Anteil wurde der Deutsche Rentenindex als Berechnungsgrundlage verwendet.
Quelle: Deutsches Aktieninstitut: Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen, Dezember 2016

Die Volatilität von Aktien ist bei einem langen Anlagehorizont wie der eigenen Altersvorsorge somit ein eher überschätzter Risiko-Faktor. Das Verlustrisiko nimmt mit steigender Anlagedauer ab – die durchschnittliche Langfrist-Rendite des Dax von fast zehn Prozent jährlich[[disclaimer:Quelle: Deutsches Aktieninstitut; Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen, Dezember 2016; Historische interne Rendite des deutschen Aktienmarkts Dax 30; Datenquelle: Deutsche Börse AG und Stehle, 1967 bis 2015)]] bleibt hingegen auf einem hohen Niveau.

Mythos 4: Für eine erfolgreiche Altersvorsorge sind hohe monatliche Sparsummen nötig

Auch hier gilt: Je früher, desto besser. Anleger, die bereits in jungen Jahren beginnen, für ihr Alter vorzusorgen, können sich auf den Zinseszins-Effekt verlassen. Dadurch verbessern sich die Aussichten auf einen langfristigen Anlageerfolg maßgeblich. Mit den passenden Fondssparplänen können Anleger bereits mit einer Einzahlung von 25 Euro pro Monat starten. Sparrhythmus und -raten können dabei individuell festgelegt werden.

Mythos 5: Das eigene Haus ist die beste Altersvorsorge

Immobilien bringen nicht automatisch Wertsteigerungen, sondern können ihren Besitzern unter Umständen auch Verluste bescheren. Zwar steigen die Preise vielerorts in Deutschland, doch nicht zuletzt die Immobilienkrise in Amerika hat gezeigt, dass der Preisauftrieb keineswegs ein Selbstläufer sein muss.

Der Traum vom Eigenheim ist zudem mit einer hohen Investitionssumme verknüpft. Das schmälert die Eigenkapitalrendite und ist zugleich ein Risiko: Zur Finanzierung müssen Immobilienkäufer oft hohe Kredite aufnehmen, zudem fließt meist ein Großteil des Vermögens in die Immobilie. Andere Anlageformen werden so vernachlässigt. Experten sprechen hier vom "Klumpenrisiko". Auch die laufenden Kosten für Wartung und Pflege, oder Renovierungen der Immobilie dürfen nicht vergessen werden.

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