Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.
26.04.2026
Peter Brodehser, Fondsmanager des DWS Infrastruktur Europa darüber, warum Infrastruktur-Investments mit geopolitischen Risiken sowie steigende Inflationsraten und Energiekosten vergleichsweise gut umgehen können.
Europa erlebt derzeit eine Phase geopolitischer Spannungen – von Ukraine über Nahost bis hin zu Handelskrisen. Wie halten sich Infrastruktur-Investments in so einem schwierigen Umfeld?
Geopolitische Unsicherheit erhöht die Wertschätzung für Versorgungssicherheit. Genau davon profitieren unsere Anlagen. Aktuell sehen wir etwa durch den Nahost-Konflikt kurzfristig höhere Gas- und damit Strompreise, weil die Märkte nervös auf Lieferstörungen reagieren. Für unseren Fonds ist das kurzfristig positiv. Aber noch wichtiger ist der strukturelle Effekt: Europa will seine Energieversorgung stärker auf heimische Quellen stützen. Der konsequente Ausstieg der Europäischen Union aus russischem Pipeline- und LNG-Gas bis 2027 verstärkt diesen Trend erheblich. Europa steht nun unter Druck, mehr eigene Erzeugungskapazitäten aufzubauen – also mehr Wind, mehr Solar, mehr Netze, mehr Speicher. Das sind genau die Bereiche, in die wir investieren.
Das heißt, anders als Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder auch Gold, die seit Ausbruch des Iran-Konflikts zwischenzeitlich alle deutlich an Wert verloren haben, kommen Infrastruktur-Investments gut mit so einer Situation zurecht?
Definitiv ja. Infrastruktur-Investments gehören zu den wenigen Anlageklassen, die eine solche Marktphase nicht nur gut überstehen, sondern strukturell sogar davon profitieren können.
Woran liegt das?
Es sind drei Faktoren: Erstens: Die reale Produktion. Ein Wind- oder Solarpark produziert Strom, unabhängig von Börsenstimmung, geopolitischen Nachrichten oder kurzfristiger Marktvolatilität. Das schafft Stabilität. Zweitens: Regulierte und langfristige Strukturen. Viele unserer Projekte haben garantierte Einspeisetarife oder langfristige Stromabnahmeverträge. Das reduziert die Risiken von Preisschwankungen. Drittens: Systemrelevanz. Erneuerbare Energieinfrastruktur ist heute ein zentraler Baustein der europäischen Energieversorgung. In Zeiten, in denen Versorgungssicherheit, Energieunabhängigkeit und Preissensitivität politisch eine hohe Priorität haben, gewinnen genau diese Anlagen massiv an Bedeutung. Kurz gesagt: Strom wird immer gebraucht – und in einem Europa, das weniger auf Importe angewiesen sein will, sogar mehr denn je.
Spiegelt sich das auch in der Entwicklung des Fonds im ersten Quartal 2026 wider?
Das erste Quartal 2026 war für den DWS Infrastruktur Europa sehr positiv. Wir erleben eine deutliche Stabilisierung der Strommärkte. Die Renditekurve, die zur Jahresmitte 2025 zwischenzeitlich abgeflacht war, hat seit Jahresbeginn wieder nach oben gedreht. Das ist ein wichtiges Signal: Die Strompreise haben sich erholt. Für den Fonds ist das ein klarer Rückenwind – steigende Strompreise wirken sich unmittelbar positiv auf die Profitabilität unserer Anlagen aus.
Anders als bei Aktien oder Anleihen ist aber doch die Liquidität bei dem Fonds eingeschränkt. Wer in einen Infrastrukturfonds investiert, kommt nicht so schnell an sein Kapital ran?
Das ist richtig. Es gibt regulatorisch festgelegte Liquiditätseinschränkungen. Konkret: eine Mindesthaltedauer von 24 Monaten mit einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist und zwei Rücknahmetagen pro Jahr. Deswegen ist der Langfristaspekt der Anlage besonders wichtig. Ein täglicher Zugriff auf das angelegte Geld ist nicht möglich. Die Liquiditätsvorgaben sorgen somit allerdings auch für eine Robustheit im Portfolio und tendenziell bei der Wertentwicklung. Das ist ein wesentlicher Unterschied von Infrastrukturinvestments im Vergleich zu den täglich liquiden Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen.
Im Februar haben Sie den Windpark Oulainen in Finnland erworben. Warum?
Oulainen ist unser siebtes Investment und ein gutes Beispiel für unsere Strategie. Der Park ergänzt unser Solarportfolio perfekt. Wind liefert typischerweise im Winter und nachts, Solar dagegen am Tag und im Sommer. Durch diese Kombination können wir die Stromproduktion verstetigen – ein zentraler Vorteil für langfristig möglichst stabile Erträge.
Ab wann wird sich dieses Investment für den Fonds voraussichtlich rentieren?
Ab sofort. Der Windpark ist seit 2024 in Betrieb. Dadurch haben wir ab dem ersten Tag einen positiven Cash-Flow. Ebenfalls positiv für uns: Wir haben uns durch das Investment einen zusätzlichen Markt erschlossen und geografisch weiter diversifiziert. Die bisherigen Projekte liegen in Deutschland, Spanien und Schweden.
Welche Rolle spielt Deutschland im Portfolio?
Deutschland ist und bleibt einer der attraktivsten Infrastrukturmärkte Europas. Der Investitionsbedarf ist riesig, denn wir müssen die Stromproduktion steigern, die Netze ausbauen und bessere Speicherlösungen entwickeln. Und wir benötigen mehr Flexibilität bei unserer gesamten Energieinfrastruktur. Diese Investitionen sind Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit – und sie schaffen ein besonders verlässliches Umfeld für Infrastrukturanlagen.
Die Inflation bleibt ein wichtiges Thema. Sie ist infolge des Iran-Konflikts spürbar gestiegen. Wie wirkt sich das auf den Fonds aus?
Anders als für viele andere Wirtschaftsbereiche und natürlich auch für Verbraucher wirkt sich die Inflation bei Infrastruktur-Investments eher positiv aus. Unser Fonds investiert dort, wo Inflation überhaupt erst entsteht, bei der Energieproduktion. Wenn die Strompreise steigen, steigen typischerweise auch die Ertragspotenziale unserer Anlagen, da die Kostenbasis nicht in gleichem Umfang steigt wie die Erträge. Die Anlagen sind bereits errichtet und die meisten Kostenpositionen durch langfristige Verträge fixiert. Daher steigen die Umsätze inflationsbedingt, während die Kostenbasis im Vergleich stabil bleibt.
Wie blicken Sie auf das zweite Quartal und den weiteren Verlauf 2026?
Wir erwarten, dass die geopolitischen Spannungen bestehen bleiben. Gleichzeitig wächst Europas struktureller Bedarf an Infrastruktur weiter – das dürfte ein gutes Umfeld für langfristige Investoren sein. Der DWS Infrastruktur Europa feiert im April seinen dritten Geburtstag. Wir denken, das ist ein Grund zum Feiern.