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24.03.2025
Value oder Growth? Keine Aktienstrategie scheint per se besser. Warum eine Kombination aus Wachstums- und Value-Aktien derzeit eine gute Wahl sein könnte, insbesondere im Hinblick auf Diversifikation.
Aktien galten schon immer als gute Medizin gegen den schleichenden Vermögensverlust durch Inflation. Wer etwa über 30 Jahre lang Geld am amerikanischen Aktienmarkt investiert hat, konnte seinen Einsatz mehr als verzehnfachen. Wertverluste durch die allgemeine Teuerungsrate, meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich, ließen sich da leicht verschmerzen. Also alles richtig gemacht!
Wert- und Gewinnentwicklung S&P 500-Index und US-Inflation
Indexiert auf 100 am 31.12.1993

Langfristig folgen Aktienkurse den Gewinnen der Unternehmen. Die überdurchschnittlich gute Kursentwicklung von Wachstumsaktien der vergangenen Jahre war vor allem von den hohen spekulativen Erwartungen auf künftige Gewinne getrieben.
Quelle: DWS International GmbH, Refinitiv, Stand: Ende Februar 2025. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Der S&P 500 ist ein Aktienindex, der die Aktien von 500 der größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen umfasst.
Und doch beschleicht manche Anleger beim Blick auf die momentanen Höchststände an den meisten Aktienmärkten ein mulmiges Gefühl. Der Index MSCI World, Abbild der Wertentwicklung der weltweit 1.400 größten Aktien, stieg allein 2024 in der Spitze um mehr als 20 Prozent. Das ist deutlich mehr, als selbst kühne Optimisten zu Jahresbeginn vorhergesagt hatten. Die fast unvermeidliche Nebenwirkung des rasanten Aufstiegs: Höhenschwindel bei vielen Anlegern – verursacht durch die Sorge, ob auf den steilen Aufstieg nicht fast zwangsläufig ein Rückschlag in diesem Jahr kommen muss. Ist es überhaupt möglich, dass die Aktien munter weitersteigen? Oder ist es nicht besser, jetzt auszusteigen und den nächsten Rücksetzer für den Wiedereinstig abzuwarten?
Um diese Fragen zu beantworten, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Märkte. Dabei zeigt sich, dass auffallend wenige Aktien für den rasanten Kursanstieg der vergangenen Jahre verantwortlich zeichneten. Wachstumstitel und insbesondere Aktien aus dem Technologiesektor dominieren schon seit einigen Jahren massiv die Gewinnerseite der Kurszettel. Hervor stachen hier vor allem die sogenannten ‚Glorreichen Sieben‘ – das sind die großen Technologiekonzerne Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Meta und Tesla.[1]
Rechnet man deren Performance heraus, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Nämlich ein hunderte von Werten umfassender Aktienmarkt, der abseits der ‚Magnificent Seven‘ die Ertragserwartungen der Unternehmen im üblichen Verhältnis von Kursen zu Gewinnen widerspiegelt. Viele Unternehmen aus Branchen mit eher traditionellen Geschäftsmodellen sowie aus Regionen außerhalb der USA zählen dazu. Und deren Aktien sind, anders als die Tech-Stars des Marktes, von ihren Höchstständen oft noch ein gutes Stück entfernt.
Ganz besonders scheint dies auf sogenannte Value-Aktien zuzutreffen. Value- oder auch Substanzwerte sind Aktien von Unternehmen mit einem langfristig soliden Geschäftsmodell und einer gesicherten Stellung im Markt. Viele kommen aus dem Finanz-, Gesundheits-, Industrie- und Energiesektor. Diese Unternehmen verfügen häufig über große Rücklagen und sie erwirtschaften regelmäßige und verlässliche Einkünfte. Dafür kann sich an ihnen aber keine Investorenfantasie für überraschende Gewinnsprünge in der Zukunft entzünden. An den Börsen werden diese Titel deshalb oft zu einem geringeren Preis gehandelt als die Wachstumswerte, also Growth-Titel. Und auch derzeit liegen Value-Bewertungen noch auffallend deutlich unter denen der Wachstumswerte.
Was ist nun besser, Wachstum oder Substanz? Die Frage ist fast so alt wie die Börse selbst. Klar ist: Mit Blick auf den Gewinn je Aktie hatten Wachstumsaktien – und hier allen voran IT-Aktien, die von der Digitalisierung profitierten, in den vergangenen 20 Jahren die Nase deutlich vorn.
Gewinnanstieg in Prozent
Quelle: DWS International GmbH, Refinitiv, Stand: Februar 2025; Der MSCI World Index ist ein globaler Aktienindex, der die Wertentwicklung von etwa 1.500 großen und mittelgroßen Unternehmen aus mehr als entwickelten Ländern abbildet. Der MSCI World Value Index erfasst Wertpapiere großer und mittlerer Unternehmen der Industrieländer, die insgesamt Value-Stil-Merkmale aufweisen. Der MSCI World Growth Index erfasst Wertpapiere großer und mittlerer Unternehmen der Industrieländer, die insgesamt Growth-Stil-Merkmale aufweisen.
Und an der Börse? Auch hier haben Wachstumsaktien die Substanzwerte in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich geschlagen. Der MSCI World Value Kursindex legte in diesem Zeitraum um 97 Prozent zu. Der Kursindex des MSCI World Growth kletterte parallel um rund 400 Prozent.[2] Lediglich in zwei von 20 Jahren lagen die Substanzwerte auf Jahressicht vor den Wachstumstiteln.
Wertentwicklung MSCI-Kursindizes in US-Dollar
1.1.2005 indexiert auf 100

