19. Okt 2020 Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit: 17 Ziele, die die Welt verändern können

Vor fünf Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen 17 Nachhaltigkeitsziele. Die Entscheidung war ein Meilenstein – auch für die Finanzmärkte.

  • Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen gewinnen auch an den Finanzmärkten an Bedeutung.
  • Sie gehen über klassische Nachhaltigkeitskriterien hinaus – vor allem ärmere Länder sollen profitieren.
  • Spezialisierte Fonds wie der DWS Invest SDG Global Equities konzentrieren sich auf Unternehmen, die einen aktiven Beitrag zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele leisten.
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17 ambitionierte Ziele und 15 Jahre Zeit: Vor gut fünf Jahren am 25. September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen (UN) die Sustainable Development Goals (SDGs) für nachhaltige Entwicklung. Viele Staats- und Regierungschefs aus aller Welt waren gekommen, um diesen Moment persönlich mitzuerleben – unter ihnen auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Als es geschafft war – um 11:46 Uhr New Yorker Zeit – erhoben sich die Delegierten von ihren Sitzen. Sie klatschten und jubelten.[1]

Die SDGs sind ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Zukunft für Mensch und Umwelt. Mehr als zwei Jahre hatten die Vertreter der 193 Staaten um die Formulierungen gerungen. Heraus kam ein Katalog aus 17 nachhaltigen Entwicklungszielen mit 169 Unterpunkten, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Die Menschheit verpflichtet sich darin unter anderem, die Armut und den Hunger überall auf der Welt und in jeder ihrer Formen zu beseitigen. Allen Menschen soll der Zugang zu sauberem Wasser und einer vernünftigen Toilette garantiert werden. Überall auf der Erde sollen Jungen und Mädchen eine kostenlose Grundschulbildung bekommen. Eine Benachteiligung von Frauen und Mädchen soll es nicht mehr geben. Jeder Mensch soll Zugang zu umweltfreundlicher Energie haben.

Gigantisches Investitionsvolumen – Millionen neue Jobs

Die umfassenden Ziele erfassen so ziemlich alle Lebensbereiche. Gleichzeitig sind sie ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor. Allein in Entwicklungsländern fehlen laut UN 2,5 bis 3 Billionen Dollar jährlich, um sie zu erreichen.[2] Dabei rechnet die Staatengemeinschaft mit 380 Millionen Jobs, die durch die Erfüllung der Ziele weltweit in den unterschiedlichsten Branchen geschaffen werden können. Bis zu 12 Billionen Dollar wirtschaftlicher Leistung sollten jährlich durch die Ziele freigesetzt werden.[3]

Das macht die SDGs zu einem wichtigen Faktor bei Investitionsentscheidungen. Vor allem Kirchen und Stiftungen achten von jeher stark darauf, ihr Geld ökologisch und ethisch vertretbar anzulegen. Aber auch andere institutionelle Investoren und Privatanleger wollen ihr Geld zunehmend in nachhaltige Unternehmen und Projekte investieren. Die SDG-Kriterien bieten ihnen dafür eine willkommene Orientierung.

Zusätzliche Themen im Fokus

Viele Investoren schätzen an ihnen, dass sie über die bereits seit längerem in der Finanzwirtschaft bekannten ESG-Kriterien hinausweisen, die vor allem die Themen Umwelt und Klimaschutz (E), Soziale Standards (S) und gute Unternehmensführung (G) in den Fokus nehmen. Durch die Ziele der UN wird das nachhaltige Anlagespektrum also facettenreicher – auch, weil sie zusätzliche Fragen wie die Bekämpfung von Armut und Hunger, den Mangel an Bildung oder die Förderung von Frieden und Gerechtigkeit in den Fokus rücken.

Hinzu kommt, dass der klassische ESG-Ansatz vor allem darauf abzielt, nicht nachhaltige Unternehmen, von der Geldanlage auszuschließen. Mit den 17 Zielen der Vereinten Nationen können Anleger aus dem verbleibenden Universum gezielt Unternehmen auswählen, die einen positiven Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten.

Damit steigt für Unternehmen der Anreiz, ihr Engagement in Sachen Nachhaltigkeit zu verstärken und Produkte und Dienstleistungen auszubauen, die auf die SDGs einzahlen. „Die Mobilisierung von privaten Investorengeldern war von Anfang an Teil des Konzepts“, sagt DWS-Experte Paul Buchwitz. „Die Vereinten Nationen wussten, dass die 17 Ziele allein mit staatlichen Mitteln nicht finanziert werden können.“

Was denken Sie?

Welches Land liegt laut dem Sustainable Development Report 2020 bei der Erfüllung der SDGs vorne?

