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Frühstart-Rente: Der Staat will kapitalmarktgestützte Altersvorsorge für Kinder fördern

Altersvorsorge

13.08.2026

Für die Frühstart-Rente liegt seit Juli 2026 ein Referentenentwurf des Bundesministeriums der Finanzen vor [1]. Danach soll der Staat den Vermögensaufbau von Kindern und Jugendlichen über ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot fördern. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen; Änderungen sind möglich.

Erwachsener mit Kind, die bei Sonnenuntergang durch hohes Gras auf einem Feld laufen

Ein Depot für alle Kinder zwischen 6 und 18 Jahren:

  • Eltern anspruchsberechtigter Kinder sollen nach dem Referentenentwurf einen zertifizierten Altersvorsorgedepot-Vertrag (Standarddepot Altersvorsorge) bei einem zugelassenen Anbieter abschließen können.
  • Das Gesetz soll nach dem Referentenentwurf zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Die Förderung soll schrittweise starten: Für den Geburtsjahrgang 2020 ist eine rückwirkende Zahlung für 2026 vorgesehen. Ab 2027 soll jährlich der jeweilige Jahrgang der Sechsjährigen einbezogen werden.
  • Die staatliche Förderung soll durch private Einzahlungen, zum Beispiel der Eltern oder Großeltern, ergänzt werden können. Nach dem Referentenentwurf sind private Zusatzbeiträge bis zu 6.840 Euro pro Kalenderjahr vorgesehen.
  • Die junge Generation erhält dadurch ein Startkapital für ihre private Altersvorsorge.
  • Nach dem Referentenentwurf sollen Erträge während der Ansparphase steuerfrei bleiben. Die späteren Leistungen sollen nachgelagert besteuert werden.
  • Mit Erreichen der Volljährigkeit soll das angesparte Kapital weiter bespart oder in einen anderen zertifizierten Altersvorsorgevertrag übertragen werden können.

1. Was die Bundesregierung plant

Die Frühstart-Rente soll Kinder und Jugendliche frühzeitig an die kapitalgedeckte Altersvorsorgeheranführen sowie die Finanzbildung und das Kapitalmarktverständnis stärken. Anspruchsberechtigte Kinder sollen vom sechsten bis zum vollendeten 18. Lebensjahr monatlich 10 Euro aus dem Bundeshaushalt erhalten. Die Förderung soll in ein individuelles Standard-Altersvorsorgedepot eingezahlt werden, sofern ein entsprechender Vertrag abgeschlossen wurde. 

Für den individuellen Vertrag soll nach dem Referentenentwurf der zertifizierte Standarddepot-Vertrag Altersvorsorge maßgeblich sein. Für diesen gelten besondere gesetzliche Vorgaben, unter anderem eine Kostenbegrenzung sowie besondere Regelungen für Minderjährige. Für Kinder ohne individuelles Depot erfolgt eine staatliche Kollektivanlage am Kapitalmarkt. Das angesparte Startkapital aus der Kollektivanlage kann später in einen individuellen Vertrag übertragen werden.

Wie funktioniert das Modell?
Förderberechtigt sind Kinder zwischen 6 und 18 Jahren mit erstem Wohnsitz im Inland. Eltern sollen für ihre Kinder ein individuelles Altersvorsorgedepot bei einem zertifizierten Anbieter ihrer Wahl eröffnen können. Das Frühstart-Rentenvermögen dient ausschließlich der Altersvorsorge. Eine Auszahlung ist grundsätzlich nicht vor Vollendung des 65. Lebensjahres möglich.

Die Förderung erfolgt über zertifizierte Verträge mit gesetzlichem Kostendeckel. Bis zur Volljährigkeit dürfen keine Abschluss- und Vertriebskosten erhoben werden.

Wichtig: Die Frühstart-Rente soll nach dem Referentenentwurf ausschließlich dem frühen Aufbau einer privaten Altersvorsorge dienen. Eine Verwendung für private Konsumzwecke ist nicht vorgesehen.

Jetzt vor­mer­ken las­sen. Wir in­for­mie­ren ein­ma­lig zum Start des neu­en Al­ters­vor­sor­ge­de­pots.

2. Was passiert, wenn kein individueller Vertrag abgeschlossen wird?

Wird kein individueller Altersvorsorgedepot-Vertrag abgeschlossen, soll die Förderung nach dem Referentenentwurf kollektiv am Kapitalmarkt angelegt werden. Die Verwaltung der Mittel soll durch die Deutsche Bundesbank erfolgen. Die Anlage soll global diversifiziert ausschließlich in Aktien oder Aktienfonds erfolgen.

