Für die meisten der großen deutschen Unternehmen lief es im vergangenen Jahr ausgesprochen gut. Die Dividendenausschüttungen im Jahr 2017 werden deshalb wohl auf ein neues Rekordhoch steigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young.

Insgesamt 31,7 Milliarden Euro dürften demnach die Dax-Konzerne an ihre Aktionäre auszahlen. Das wäre sieben Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015.

Dividenden erreichen neue Höchststände

23 der 30 Unternehmen im deutschen Leitindex Dax haben für das abgelaufene Geschäftsjahr ihre Dividenden erhöht. Bei 19 Unternehmen stiegen die Dividenden sogar auf einen Rekordwert. Weniger oder keine Dividende gibt es nur bei drei Unternehmen. 

„Den meisten Dax-Unternehmen geht es trotz der verhaltenen Konjunkturentwicklung in Europa und in anderen wichtigen Auslandsmärkten insgesamt gut. Der Gesamtumsatz und das operative Ergebnis lagen im vergangenen Jahr auf Rekordniveau – da wollen und sollten die Aktionäre angemessen beteiligt werden“, kommentiert Mathieu Meyer, Mitglied der Geschäftsführung bei Ernst & Young die Studie.

Geldregen für Aktionäre

Die Dividendenausschüttungen im Dax sollen in diesem Jahr auf einen neuen Rekord in Höhe von 31,7 Milliarden Euro steigen, erwartet die Unternehmensberatung Ernst & Young.

Ausschüttungsquote trotz Rekorden wohl leicht rückläufig

Noch stärker als die Dividendenausschüttungen steigen die Gewinne der Konzerne. Die Ausschüttungsquote ist damit insgesamt sogar leicht gesunken. „Das deutet darauf hin, dass die Unternehmen trotz guter Finanzlage ausreichend liquide Mittel vorhalten wollen“, sagt Meyer. Womit sie aufgrund anstehender Zukunftsinvestitionen und gestiegener weltweiter politischer Risiken auch gut beraten seien.

Dennoch erwarten die Experten dank insgesamt positiver Konjunkturaussichten weiter steigende Ausschüttungen im kommenden Jahr. „In den meisten Branchen ist die operative Entwicklung absolut zufriedenstellend. In diesem Jahr dürfte der schwache Euro zusätzlichen Rückenwind geben“, erwartet Meyer.

Gut gewappnet für eine anziehende Inflation

Für Anleger gibt es einen weiteren Grund, ihr Augenmerk auf dividendenstarke Aktien zu legen: Die Inflation ist inzwischen wieder deutlich spürbar und beschert Sparern, die auf gering verzinste Sparkonten setzen, einen schmerzhaften Kaufkraftverlust. Aktien mit attraktiven Dividendenrenditen können dabei helfen, das Vermögen vor einem schleichenden Wertverlust zu bewahren.

„Als Aktionär bin ich Mitbesitzer eines Unternehmens. Wenn das Unternehmen in der Lage ist, seine Preise zu erhöhen und so mehr Umsatz und höhere Gewinne ausweisen kann, kann dieses Investment vor Inflation schützen“, erklärt Andre Köttner, globaler Co-Aktienchef der Deutschen Asset Management in der aktuellen Ausgabe des Fonds- und Finanzmagazins DWSactive.

Die Unternehmen im Dax bieten ihren Anlegern immerhin eine Rendite von knapp drei Prozent und liegen damit deutlich über der Inflationsrate von zuletzt 2,2 Prozent im Februar. Im europäischen Ausland können Sparer mit Dividendenaktien zum Teil sogar noch deutlich höhere Renditen erzielen (siehe Grafik).

Ausländische Quellensteuer für Direktanleger häufig kompliziert

Dennoch sollten Anleger nicht blindlings in die Märkte mit den höchsten Dividendenrenditen investieren, sondern sich insbesondere bei ausländischen Dividenden immer mit der Besteuerung auseinander setzen. Denn ein vermeintlich lukratives Investment kann sich dort schnell als deutlich weniger attraktiv erweisen als ursprünglich erwartet.

Das Problem: Neben dem deutschen setzt auch in der Regel der ausländische Fiskus eine Quellensteuer an. Die Rückerstattung eventuell zu viel gezahlter Steuern kann sich dabei für Anleger auch im europäischen Ausland als recht kompliziert und langwierig herausstellen.

Attraktive Dividendenrenditen

Dividendenrenditen

Komfortable Fondslösung für Dividendenstrategien

Für Privatanleger, die eine europäische Dividendenstrategie verfolgen wollen, kann es deshalb sinnvoller sein, in einen Dividendenfonds zu investieren. Weiterer Vorteil: Auch mit relativ geringen Anlagesummen erreicht man so eine breite Streuung über viele Titel aus unterschiedlichen Branchen und Regionen.

Das Management des Deutsche Invest II European Top Dividend investiert zum Beispiel vorrangig in Aktien hochkapitalisierter europäische Unternehmen, die neben einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite auch ein prognostiziertes Dividendenwachstum aufweisen.

Für Fondsmanager Stephan Werner müssen zudem die Fundamentaldaten wie Bilanzqualität und Geschäftsmodell stimmen. Erst wenn auch diese Prüfung positiv ausgefallen ist, hat eine Aktie die Chance, in das Portfolio aufgenommen zu werden.

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