Bislang galten Staatsanleihen bei vielen Anlegern als das Nonplusultra an Sicherheit und bildeten daher einen wichtigen Bestandteil in einem ausgeglichenen Portfolio. Doch nun steht seit einiger Zeit die viel beschworene Zinswende vor der Tür, die zumindest in den USA bereits zu den ersten Schritten einer Zinserhöhung geführt hat.

Zinsrisiko bei Staatsanleihen steigt

Auch die Europäische Zentralbank deutete mittelfristig einen geldpolitischen Kurswechsel an. Der Einstieg in den Ausstieg könnte laut Einschätzung von Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der Deutschen Asset Management, bereits Anfang 2018 beginnen. Der Experte schrieb in seinem Halbjahresausblick vom 28. Juni: „Wir rechnen nicht mit einem abrupten Ende, sondern einer allmählichen Reduzierung (Tapering) im Laufe des nächsten Jahres, ähnlich wie bei der US-Notenbank“.

Mit der Normalisierung der Geldpolitik steigen die Anleiherenditen, was sinkende Anleihekurse zur Folge hat und traditionelle Anleiheanleger vor große Herausforderungen stellen könnte. Das Problem: Die Sensibilität festverzinslicher Anleihen für Zinsänderungen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Bei steigenden Zinsen könnten Anleiheanlegern damit überproportional hohe Verluste drohen. Können Zinsanlagen in dieser Situation überhaupt noch ihre Aufgabe als Stabilitätsanker für ein Gesamtportfolio wahrnehmen? Die Antwort lautet ja.

Unternehmensanleihen: Was sie Zinsanlegern bringen

Sinnvoll können beispielsweise eher defensiv orientierte Zins-Fonds sein, die sich mit einer breiten Mischung aus Staats- und Unternehmensanleihen sowie einer aktiven Steuerung der Laufzeiten flexibel den Marktgegebenheiten anpassen können. Eine immer wichtigere Rolle nehmen dabei Unternehmensanleihen ein.

Für viele Investoren auf der Suche nach risikoärmeren Anlageklassen gelten Anleihen solide aufgestellter Unternehmen mit nachhaltig guter Gewinnentwicklung inzwischen sogar als weniger risikobehaftet als die Papiere bestimmter Staaten.

Zudem sind Unternehmensanleihen trotz des höheren Ausfallrisikos bei Unternehmensinsolvenz dank der höheren Renditen im Vergleich zu Staatsanleihen für Anleger interessant. Das aktuell positive ökonomische Umfeld und die geringe Inflation in der Eurozone bieten möglicherweise gute Voraussetzungen für europäische Unternehmensanleihen hoher Bonität.

Fondsanlage oder einzelne Anleihe? Was ist sinnvoll?

Der Markt für Unternehmensanleihen ist allerdings nicht ganz so einfach zu durchschauen. Zum einen wird er von deutlich weniger Analysten beobachtet als beispielsweise der Aktienmarkt. Zum anderen sind die Mindestanlagesummen vieler Unternehmensanleihen so hoch, dass eine Risikostreuung über mehrere Herausgeber für viele Privatanleger kaum umzusetzen ist. Daher kann es interessant sein, in breit gestreute Anleihefonds zu investieren, deren Experten den Markt durchgehend analysieren und das Fondsportfolio entsprechend ihrer Strategie und Einschätzung optimieren.

Der Deutsche Invest I Euro Corporate Bonds, Corporate Bonds ist der englische Ausdruck für Unternehmensanleihen, enthält zum Beispiel mehr als 200 internationale Unternehmensanleihen von Herausgebern, deren Bonität die Ratingagenturen ganz überwiegend als gut bis sehr gut einschätzen.

Das Team um Fondsmanager Karsten Rosenkilde passt das Fondsportfolio laufend gemäß ihrer Markteinschätzung an. Dabei soll der Einsatz von risikoreicheren Anlagen als Beimischung für zusätzliche Rendite sorgen. Bei allen Chancen sollten Anleger berücksichtigen: Auch bei Unternehmensanleihen guter Bonität sind Kursverluste jederzeit möglich.

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