Der Sieg des konservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe und seiner Partei LDP bei den letzten Parlamentswahlen in Japan hat Jubel an den dortigen Börsen ausgelöst. Ein Grund für die Kursrally war die Erwartung weiterhin niedriger Leitzinsen in Japan. Nach Abes Wiederwahl dürfte die Bank of Japan ihre lockere Geldpolitik erst mal beibehalten und nicht an der Zinsschraube drehen.

Die Richtung stimmt

Langsam zieht die Inflation in Japan wieder an. Das spricht für eine gesunde Wirtschaft.

Langsam zieht die Inflation in Japan wieder an. Das spricht für eine gesunde Wirtschaft.
Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand: 3.11.2017

„Nach dem Wahlerfolg der LDP scheint Abe jetzt wieder sicher im Sattel“, kommentiert Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer der Deutschen Asset Management in einem aktuellen Kommentar. Aus Anlegersicht sei der Wahlsieg – zumindest auf kurze bis mittlere Sicht – eine gute Nachricht, weil Anleger nun auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der japanischen Notenbank zählen könnten, „die Aktien beflügelt und den Yen gedämpft hat“.

Schwacher Yen hilft Japans Aktiengesellschaften

Während die Zinsen in Japan also weiterhin niedrig bleiben dürften, ist in den Vereinigten Staaten die Aussicht auf höhere Zinsen weiterhin sehr konkret. Diese Diskrepanz könnte den US-Dollar weiter stärken und die japanische Währung Yen eher schwächen. Japans Unternehmen sollten nichts dagegen haben, im Gegenteil. Ein abwertender Yen kommt den exportorientierten japanischen Unternehmen zugute, da ihre Waren dann im Welthandel günstiger werden.

Positiv ist  nicht nur die stabile Verfassung der japanischen Wirtschaft. Immer öfter überraschen auch Japans Unternehmen mit steigenden Gewinnen und Zahlen, die besser als erwartet ausfallen. „Bei den Gewinnrevisionen steht Japan unter den Industrieländern an der Spitze“, berichten die Analysten der Deutschen Asset Management im aktuellen CIO View Quarterly vom Oktober 2017.

Unternehmensgewinne steigen kräftig

Nach Einschätzung der Deutschen AM werden die Gewinne der Unternehmen im MSCI Japan Index auf Jahressicht um 13 Prozent zulegen.[1]  Das ist mehr als die Experten für die meisten anderen Industrienationen erwarten. Lediglich den Unternehmen der Schwellenländer trauen die Analysten ein höheres Gewinnwachstum zu.

In den vergangenen zwei Jahren blieben japanische Aktien in Bezug auf die Wertentwicklung hinter dem Weltaktienmarkt zurück. Jetzt könnte der Trend drehen – zumal die japanischen Aktiengesellschaften relativ gesehen günstiger bewertet sind als die Aktien im MSCI AC World Index (s. Grafik).

Aufholpotenzial vorhanden

Aufholpotenzial vorhanden

Im Gegensatz zu Aktien aus anderen Ländern sind japanische Papiere niedriger bewertet.
Quelle: Deutsche Asset Management, Stand: 13.10.2017

Einige Risiken bleiben dennoch

Ein Wermutstropfen bleibt jedoch: Ausländische Anleger könnten sich mit Neuengagements an Japans Börsen zurückhalten, geben die Anlagestrategen der Deutschen AM zu bedenken. Vor allem die potenzielle Gefahr durch Nordkorea und ein vielleicht doch nicht ganz so starker Dollar könnten nach ihrer Einschätzung die Kauffreude dämpfen.

Dennoch dürfte ein Investment in einen Aktienfonds mit japanischen Aktien als Portfolio-Beimischung nicht verkehrt sein. Natürlich gibt es trotz der insgesamt positiven Aussicht keine Garantie für eine überragende Entwicklung japanischer Titel. Auch Kursrückgänge sind wie stets bei Aktienanlagen nicht auszuschließen. Sicher ist jedoch: durch die Beimischung japanischer Aktien streuen Anleger ihr Risiko und verbessern so in aller Regel die Diversifikation ihres Portfolios.

Deutsche Nomura Japan Growth: Basisinvestment für japanische Aktien

Eine Möglichkeit, sich am japanischen Aktienmarkt zu engagieren, bietet der Aktienfonds Deutsche Nomura Japan Growth. Das Fondsmanagement investiert vorrangig in große japanische Standardwerte. Die Titelauswahl im Fonds ist dabei vom Stock Picking geprägt: Im Vordergrund stehen die Eigenkapitalrentabilität und das Wachstumspotenzial einzelner Unternehmen. Makroökonomische Aspekte spielen eine wichtige, aber keine dominante Rolle.

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1. CIO View Quarterly vom Oktober 2017, S. 23

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