Riester-Rente: Renditefalle Garantie-Versprechen

Beitragsgarantien drücken die Renditen von Riester-Renten, so eine Studie. Welche Alternativen es für Vorsorge-Sparer gibt.

Die Chancen, mit einer Riester-Rente die Versorgungslücke zu schließen, werden immer schlechter. So lautet das Fazit einer aktuellen Studie des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP)[1]. Kernpunkt der Kritik ist dabei die verpflichtende Beitragsgarantie bei Riester-Produkten im aktuellen Niedrigzinsumfeld. „Die meisten Produkte mit Garantie, bringen im derzeitigen Marktumfeld nahezu keine Rendite“, sagt Michael Hauer, Finanzprofessor und Geschäftsführer des IVFP.

In der Studie wurden 10.000 Szenarien für einen typischen Riester-Sparplan über 30 Jahre mit Fonds simuliert. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Simulationen ergaben eine Rendite zwischen null und einem Prozent. Berechnungen des Instituts zeigen: Ohne Beitragsgarantie hätten Anleger im selben Zeitraum zwischen 21 und 64 Prozent höhere Renditen erzielt.

Die Crux mit der Beitragsgarantie

Bei Riester-Sparplänen hat der Gesetzgeber vorgeschrieben, dass Sparer in der Auszahlungsphase mindestens das gesamte eingezahlte Kapital zurückerhalten müssen. Aufgrund dieser Beitragsgarantie meiden die Anlagemanager vieler Riester-Fonds Aktien und setzen lieber auf defensive Anlageinstrumente wie festverzinsliche Wertpapiere. Eine Simulation der Forscher zeigt, dass bei einem Rechnungszins von 1,25 Prozent in den ersten zehn Beitragsjahren ein Großteil des Kapitals in das Sicherungsvermögen eingezahlt wird. Der zweite große Teil besteht aus sehr defensiven Wertsicherungsfonds – offene Aktienfonds sind kaum vorhanden. Bei einem aktuellen Rechnungszins von nur 0,9 Prozent fallen freie Fonds in den ersten zehn Jahren sogar komplett aus, auf Wertsicherungsfonds müssen Kunden sechs Jahre warten.

Riester-Fonds: Mangel an Aktienfonds sorgt für Renditeloch

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Fonds ohne Wertsicherung sind bei den Riester-Produkten mit Beitragsgarantie kaum zu finden. Die Anlagestrategen setzen zu einem Großteil auf ultra-defensive Wertsicherungsfonds und das Sicherungsvermögen – das schmälert die Rendite.
Quelle: IVFP, Studie „Die Renditechancen der (Fondsgebundenen) Riester-Rente im aktuellen Marktumfeld“ vom 23.4.2018

Zwei Drittel der Riester-Renten sind nach den Recherchen der Studienautoren in der Chancen-Risiko-Klasse 2 angesiedelt. Das ist die Risikoklasse mit dem zweitniedrigsten Risiko. In der Klasse 5 (mit dem höchsten Risiko-Chance-Verhältnis) gäbe es dagegen keine Produkte. „Fazit: Kunden, die bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen, finden am Markt keine Produkte“, kommentieren die Forscher.

Alternative Altersvorsorge: Ausweg Fondssparpläne

Das Problem: Im aktuellen Zinsumfeld lässt sich mit risikoarmen und insbesondere mit festverzinslichen Wertpapieren kaum noch Rendite erwirtschaften. Das Institut fordert deshalb die Abschaffung der Beitragsgarantie bei Riester-Plänen.

Welche anderen Möglichkeiten haben Anleger, fürs Alter vorzusorgen und das bei besseren Renditechancen? Eine Option sind individuelle Fondssparpläne Der Vorteil: Anleger können über den gesamten Zeitraum je nach Lebenslage und Risikoneigung in Mischfonds investieren und dabei Höhe und Häufigkeit ihrer Einzahlungen flexibel gestalten und ihrer jeweiligen Lebensumständen anpassen. Ein Beispiel für solch einen Sparplan ist die steuerlich geförderte DWS BasisRente Komfort. Bei dieser Art von Sparplänen gibt es keine Beitragsgarantie wie bei Riester-Plänen. Allerdings scheint diese beim langfristigen Sparen nach den Erfahrungen der Vergangenheit auch nicht zwingend notwendig zu sein. Die Geschichte zeigt, dass die Verlustwahrscheinlichkeit bei offensiven Anlageprodukten wie Aktien mit der Zeit abnimmt. So ergab eine Studie des Deutschen Aktieninstituts, dass die historische Wahrscheinlichkeit mit einem Sparplan auf den deutschen Leitindex Dax einen Gewinn zu erwirtschaften nach 20 Jahren bei 100 Prozent lag[2].

Historische Gewinnwahrscheinlichkeit eines Dax-Sparplans

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Je länger der Anlagehorizont, desto geringer war in der Vergangenheit das Verlustrisiko. So lautet das Ergebnis einer langfristigen Studie des Deutschen Aktieninstituts. Nach 20 Jahren lag die historische Gewinnwahrscheinlichkeit eines DAX-ETFs bei 100 Prozent.
Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Studie “Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen“, März 2017

Konkret bedeutet das: Anleger mit einem langen Anlagehorizont konnten schlechte Börsenjahre mit zuvor verbuchten Kursgewinnen kompensieren. Selbst im schlechtesten Fall erreichte die jährliche Rendite eines 20-Jahre-Aktien-Sparplans auf den Dax 2,7 Prozent. Im Schnitt konnten Anleger pro Jahr fast zehn Prozent dazu gewinnen. In acht von zehn Fällen schnitt ein Aktien-Sparplan somit besser ab als ein vergleichbarer Sparplan auf Zinsanlagen (Renten).

Vor allem im derzeitigen Niedrigzinsumfeld erscheinen somit Aktien als fester Bestandteil der Altersvorsorge als doppelt sinnvoll. Mit der DWS BasisRente Komfort können Anleger zu Beginn ihrer Altersvorsorge auf Fonds mit höheren Aktienanteilen setzen und zum Ende der Sparphase – wenn die Rente näher rückt –unkompliziert auf defensivere Fonds wechseln, bei denen dann weniger die maximale Rendite, sondern der Werterhalt im Vordergrund steht.

Die grundsätzlich mit einer Fondsanlage verbundenen Risiken bestehen auch bei der DWS BasisRente Komfort: Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen unterworfen sein. Kursverluste sind jederzeit möglich, was zur Folge hat, dass der Anteilswert jederzeit unter den Kaufpreis fallen kann.

Alle Details zur DWS BasisRente Komfort

1. Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), Studie: „Die Renditechancen der (Fondsgebundenen) Riester-Rente im aktuellen Marktumfeld“, 23.04. 2018

2. Deutsches Aktieninstitut, Studie „Lebensstandard im Alter sichern – Rentenlücke mit Aktien schließen“, März 2017

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