Sustainable Developement Report 2020, Seite 26, Tabelle 2

Umsatz im Sinne der Nachhaltigkeitsziele

Paul Buchwitz ist Fondsmanager des DWS Invest SDG Global Equities, der in Unternehmen investiert, die einen messbaren Beitrag zu mindestens einem der 17 Nachhaltigkeitsziele leisten. „SDG-Kriterien begünstigen die gezielte Auswahl von Beständen, die aktiv zu weniger Armut, Ungleichheit, Klima- und Umweltzerstörung beitragen“, sagt der DWS-Experte. „Unser Ansatz schließt die Einhaltung der ESG-Standards natürlich mit ein, geht aber darüber hinaus. Bevor wir investieren, wollen wir genau wissen, was ein Unternehmen macht – ob es tatsächlich Umsatz im Sinne von mindestens einem der UN-Nachhaltigkeitsziele erwirtschaftet“, erklärt Paul Buchwitz. Sein Anspruch: Im Durchschnitt aller Unternehmen sollten 50 Prozent der von ihnen erwirtschafteten Erträge zur Erreichung der 17 Ziele beitragen.

Wie wertvoll es sein kann, die bewusste Auswahl von Firmen, die zur Erfüllung der SDGs beitragen, mit der Prüfung klassischer ESG-Kriterien zu kombinieren, zeigt ein Beispiel. Nehmen wir einen weltweit führenden Arzneimittelhersteller, der von Bluthochdruck und Diabetes bis hin zu Depressionen und Asthma viele Krankheiten bekämpft. Er erwirtschaftet 58 Prozent seines Umsatzes mit Produkten und Dienstleistungen, die direkt auf das dritte SDG einzahlen – „ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern". Weil das Unternehmen aber zugleich in Skandale verstrickt ist, von denen der gravierendste die Manipulation von pharmazeutischen Daten ist, würde die Firma an der ESG-Hürde scheitern.

"Bevor wir investieren, wollen wir genau wissen, ob ein Unternehmen tatsächlich Umsatz im Sinne von mindestens einem der UN-Nachhaltigkeitsziele erwirtschaftet."

Paul Buchwitz, Fondsmanager DWS Invest SDG Global Equities

Die SDGs erfassen so gut wie alle Lebensbereiche und sind damit auch ein großer Wirtschaftsfaktor.

Nachhaltiges Investieren heißt also ständig aktiv zu sein, neue Entwicklungen aufzuspüren und einzuordnen. Und so engagiert sich die DWS seit vielen Jahren in diesem Bereich. Bereits 2008 unterzeichnete sie als einer der ersten Vermögensverwalter weltweit die Prinzipien des verantwortungsvollen Investierens (PRI) der Vereinten Nationen. 2018 hat die DWS die SDGs in ihre ESG Engine integriert, eine hauseigene Software, die die Daten von fünf auf unterschiedliche ESG-Kriterien spezialisierten Ratingagenturen nutzt und daraus eigene Nachhaltigkeits-Ratings, Bestenlisten aber auch mögliche Warnsignale erstellt.

ESG und Nachhaltigkeit sind für den Vermögensverwalter mittlerweile ein fester Bestandteil von Forschung und Analyse sowie ein wichtiges Kriterium bei Investitionsentscheidungen und der Entwicklung von neuen Produkten. Das Portfolio umfasst aktuell mehr als 30 aktive und passive Publikumsfonds.

Produktdetails des DWS Invest SDG Global Equities LD

  • Verwaltungsgesellschaft: DWS Investment S.A.
  • Währung: EUR
  • Auflegungsdatum: 02.11.2018
  • Fondsvermögen: 703,46 Mio. EUR
  • Fondsvermögen (Anteilklasse): 662,50 Mio. EUR
  • Ertragsverwendung: Ausschüttung
  • Geschäftsjahr: 01.01. - 31.12.
  • Ausgabeaufschlag: 5,00%
  • Verwaltungsvergütung: 1,500% zzgl. erfolgsbezogene Vergütung:
  • Nein Laufende Kosten (Stand: 31.12.2019): 1,660%

Risiken des DWS Invest SDG Global Equities LD

Markt-,branchen- und unternehmensbedingte Kursverluste, Wechselkursschwankungen, Anteilswert kann unter den Kaufpreis fallen, zu dem der Kunde den Anteil erworben hat. Das Sondervermögen weist aufgrund seiner Zusammensetzung / der von dem Fondsmanagement verwendeten Techniken eine deutlich erhöhte Volatilität auf, d.h., die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume erheblichen Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein.

Wertentwicklung in den vergangenen 12-Monats-Perioden des DWS Invest SDG Global Equities LD

Zeitraum

Netto

Brutto

16.10.2019 - 16.10.2020

16,96%

16,96%

02.11.2018 - 16.10.2019

12,11%

17,45%

DWS Invest SDG Global Equities

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1. Quelle: https://www.die-gdi.de/die-aktuelle-kolumne/article/die-2030-agenda-ist-beschlossen-jetzt-wird-sie-umgesetzt/

2. Quelle: https://www.un.org/sustainabledevelopment/sg-finance-strategy/

3. Quelle: http://businesscommission.org/news/release-sustainable-business-can-unlock-at-least-us-12-trillion-in-new-market-value-and-repair-economic-system

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