Warum Profis auf deutsche Immobilien setzen

Der deutsche Immobilienmarkt boomt, die Investitionen steigen. Privatanleger können profitieren, müssen jedoch einige Dinge beachten.

Eine aktuelle Studie der Ratingagentur Scope zeigt: Der Boom des deutschen Immobilienmarktes ist voll in Takt – und offene Immobilienfonds sind voll dabei.[1] Im vergangenen Jahr investierten die Fonds fast 50 Prozent mehr Geld in deutsche Immobilien als ein Jahr zuvor, berichtet Scope. Damit habe die Bundesrepublik jetzt die USA als beliebtesten Investitionsstandort abgelöst.

Deutschland an der Spitze

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Deutschland hat die USA und Großbritannien abgehängt und ist der beliebteste Immobilienstandort für Investoren. Jeder vierte Euro fließt in die Bundesrepublik.
Quelle: Scope Analysis: Offene Immobilienfonds Marktstudie und Ratings 2018, Veröffentlicht: 12. Juni 2018

Scope analysierte 19 verschiedene offene Immobilienpublikumsfonds. Insgesamt investierten die Fonds im vergangenen Jahr 9,2 Milliarden Euro. 2016 waren es lediglich 6,3 Milliarden Euro. Ein Grund für die starke Zunahme der Investitionen sind die hohen Mittelzuflüsse der Fonds. Immer mehr Privatinvestoren wollen offensichtlich von der Entwicklung des Immobilienmarktes profitieren.

Private Anleger suchen Immobilien

6,7 Milliarden Euro flossen alleine 2017 in die untersuchten Fonds und das, obwohl zahlreiche Fonds sogar inzwischen die Annahme neuer Anlegergelder begrenzen. Die Fondsmanager fürchten, dass durch die starken Mittelzuflüsse die Barreserven der Fonds zu stark steigen könnten. Zu viel Geld in Fonds könnte deren Gesamtrendite nach unten drücken, denn schließlich gibt es auf Bargeld derzeit keine Zinsen.

Fondsmanager haben demnach zwei Möglichkeiten: Zuflüsse limitieren oder fleißig investieren. Zurzeit machen sie beides. Das lässt sich auch daran erkennen, dass die durchschnittliche Liquiditätsquote von offenen Immobilienfonds im vergangenen Jahr trotz Rekord-Mittelzuflüssen leicht gesunken ist – von 22,2 auf 21,0 Prozent.

Diversifizierung ist der Schlüsselfaktor

Obwohl sich also der Immobilienmarkt positiv entwickelt, haben es die Fondsmanager nicht leicht. Aussichtsreiche Immobilienobjekte sind nicht von heute auf morgen zu finden. Der Boom hat die Immobilienpreise in den letzten Jahren vielerorts stark steigen lassen – vor allem in Ballungsgebieten.

Künftige Wertkorrekturen sind deshalb nicht völlig auszuschließen. Immobilienpreise schwanken zwar nicht so stark wie Aktienkurse, doch auch bei Immobilien kommt es darauf an, nicht zu teuer einzukaufen.

Für Anleger lohnt deshalb ein genauer Blick in das Immobilienportfolio eines Fonds und auf dessen Investmentstrategie. Notwendig sei, Fonds anhand ihrer Diversifizierung, Qualität der Immobilien und Bonität der Mieter zu überprüfen, mahnt Scope. Sollte es zu einem wirtschaftlichen Abschwung und damit einhergehenden Preiskorrekturen der Immobilien kommen, seien es diese Qualitätsmerkmale, die den entscheidenden Unterschied ausmachen könnten.

Fondsmanager entdecken neuen Möglichkeiten

Um das Immobilienportfolio zu diversifizieren und alternative Renditequellen zu erschließen, investieren deshalb Immobilienfonds deutlich breiter als früher. Investiert wird heute auch schon einmal in Häuser mit B-Lage, Hotels oder Einkaufszentren.

Hotels statt Shopping-Center

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Büroimmobilien werden immer teurer, Shopping-Center haben mit Amazon zu kämpfen. Hotels werden für Investoren immer spannender.
Quelle: Scope Analysis: Offene Immobilienfonds Marktstudie und Ratings 2018, Veröffentlicht: 12. Juni 2018

So wurden beispielsweise nach Scope-Angaben von den Fonds im Jahr 2017 Hotelobjekte für rund 1,2 Milliarden Euro erworben. Das entsprach rund 13 Prozent des gesamten Ankaufsvolumens. Im Jahr 2014 lag der Hotelanteil noch bei drei Prozent. Das gestiegene Interesse an Hotelimmobilien zeigt aber auch, dass Immobilienfonds immer wieder Objekte mit attraktivem Risiko-Rendite-Profil finden können.

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1. Scope Analysis: Offene Immobilienfonds Marktstudie und Ratings 2018, Veröffentlicht: 12. Juni 2018

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