Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.
27.05.2026
Kritische Mineralien spielen eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung von Elektromobilität, erneuerbaren Energien und Digitalisierung - und sind somit entscheidend für die Gestaltung zukünftiger Trends.
IN KÜRZE
Kritische Rohstoffe haben sich von einem Nischenthema der Rohstoffmärkte zu einem zentralen Faktor wirtschaftlicher, industrieller und geopolitischer Entscheidungsprozesse entwickelt. Anders als klassische Rohstoffe sind sie weniger durch Mengen, Marktgröße oder Preisschwankungen definiert, sondern durch ihre funktionale Unersetzbarkeit. Ohne sie funktionieren weder Energiewende noch Digitalisierung, noch moderne Sicherheits‑ und Verteidigungssysteme.
Der strukturelle Charakter dieses Themas zeigt sich vor allem in den Nachfragetreibern. Kritische Rohstoffe werden gleichzeitig von drei weitgehend unabhängigen Entwicklungen nachgefragt: der Elektrifizierung und Dekarbonisierung der Energiesysteme, dem rasanten Ausbau digitaler Infrastruktur und KI‑Anwendungen sowie den wachsenden sicherheitspolitischen Anforderungen vieler Staaten. Diese Nachfrageachsen sind langfristig, politisch gestützt und kaum zyklisch. Kurzfristige Schwächen einzelner Endmärkte ändern daher wenig am übergeordneten Bild.
Dem steht ein Angebot gegenüber, das nur sehr begrenzt reagieren kann. Zwar sind viele dieser Rohstoffe geologisch nicht selten, doch wirtschaftlich nutzbare Vorkommen sowie – entscheidender noch – die Weiterverarbeitungsstufen sind stark konzentriert. Die eigentlichen Engpässe liegen weniger im Abbau als in Reinigung, Trennung, Veredelung und der Herstellung technologisch anspruchsvoller Zwischenprodukte wie Permanentmagnete oder Batteriematerialien. Diese Stufen sind kapitalintensiv, technologisch komplex, regulatorisch anspruchsvoll und kaum kurzfristig skalierbar. Über Jahrzehnte aufgebaute industrielle Strukturen haben hier zu einer außergewöhnlichen geopolitischen Konzentration geführt, insbesondere in China (siehe Grafik).
Quellen: International Energy Agency (IEA), Global Critical Minerals Outlook 2025, DWS Investment GmbH; Stand: 21.04.2026
Genau daraus ergibt sich die strategische Bedeutung kritischer Rohstoffe. Wer die nachgelagerten Wertschöpfungsstufen kontrolliert, verfügt über erheblichen wirtschaftlichen und politischen Gestaltungsspielraum. Exportkontrollen, Lizenzauflagen und Technologiebeschränkungen sind längst zu gezielten Instrumenten geworden. Für Europa und die USA bedeutet dies strukturelle Verwundbarkeiten, die selbst mit umfangreichen industrie‑ und rohstoffpolitischen Programmen nur schrittweise reduziert werden können.
Diese strukturellen Besonderheiten erklären auch, warum Preise oft kein verlässlicher Knappheitsindikator sind. Die Märkte sind klein, intransparent und politisch beeinflusst. Niedrige oder volatile Preise spiegeln nicht zwangsläufig eine komfortable Versorgungslage wider. Gleichzeitig liegen die langfristig erforderlichen Anreizpreise für neue Projekte häufig deutlich über den aktuellen Marktpreisen.
Für Investoren folgt daraus ein Perspektivwechsel. Entscheidend ist weniger die kurzfristige Preisentwicklung einzelner Rohstoffe, sondern die Frage, wo entlang der Wertschöpfungskette strukturelle Engpässe, politische Unterstützung und nachhaltige Preissetzungsmacht zusammenkommen.
Unternehmen, die in Segmenten mit strukturellen Engpässen positioniert sind – insbesondere in der Verarbeitung und in nachgelagerten technologischen Anwendungen –, könnten von dauerhaft robuster Nachfrage, Preissetzungsmacht und politischer Unterstützung profitieren, auch wenn die Volatilität hoch bleibt. Eine pauschale Rohstoffallokation ist daher weniger aussagekräftig als eine granulare Analyse entlang der Wertschöpfungskette.
Kritische Rohstoffe stehen damit nicht für einen neuen Rohstoff‑Superzyklus, sondern für einen tiefgreifenden strukturellen Wandel. Effizienz wird zunehmend ergänzt – und teils verdrängt – durch Resilienz, Versorgungssicherheit und strategische Kontrolle. Dieser Wandel prägt Geopolitik, Industriepolitik und langfristige Kapitalallokation gleichermaßen.
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