Ein späterer Abruf des Startkapitals aus der kollektiven Anlage soll bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres möglich sein, wenn ein zertifizierter Altersvorsorgevertrag abgeschlossen wird. Erfolgt der Vertragsschluss erst nach Vollendung des 25. Lebensjahres, verfällt der Anspruch auf Zahlung einer Frühstartrente.

3. Kapitalgedeckte Altersvorsorge – was steckt dahinter?

Die gesetzliche Rente basiert auf dem Umlageprinzip: Die Beiträge der heutigen Arbeitnehmer finanzieren die Renten der aktuellen Ruheständler. Anders formuliert: Das Geld, das heute eingezahlt wird, landet nicht auf einem persönlichen Rentenkonto, sondern wird sofort weitergereicht. Kapitalgedeckte Vorsorge funktioniert anders: Hier wird tatsächlich personengebunden Vermögen aufgebaut, das über die Jahre potenziell wachsen und vom Zinseszinseffekt profitieren kann. 

Frühstart-Rente - das ist geplant

Am 12.08.2026 hat die Bundesregierung einen Regierungsentwurf zur Frühstartrente beschlossen. Das Gesetzgebungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

4. Warum eine kapitalgedeckte Vorsorge wichtig ist

Deutschland steht vor großen demografischen Herausforderungen: Immer mehr Menschen gehen in Rente, während die Zahl der Beitragszahler sinkt.[2] Das Umlagesystem stößt dadurch an seine Grenzen. Eine kapitalgedeckte Ergänzung kann helfen, die Lücke zu schließen – weil investiertes Geld über Jahrzehnte am Markt wachsen kann.

5. Was am Kapitalmarkt aus kleinen Beträgen werden kann

Wer jung beginnt und lange dabeibleibt, kann besonders stark profitieren. Denn der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass nicht nur die Einzahlungen verzinst werden, sondern auch die bereits erzielten Gewinne. So wächst das Vermögen mit der Zeit potenziell immer schneller.

Was die staatliche Förderung bei der Frühstart-Rente bringen kann

Beispielrechnung zu Illustrationszwecken:

Werden ab dem sechsten Geburtstag monatlich 10 Euro langfristig kapitalmarktorientiert angelegt und dabei eine angenommene Rendite von 5 Prozent p.a. unterstellt, könnte bis zum 18. Geburtstag ein Betrag von rund 1.961 Euro entstehen. Die tatsächliche Wertentwicklung kann hiervon abweichen.

10 Euro pro Monat sparen bis zum Rentenalter

Beispielrechnung 2:

Wird dieses Kapital von rund 1.961 Euro ab dem 18. Geburtstag bis zum 67. Lebensjahr weiter investiert – und die monatliche Einzahlung von 10 Euro beibehalten, wächst es potenziell bei einer angenommenen Rendite von 5 Prozent im Jahr auf etwa 45.800 Euro.[3]

Anmerkung: Bei den obigen Zahlen handelt es sich um Beispielrechnungen. Die Rendite einer konkreten Anlage hängt von den jeweiligen Marktbedingungen und dem gewählten Anlageprodukt ab und kann deutlich von der angenommenen Rendite abweichen.

Quelle: DWS International GmbH, unverbindliche Beispielrechnung zu Illustrationszwecken.

Was die staatliche Förderung bei der Frühstart-Rente bringen kann

Aus kleinen Beträgen kann also ein spürbarer Beitrag zur Altersvorsorge entstehen – durch den Faktor Zeit und den Zinseszinseffekt.

6. Unabhängigkeit und Transparenz

Jeder spart für sich selbst – unabhängig von der demografischen Entwicklung. Kapitalgedeckte Vorsorge entkoppelt die Altersabsicherung vom Umlagesystem. Bis zur Volljährigkeit liegt die Kontrolle bei den Eltern: Das Depot lässt sich jederzeit einsehen, die Entwicklung nachvollziehen.

7. Was schon vor dem geplanten Start der Frühstart-Rente möglich ist

Auch wenn das Gesetzgebungsverfahren zur Frühstart-Rente noch nicht abgeschlossen ist, können Eltern bereits heute unabhängig davon Möglichkeiten zum langfristigen Vermögensaufbau für Kinder prüfen. Bestehende Fondssparpläne sind jedoch von der geplanten gesetzlichen Frühstart-Rente und dem künftigen Standarddepot-Vertrag zu unterscheiden.

Kleine monatliche Beträge in einen Fondssparplan können langfristig einen großen Unterschied machen – und den Nachwuchs Schritt für Schritt an den Kapitalmarkt heranführen.

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