1.     Wissenslücken schließen

Beim Hochschulabschluss und in Sachen Bildung gibt es laut einer aktuellen OECD-Studie zwischen Frauen und Männern in Deutschland zwar keinen Unterschied mehr (The Pursuit of Gender Equality: An Uphill Battle). Ganz anders sieht es allerdings bei der finanziellen Bildung aus. Hier offenbarte die Studie noch immer größere Wissenslücken unter den weiblichen Befragten.

Auch eine Studie des Vereins Deutsche Renten Information und der Frankfurter Goethe-Universität hat ergeben, dass 70 Prozent der Teilnehmer ihre Gesamtrente nicht richtig einschätzen konnten. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands, fordert daher eine „Bildungsinitiative um den notwendigen Durchblick zu schaffen, Versorgungslücken offenzulegen und Anreize zur privaten Vorsorge zu schaffen“. Denn nur wer umfassend informiert sei, könne einschätzen, wie es um das persönliche Einkommen im Alter bestellt sei und rechtzeitig reagieren.

2. Dem „Gender Pay Gap“ gegensteuern

Besonders für Frauen kann eine zusätzliche private Vorsorge entscheidend sein. Denn die OECD-Studie hat ebenfalls offenbart, dass Männer ab 65 Jahren in Deutschland im Schnitt fast doppelt so hohe Renten beziehen wie Frauen. In keinem anderen OECD-Land sei das Gefälle so hoch.

Rentnerinnen im Nachteil

Die Altersbezüge der Frauen in Deutschland fallen im Schnitt um 45,7 Prozent niedriger aus als die Renten der Männer. In keinem Industrieland geht die Schere im Alter weiter auseinander.

Die Altersbezüge von Frauen in Deutschland fallen im Schnitt um 45,7 Prozent niedriger aus als die Renten der Männer. In keinem Industrieland geht die Schere im Alter weiter auseinander.
Quelle: OECD

Die Gründe dafür sehen die OECD-Experten vor allem in den Rollenverteilungen vergangener Jahrzehnte, der mit 37 Prozent sehr hohen Teilzeitquote der Frauen sowie bei familienbedingten Auszeiten vom Beruf. Aber auch die Einkommensdifferenz von Männern und Frauen, der sogenannte „Gender Pay Gap“, liege in Deutschland mit 17,1 Prozent auf einem überdurchschnittlichen Niveau. Zum Vergleich: OECD-weit liegt der Lohnunterschied lediglich bei 14,3 Prozent.

3. Frauen haben größere finanziellen Risiken

Die Forscher bemängeln zudem, dass Frauen in Deutschland – wie auch in den meisten anderen Industrieländern – oft keinen genauen Überblick über ihre monatlichen Einkünfte und Ausgaben hätten. Überdies  seien sie in vielen Fällen schlechter gegen mögliche Krisen und Einnahmeausfälle abgesichert. Beispielsweise sei das Risiko,  im Falle einer Scheidung mehr als 20 Prozent des Einkommens zu verlieren, zweieinhalbmal so hoch wie das der Männer.

 4. Sinkende Rentenniveaus

Rentnerinnen und Rentner müssen in Zukunft wohl mit sinkenden Bezügen rechnen. So lag die Durchschnittsrente nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung 2016 im Schnitt bei 1.197 Euro im Monat. Daraus ergibt sich ein Rentenniveau von 47,9 Prozent. Laut Bundesregierung werden die Rentner hierzulande im Jahr 2030 allerdings nur noch mit 44,3 Prozent rechnen können. Zur Sicherung des Lebensstandards im Alter gelten aber 60 Prozent als Minimum.

5. Chancen der Kapitalmärkte nutzen

Wer bereits frühzeitig mit einer fondsgestützten Altersvorsorge zusätzliches Kapital aufbaut, verbessert seine Chancen, diese Rentenlücke rechtzeitig zu schließen. Berechnungen des deutschen Fondsverbandes BVI zeigen beispielsweise: Trotz aller Krisen und Schwankungen an den Märkten haben Mischfonds in den vergangenen 25 Jahren im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 6,0 Prozent eingebracht (Stichtag: 30. August 2016) – inklusive aller Kosten (siehe Grafik).

Bei der privaten Altersvorsorge können Fonds dank attraktiver Renditen einen wichtigen Beitrag liefern.

Bei der privaten Altersvorsorge können Fonds dank attraktiver Renditen einen wichtigen Beitrag liefern.
Quelle: BVI; Stichtag: 30. August 2016

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