In Europa und in vielen anderen Ländern konnten Anleger in den vergangenen Jahren mit Zinsanlagen meist ordentliche Renditen einfahren, trotz niedriger Zinsen. Der Grund: Jahrelang sorgte die lockere Geldpolitik der Notenbanken für fallende Zinsen und damit für steigende Anleihekurse. Zu den meist eher mageren Zinserträgen gesellten sich für die Besitzer der Anleihen so häufig beachtliche Kursgewinne.

Doch ganz allmählich scheint die Phase der immer niedrigeren Zinsen zu enden. Zeit für Anleger, ihre Positionierung zu überdenken. Steigen die Zinsen, bedeutet das schließlich in aller Regel Kursrückgänge bei Anleihen: Anleiherenditen und -kurse entwickeln sich stets gegenläufig. Wer seine Anleihe vor Ende der Laufzeit verkaufen muss, macht dann möglicherweise Verlust.

Notenbanken steuern auf höhere Zinsen zu

Die US-Notenbank hat bereits klar gemacht, dass sie künftig weniger aggressiv für niedrige Zinsen sorgen will. Europas Währungshüter denken zumindest öffentlich darüber nach. „Ich denke, es ist Zeit, im nächsten Jahr graduell, aber vollständig die Nettokäufe von Anleihen zurückzuführen”, erklärt etwa Sabine Lautenschläger, Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank, laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters vom 10. Oktober 2017.

Zinswende?

Die Leitzinsen in den USA steigen schon länger wieder an. In Europa bleibt bislang alles beim Alten.

Die Leitzinsen in den USA steigen bereits. In Großbritannien könnte die Bank of England nachziehen.
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand: 16.10.2017

Fährt die EZB ihr Anleihekaufprogramm zurück, könnte das für europäische Anleihen Gegenwind bedeuten. Dennoch müssen Anleger jetzt nicht in eine Schock-Starre verfallen. Im Gegenteil: Investmentexperten finden nach wie vor renditeträchtige Anlagemöglichkeiten.

Deutsche AM-Stratege Kreuzkamp sieht keine dramatische Zinswende

„Wir gehen nicht von einer raschen und deutlichen Zinswende in der Eurozone aus“, sagte Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der Deutschen Asset Management, dem Fonds- und Finanzmagazin DWS active (Ausgabe 03/2017). Denn obwohl sich die Wirtschaft in der Eurozone immer besser entwickelt, bleiben zahlreiche aktuellen Herausforderungen, mit denen die EZB konfrontiert ist, bestehen, beispielsweise das hohe Verschuldungsniveau in Europa und die niedrige Inflation.

Auch die US-Zentralbank wird nach Einschätzungen vieler Experten weiterhin nur ganz sachte an der Zinsschraube drehen. In diesem Umfeld bleiben Anleihen aus den Schwellenländern für Anleger aus den Niedrig-Zins-Ländern eine verlockende Alternative. Zwar sind Emerging-Markets-Papiere mit deutlich höheren Risiken behaftet als deutsche oder amerikanische Staatsanleihen, doch dafür lassen sich Investoren mit deutlich höheren Zinsen bezahlen.

Schwellenländer-Anleihen locken mit hohen Renditen

Angesichts des Rendite-Vorsprungs fließen deshalb weiterhin Milliarden in hoch verzinste Anleihen aus Asien, Südamerika oder Osteuropa. Welche Argumente sprechen für Emerging-Markets-Anleihen, und mit welchen Risiken müssen Anleger rechnen?

Positiv ist neben dem Renditeaufschlag, den viele Anleihen aus den Emerging Markets bieten, die anhaltende Belebung der Weltkonjunktur und des Handels mit seiner positiven Auswirkung auf die Entwicklung der Schwellenländer. Nicht ohne Grund rechnen etwa die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds damit, dass auch in den nächsten Jahren das Wirtschaftswachstum in den Emerging Markets höher ausfallen wird als hierzulande.

Emerging-Markets im Aufwind: Gut für Anleihen

Auch die nachlassende Sorge der Marktteilnehmer vor einem schnellen Zinsanstieg in den USA und Europa hilft den Schwellenländer-Anleihen: Solange ihre Renditen deutlich höher liegen als die der Anleihen aus den Industrienationen, bleiben die riskanteren Schwellenländer-Papiere eine Investment-Alternative. 

Hohe Renditeaufschlag

Anleihen aus Schwellenländern bringen oft viel mehr Rendite als Bundesanleihen.

Anleihen aus Schwellenländern bringen oft deutlich höhere Renditen als Bundesanleihen.
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand: 12.10.2017

Doch es gibt auch Risiken: Steigen die Zinsen der bonitätsstärkeren Anleihen aus Europa und den USA, werden Schwellenländer-Anleihen als Alternative uninteressanter. Dann werden die Anleger aus den Industrienationen immer öfter Geld aus den Emerging-Markets-Anleihen abziehen und wieder in heimische Anleihen investieren. Die Kurse der Schwellenländer-Anleihen dürfte diese Gegenbewegung belasten.

Deutsche Invest I Asian Bonds: Renditeträchtiges Portfolio

Direkte Investments in einzelne Anleihen aus den Emerging Markets sind für private Anleger kaum möglich und ohnehin nicht sinnvoll. Besser geeignet ist ein spezialisierter Anleihefonds wie der Deutsche Invest I Asian Bonds. Das Fondsmanagement sucht aus der großen Vielzahl von Anleihen aus Asien die aussichtsreichsten Papiere aus und kann damit ein breit diversifiziertes Portfolio zusammenstellen.

Der Deutsche Invest I Asian Bonds kann dabei sowohl in Staats- als auch in Unternehmensanleihen investieren. Der Fonds kann darüber hinaus auch in Anleihen von nicht-asiatischen Emittenten anlegen, die auf asiatische Währungen lauten. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf Unternehmensanleihen. Rund zwei Drittel dieser Anleihen stammen aus China, Indonesien und Indien.

Rendite mit mehr Risiko

Anleger, die Chancen mit diesem Fonds nutzen wollen, sollten sich bewusst sein, dass der Fonds höheren Risiken ausgesetzt ist als ein Rentenfonds mit europäischen Staats- oder Unternehmensanleihen. Kurse von Schwellenländeranleihen können sehr stark schwanken und Anleihen in Extremsituationen rasch an Wert verlieren.

Zudem besteht das Risiko, dass der Fonds von ungünstigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in den jeweiligen Ländern negativ beeinflusst wird. Auch die Verschlechterung der Schuldnerqualität kann den Wert der Anleihen im Fondsportfolio negativ beeinflussen.

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