Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.
28.08.2026
Japanisches Kapital fließt zunehmend ins Ausland – mit spürbaren Folgen für den Yen.
IN KÜRZE
Die Schwäche des japanischen Yen wird häufig mit den niedrigen Zinsen in Japan erklärt. Das greift jedoch zu kurz. Hinter der Entwicklung steht ein langfristiger Strukturwandel der japanischen Wirtschaft. Obwohl Japan weiterhin zu den wohlhabendsten Volkswirtschaften der Welt gehört und über hohe Ersparnisse verfügt, hat der reale Wert des Yen seit Mitte der 1990er-Jahre rund zwei Drittel verloren.
Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH; Stand: 11.08.2026
Der wichtigste Grund dafür ist, dass sich Japan über Jahrzehnte von einer klassischen Exportnation zu einer der größten Kapitalexportnationen der Welt entwickelt hat. Nach dem Platzen der Aktien- und Immobilienblase Anfang der 1990er-Jahre prägten schwaches Wachstum und ein desinflationärer Trend das Bild, die gebotenen Renditen waren wenig attraktiv. Unternehmen investierten daher zunehmend im Ausland, und auch Pensionsfonds, Versicherungen, Banken und andere Anleger suchten außerhalb Japans nach besseren Ertragsmöglichkeiten.
Dadurch hat sich die Beziehung zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Wechselkurs verändert. Früher sorgten starke Exporte tendenziell für Nachfrage nach dem Yen. Heute wird ein wachsender Teil der Erträge japanischer Unternehmen und Anleger im Ausland erwirtschaftet und häufig direkt dort reinvestiert. Die Folge: Japan kann wirtschaftlich und finanziell stark sein, ohne dass dies automatisch zu einem stärkeren Yen führt.
Verstärkt wurde dieser Trend durch die Geldpolitik der Bank of Japan. Über viele Jahre lagen die Zinsen in Japan deutlich unter denen anderer Industrieländer. Dadurch wurde der Yen zu einer beliebten Finanzierungswährung. Internationale und heimische Anleger konnten günstig in Yen finanzieren und das Kapital in Märkten mit höheren Renditen anlegen. Besonders sichtbar wurde dieser Effekt während der Abenomics-Phase sowie nach der Pandemie, als die Zinsunterschiede zwischen Japan und anderen Ländern deutlich zunahmen.
Dennoch ist die Geldpolitik eher Verstärker als eigentliche Ursache. Der strukturelle Trend begann bereits früher: Unternehmen verlagerten Produktion und Investitionen ins Ausland, institutionelle Anleger bauten internationale Portfolios auf, und auch private Haushalte investierten zunehmend global. Die lockere Geldpolitik erhöhte die Anreize für diese Entwicklung, löste sie aber nicht aus.
Die jüngsten Interventionen Japans und der USA am Devisenmarkt zeigen, wie groß die Sorge über die Währungsschwäche geworden ist. Solche Maßnahmen können den Yen zeitweise stabilisieren. Sie ändern jedoch wenig an den grundlegenden Kapitalströmen, die seit Jahren Kapital aus Japan ins Ausland lenken.
Für Anleger bedeutet das: Wer die Zukunft des Yen verstehen möchte, sollte nicht nur auf Zinsentscheidungen schauen. Entscheidend ist, ob Japan wieder attraktivere Investitions- und Renditemöglichkeiten im eigenen Land schaffen kann. Erst wenn mehr Kapital im Inland bleibt, bestehen Voraussetzungen für eine nachhaltigere Erholung der Währung.