19. Nov 2020 Nachhaltigkeit

"Eine positive Wertentwicklung ist für uns genauso wichtig wie der positive Beitrag"

Im Interview erklärt Fondsmanager Paul Buchwitz, warum er sich bei der Analyse und Auswahl von Unternehmen auf den Beitrag der Unternehmensumsätze zu den jeweiligen SDGs konzentriert.

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Die SDGs sind umfassender als die ESG-Kriterien und das Kernthema des DWS Invest SDG Global Equities Fonds. Die im Portfolio enthaltenen Titel sollen im Schnitt mit mindestens 50 Prozent des Umsatzes dazu beitragen, potenziell diese Ziele zu erreichen.

Herr Buchwitz, warum ist ein SDG-Investment für Privatanleger besonders attraktiv?

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sind sofort verständlich. Jedem ist auf einen Blick klar, welchen potenziellen positiven Beitrag sein Investment leisten kann. Wir weisen im Reporting monatlich aus, um wie viel besser das aktuelle Portfolio diesen Zielen gerecht wurde als ein üblicher globaler Index und wie sich dieses von einem Investment in einem üblichen globalen Index unterscheidet. Unser Ziel ist es, dass mindestens jeder zweite Euro Umsatz, der von den Unternehmen im Portfolio generiert wird, potenziell zu den UN-Nachhaltigkeitszielen beiträgt. 

Macht das nicht auch jedes ESG-Produkt?

Nein. Zwar erfüllen alle Portfoliounternehmen auch die ESG-Mindeststandards der DWS. Das kann aber auch ein Kinobetreiber sein, der seinen Energiebedarf ausschließlich aus erneuerbaren Quellen deckt und dessen Vorstand hochgradig divers besetzt ist. Dieses Unternehmen wirtschaftet dann gemessen an ESG-Kriterien zwar nachhaltig, allerdings liefert das Geschäftsmodell selbst keinen Nachhaltigkeitsbeitrag im Sinne der UN. Das ist bei unserem Fonds anders. Anleger wissen, dass die Portfoliounternehmen nicht nur nachhaltig wirtschaften, sondern mit ihren Produkten auch dazu beitragen, beispielsweise Hunger und Armut zu bekämpfen, Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen oder andere UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Paul Buchwitz

Fondsmanager DWS Invest SDG Global Equities

Warum messen Sie hinsichtlich der Zielerreichung den Umsatz und nicht zum Beispiel, wie viel CO2 durch die Produkte eines Unternehmens eingespart werden konnte, also die konkrete Auswirkung?

Hier gibt es zu viele Fehlerquellen und Datenlücken. Allein die Berechnung wie viel CO2 ein Windrad eingespart hat, ist ziemlich komplex. Dazu müsste man genau wissen, wie viel Strom wurde produziert, welchen Energiemix hat dieser Strom ersetzt, wie viel Energie wurde beim Bau und der Wartung der Windräder benötigt. Wir wollen den positiven Beitrag für unsere Kunden einfach, verständlich und nachvollziehbar darstellen auf Grundlage von Daten, die nicht geschätzt werden müssen. 

 
Bei vielen Nachhaltigkeitsfonds steht die Ökologie im Fokus. Auch bei Ihnen ein Schwerpunkt im Fonds?

Natürlich investieren wir auch in die Anbieter von erneuerbaren Energien oder von Technologien zur Wasseraufbereitung. Darüber hinaus spielen aber auch soziale Themen wie Bildung eine große Rolle. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt erfahrungsgemäß die Nachfrage nach Bildung. Darüber hinaus gibt es aber auch langfristige Trends, wie das lebenslange Lernen oder die Verschiebung des Bildungserwerbs von analoger Präsenz vor Ort in Richtung digitale Plattformen, die attraktive Anlagemöglichkeiten eröffnen könnten. Vor diesem Hintergrund hat der globale Bildungsmarkt mittlerweile das Volumen des Geschäfts mit dem Automobil erreicht. Unser Anlageuniversum ist also viel größer, was natürlich auch zahlreiche Diversifikationsmöglichkeiten bedeuten könnte.

Gemäß der Zielsetzung von Fondsmanager Paul Buchwitz können also auch Unternehmen im Portfolio sein, die zwar weniger als 50 Prozent des Umsatzes zu den SDG beitragen, die aufgrund ihrer Größe trotzdem aber wichtige Beiträge leisten.

Ihre Strategie marschiert stramm auf eine Milliarde Euro an verwaltetem Vermögen zu. Was sind die wichtigsten Treiber dafür?

Da ist zunächst das geänderte Verbraucherverhalten zu nennen. Immer mehr Menschen ernähren sich vegetarisch oder vegan, um nur ein Beispiel zu nennen. Dieses geänderte Verbraucherverhalten mündet dann in ein entsprechendes Anlegerverhalten. Nachhaltiges Investieren ist mittlerweile Bestandteil eines verantwortungsbewussten Lifestyles geworden. Und schließlich hat auch die Coronavirus-Pandemie dem Thema einen Schub gegeben. Verstärkt wird diese Entwicklung durch die Konjunkturprogramme der Staaten und supranationalen Organisationen, die zumeist nachhaltige Ansätze besonders fördern. 

 

Adressieren Sie alle SDG-Ziele gleich stark?

Nein, für uns ist der Gesamtbeitrag wichtig, den die Unternehmen im Portfolio leisten. Thematische Schwerpunkte werden eher durch Renditeerwartung bestimmt. Denn eine positive Wertentwicklung ist für uns genauso wichtig wie der positive Beitrag. Derzeit stehen die Themen Gesundheit, Umwelt und Bildung klar im Vordergrund.

DWS Invest SDG Global Equities LC Wachstumsorientiert

DWS Invest SDG Global Equities LC Wachstumsorientiert

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DWS International GmbH; Stand; 19.11 2020

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