In den vergangenen 20 Jahren sind Anleger mit Growth-Aktien deutlich besser gefahren als mit Value-Aktien.
Stand: Ende Februar 2025; Quelle: DWS International GmbH, Refinitiv; Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.
Growth scheint damit einen klaren Vorteil zu haben. Doch das war nicht immer so. Historisch betrachtet, haben Value-Titel über einen langen Zeitraum häufig besser abgeschnitten als Growth-Aktien. Vor der Jahrtausendwende lautete die bewährte Regel etwa: Substanz schlägt Hoffnung. Bekennende Value-Investoren wie die amerikanische Börsenlegende Warren Buffet, die gezielt nach günstig bewerteten, aber gehaltvollen Unternehmen suchen, schienen lange Zeit im Vorteil zu sein. Und es ist nicht ausgeschlossen, dass das Pendel eines Tages erneut zurückschwingt.
Noch etwas fällt auf: Lange Jahre pendelte der Bewertungsaufschlag, also das Verhältnis heutiger Kurse zu künftigen Gewinnerwartungen – ein Maß dafür, was Anleger für die Aussicht auf schnelleres künftiges Wachstum zu zahlen bereit waren – um die 30 Prozent. Doch etwa um das Jahr 2017 änderte sich das Bild. Seitdem hat der Aufpreis für Wachstumsaktien noch deutlich weiter angezogen und liegt nun bei knapp 80 Prozent. Die überdurchschnittlich gute Kursentwicklung von Wachstumsaktien der vergangenen Jahre, lautet eine Erklärung, war also vor allem von hohen spekulativen Erwartungen auf künftige Gewinne getrieben – was wenig über die Ertragskraft in der Gegenwart aussagte.
Kurs-Gewinn-Verhältnis der kommenden 24-Monate: MSCI World Growth vs. MSCI World Value

Die deutliche Bewertungsausweitung bei Wachstumswerten hat zu einer historisch hohen Prämie gegenüber Value-Aktien geführt.
Quelle: DWS International GmbH, FactSet; Stand: Ende Februar 2025; Kurs-Gewinn-Verhältnis: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV; englisch price-to-earnings ratio, PER oder P/E) ist in der Aktienanalyse und der Fundamentalanalyse eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Börsenkurs einer Aktie dem Gewinn je Aktie gegenübergestellt. Der MSCI World Value Index erfasst Wertpapiere großer und mittlerer Unternehmen der Industrieländer, die insgesamt Value-Stil-Merkmale aufweisen. Der MSCI World Growth Index erfasst Wertpapiere großer und mittlerer Unternehmen der Industrieländer, die insgesamt Growth-Stil-Merkmale aufweisen.
Vorsichtige Anleger fragen also nicht zu Unrecht, ob diese Entwicklung von Dauer sein kann. Gut möglich, dass sich die Kursspanne von Growth und Value eines Tages wieder auf das lange gesehene Maß verengt. Dies würde bedeuten, dass Value-Werte sich für eine Weile deutlich besser entwickeln würden als Growth, wodurch sich die Lücke wieder ein Stück weit schließen würde. Vorteil Value, könnte man also sagen.
Auch wirtschaftspolitisch spricht einiges für ein Comeback von Value-Aktien. Sollte etwa der wiedergewählte US-Präsident Donald Trump die Notenpresse anwerfen, würden Inflation und Zinsen steigen. Bei hohen Zinsen entwickelten sich Substanzwerte in der Vergangenheit tendenziell besser als Wachstumsaktien. Zudem könnten die im Value-Segment besonders stark vertretenen Finanzwerte von einer Deregulierung durch die Trump-Regierung profitieren.
Viele Experten raten zudem dazu, das Aktienportfolio auf ein breiteres Fundament zu stellen. Denn der starke Anstieg einiger weniger Werte aus dem Growth-Segment hat dazu geführt, dass diese in vielen Depots ein starkes Übergewicht erreicht haben. Verlören nun genau diese Titel an stark Wert, zögen sie das gesamte Depot mit überproportional großer Wirkung abwärts. Anleger können dieses Risiko durch Diversifikation verringern, indem sie gezielt Kapital in Value-Titel umschichten.
Die Antwort auf die Frage „Growth oder Value?“ Kann also heißen: Die Mischung macht's. Value-Aktien können ein wirksames Mittel sein, um die möglichen negativen Nebenwirkungen der Growth-Rallye der letzten Jahre zu mindern. Eine Diversifikation auf beide Aktienkategorien kann also die Stärken beider Ansätze kombinieren und gleichzeitig das Risiko streuen. Anleger, die die Auswahl einzelner Aktien nicht selbst übernehmen wollen, können zum Beispiel auf global ausgerichtete und breit streuende Aktienfonds setzen.