28. Jul 2020 Nachhaltigkeit

DWS legt die ESG-Messlatte noch höher

Die DWS führt einen zusätzlichen Schritt in ihrem aktiven Investmentprozess ein. Smart Integration ist ein ausgefeilter Analyseprozess, der noch bessere nachhaltige Investmententscheidungen ermöglicht und damit zu einer nachhaltigeren Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt beitragen kann.

  • Smart Integration ersetzt die oft beobachte und eher rückwärtsgewandte Branchen-Praxis von Ausschlüssen ganzer Sektoren mit schlechten Nachhaltigkeitspraktiken durch einen Analyseprozess mit dem Fokus auf Chancen und Risiken.
  • Mit ihrer ESG Engine kann die DWS potenzielle Risiken aufdecken – wie zum Beispiel schwere Verstöße gegen internationale Normen – und dann gezielt mit Unternehmen in den Dialog treten, um einen positiven Einfluss auf deren Nachhaltigkeitspraktiken auszuüben.
  • Die DWS verbessert damit ihre Möglichkeiten, mit verantwortlichen Investitionen zu einer nachhaltigeren Wirtschaft beizutragen.
4 Minuten Lesezeit

Nachhaltiges Anlegen liegt im Trend. Immer mehr Anleger wünschen sich, dass mit ihrer Investition etwas Sinnvolles geschieht. Sie möchten in Unternehmen investieren, die gewissen ökologischen und sozialen Standards genügen und gut geführt werden (ESG). Und sie möchten sicher sein, dass ihr Kapital nicht zu den „falschen“ Empfängern fließt: Unternehmen mit anrüchigen Geschäftsmodellen zum Beispiel, oder notorischen Umweltsündern.

Für Vermögensverwalter und Fondsgesellschaften ist es nicht immer leicht, diese Anforderungen zu erfüllen. „Der Teufel steckt bekanntlich im Detail“, sagt Petra Pflaum, CIO für Responsible Investments der DWS. „Nicht jedes Unternehmen, das auf den ersten Blick grün oder nachhaltig aussieht, hält einer genauen Überprüfung stand. Und auf der anderen Seite gibt es unter den vermeintlichen Sündern auch immer wieder Firmen, die sich ehrlich und intensiv um Verbesserungen bemühen. Es wäre aber kontraproduktiv, ausgerechnet diejenigen auszuschließen, die sich in Sachen ESG besonders anstrengen.“

Um ein möglichst genaues Bild von der ESG-Qualität einzelner Anlagen wie Aktien oder Anleihen zu erhalten, hat die DWS die ESG Engine entwickelt. Die Datenbank nutzt die Daten von fünf auf unterschiedliche ESG-Kriterien spezialisierten Ratingagenturen und erstellt daraus eigene ESG-Ratings, Bestenlisten aber auch mögliche Warnsignale, die den Analysten und Fondsmanagern als zusätzliches Kriterium bei ihren Investitionsempfehlungen und -entscheidungen dienen.

Komitee für verantwortungsbewusstes Investieren

Doch Daten allein genügen nicht, um zu einer fundierten Beurteilung zu gelangen. Neben den bisherigen ESG-Integrationsaktivitäten im aktiven Investmentprozess, ergänzt die DWS deshalb nun die bisherige Praxis um die weitere Dimension der „Smart Integration“. Dabei wird der bisherige Analyseprozess durch ein eigens zu diesem Zweck geschaffenes Komitee für verantwortungsbewusstes Investieren (Committee for Responsible Investments) unterstützt. Er besteht aus kompetenten und hochrangigen Experten des CIO Office for Responsible Investments, Fachleuten für Aktien- und Anleihenanalyse, Vertretern relevanter Risikofunktionen sowie Compliance. Geleitet wird der neue Ausschuss von der CIO für Responsible Investments, Petra Pflaum.

„Früher haben sich Investoren darauf konzentriert, bestimmte Sektoren, die als umstritten gelten, wie zum Beispiel Tabak, Kohle oder Palmöl, aus dem Anlageuniversum auszuschließen. Dabei hat sich jedoch gezeigt, dass pauschale Ausschlüsse ganzer Sektoren oft willkürlich sind und wichtige Aspekte von Nachhaltigkeitsrisiken außer Acht lassen. Da sie zudem auf Daten der Vergangenheit beruhen, sind sie rückwärtsgerichtet und vergeben die Chance zur Zusammenarbeit mit den Emittenten“, erläutert Pflaum.

Wie wichtig ist Ihnen bei der Geldanlage ein hohes ESG-Rating?

"Wir legen die Messlatte höher und schauen mit einem neuen Expertengremium noch genauer hin."

Petra Pflaum, Mitglied der Geschäftsführung

Sorgfältige Einzelfallprüfung statt pauschaler Ausschlüsse

Die DWS entscheidet sich somit bewusst gegen einen Ansatz, bei dem sektorbasierte Ausschlüsse automatisch erfolgen. Stattdessen wird sie künftig Fälle von Klimanachzüglern oder schwerwiegende Verletzungen internationaler Normen intensiv prüfen. Die letzte Entscheidung, ob ein Fondsmanager eines in Deutschland zugelassenen aktiv gemanagten Publikumsfonds in ein Unternehmen mit potenziell hohen Nachhaltigkeitsrisiken investieren darf, trifft der neu gebildete Ausschuss für verantwortungsbewusstes Investieren. Neben den Signalen der ESG Engine kann der Ausschuss dabei auch andere Kriterien berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise neue Engagements, Transparenz und Ziele des Emittenten in Bezug auf Nachhaltigkeit und den Klimawandel oder auch kritische Themen aus Management-Meetings. Als Ergebnis der Überprüfung kann das Komitee entscheiden, weitere Investitionen zu untersagen oder einzuschränken, die durch die ESG Engine gegebene Beschränkung aufzuheben oder auch existierende Bestände zu veräußern. Das sollte jedoch nur als letztes Mittel gesehen werden.

„Der Dialog mit Unternehmen über die Unternehmensstrategie ist das wirkungsvollste Instrument, das wir haben, um einen positiven Einfluss auf die ESG-Praktiken zu nehmen. Das vorausschauende Verfahren der Smart Integration gibt uns nun die Möglichkeit, aktiv auf die Unternehmen zuzugehen und Verbesserungsmaßnahmen anzustoßen“, sagt Petra Pflaum.

Der Anspruch an ESG-Qualität steigt durch „Smart Integration“

Und noch etwas ist der Nachhaltigkeitsexpertin wichtig: Die Möglichkeit, flexibler auf bestimmte Nachhaltigkeitsrisiken zu reagieren, bedeutet nicht, dass die DWS ihren Anspruch in Sachen ESG zurückschraubt – im Gegenteil: „Wir legen die Messlatte höher und schauen mit einem neuen Expertengremium noch genauer hin. Und wir bewegen uns in die richtige Richtung, um künftigen regulatorischen Anforderungen zu begegnen“, sagt Petra Pflaum.

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