03. Dez 2021 Aktien

Fünf Tipps für Dividendenjäger

Dividendenaktien können ein wesentlicher Treiber des langfristigen Anlageerfolgs sein. Doch bei der Auswahl der richtigen Titel gilt es einiges zu beachten.

  • Dividenden können neben Kurssteigerungen einen wesentlichen Beitrag zur Wertentwicklung von Aktien leisten.
  • Dennoch wird der langfristige Effekt des Renditebausteins häufig unterschätzt.
  • Gerade in volatilen Marktphasen können Dividenden das Risiko im Portfolio abfedern. Sie können jedoch auch jederzeit gekürzt werden oder ausfallen.
4 Minuten Lesezeit

Mit Dividenden beteiligen Unternehmen ihre Anteilseigner am Gewinn. Sie können damit neben Kurszuwächsen eine zweite wichtige Ertragssäule für Aktienanleger bilden. Doch welchen Einfluss haben Dividenden auf den langfristigen Investmenterfolg? Und worauf sollten Aktionäre bei der Auswahl von Dividendentiteln achten? Fünf wichtige Tipps für Dividendenjäger.

 

1. Dividenden können den langfristigen Anlageerfolg maßgeblich beeinflussen

Obwohl Dividenden bei vielen Anlegern beliebt sind, wird ihr Beitrag zum langfristigen Anlageerfolg häufig unterschätzt. Wie groß der Einfluss der Ausschüttungen auf die Wertentwicklung sein kann, macht ein Blick auf den deutschen Leitindex Dax deutlich.

Üblicherweise wird der DAX als Performanceindex abgebildet. Dabei wird angenommen, dass die Dividenden, die die Unternehmen an ihre Anteilseigner ausschütten, stets in neue Aktien reinvestiert werden. Mit der daraus resultierenden Verzinsung der wiederangelegten Dividendenerträge konnte der DAX-Performanceindex dem weniger geläufigen DAX-Kursindex über die vergangenen 30 Jahre deutlich davoneilen. Der DAX-Kursindex berücksichtigt, wie sein Name verrät, im Vergleich zum Performanceindex nur die Kursentwicklung der Aktien. Und das kann langfristig schon mal mehr als die Hälfte des Anlageerfolgs ausmachen, wie die Gegenüberstellung zeigt.

Dividenden haben in den vergangenen zehn Jahren wesentlich zur Wertsteigerung des Dax beigetragen.


Langfristige Wertentwicklungen[1]

26.11.16 – 26.11.17 26.11.17 – 26.11.18 26.11.18 – 26.11.19 26.11.19 – 26.11.20 26.11.20 – 26.11.21
DAX-Performanceindex 22,1% -13,1% 16,6% 0,4% 14,8%
DAX-Kursindex 18,9% -15,5% 12,9% -2,6% 12,1%
Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Quelle: Refinitv Eikon Datastream, DWS International GmbH; Stand: 26. November 2021.

Aktien, die seit vielen Jahren mit konstanten oder steigenden Dividenden verknüpft sind, können dem Depot in unsicheren Zeiten Stabilität verleihen.

2.​ Dividendentitel können dem Depot in unsicheren Zeiten Halt geben

Darüber hinaus zeigen Studien, dass Unternehmen, die seit vielen Jahren konstante oder steigende Dividende ausschütten, eventuell auftretende Schwankungen im Depot ausgleichen können. Ihre Aktien sind im Vergleich zu anderen Titeln weniger volatil und scheinen wirtschaftlich herausfordernde Zeiten besser zu meistern.

Laut Thomas Schüßler, Co-Aktienchef bei der DWS, verwundert es daher nicht, dass dividendenstarke Aktien bei vielen Anlegern gerade in der andauernden Corona-Pandemie wieder stärker in den Fokus rücken. Der Fondsmanager steuert den mehr als 19 Milliarden Euro schweren Publikumsliebling DWS Top Dividende und ist überzeugt, dass Dividendenwerte besonders in unsicheren Zeiten eine wichtige Rolle im Depot einnehmen sollten. „Konservativ-gemanagte Dividendenfonds können Verluste während einer Marktkorrektur teilweise abfedern, da sie in Unternehmen mit Produkten und Dienstleistungen investieren, die auch in schwierigen Wirtschaftsphasen nachgefragt werden. Dadurch eröffnen sich auch in Krisenzeiten solide Zahlungsströme“, sagt Thomas Schüßler. Und diese hätten laut dem Fondsmager in den 18 Jahren seit Auflage des DWS Top Dividende immer wieder geholfen, die Nerven der Anleger zu schonen.

3. Dividenden sind nicht der neue Zins – aber eine Alternative im Niedrigzinsumfeld

In der Nullzinsära, in der es mit festverzinslichen Wertpapieren kaum noch etwas zu holen gibt, werden Dividenden gelegentlich als „neuer Zins“ bezeichnet. Tatsächlich klingt eine durchschnittliche Dividendenrendite[2] von mehr als zwei Prozent, wie sie derzeit bei DAX[3]-Unternehmen erwartet wird,[4] auf den ersten Blick verlockend. Sie liegt deutlich über den Zinsen, die sich am Geldmarkt oder auch mit Anleihen erwirtschaften lassen.[5] „Der Vergleich hinkt jedoch“, sagt DWS-Aktienexperte Thomas Schüßler: „Zwar können Dividendenaktien einen Beitrag leisten, dem Niedrigzinsumfeld zu begegnen – sie sind aber nicht mit Anleihen gleichzusetzen.“ Anleger müssten das verbleibende Kursrisiko in ihrer Kalkulation berücksichtigen.

Der Grund ist einfach: Wer Anleihen kauft, überlässt dem ausgebenden Unternehmen oder dem Staat zeitlich befristet Fremdkapital. Er erhält dafür regelmäßige Zinszahlungen und wird nicht an Gewinnen und Verlusten beteiligt. Wer dagegen Aktien kauft, stellt dem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung und wird so zum Anteilseigner. Der Anleger profitiert damit in guten Zeiten von Gewinnen, trägt aber auch Verluste mit, wenn das Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage gerät.“

„Dennoch bleiben Dividendenaktien unter dem Strich eine attraktive Anlage für einkommensorientierte Investoren. Wer in diesen Zeiten eine auskömmliche Rendite erzielen möchte, kommt um ein gewisses Risiko nicht herum“, so das Fazit von Thomas Schüßler.

Dividendenaktien können Anlegern im Niedrigzinsumfeld eine Chance eröffnen – sind aber nicht mit den als vergleichsweise sicher geltenden Anleihen gleichzusetzen.

Anleger sollten bei der Auswahl von Aktien nicht nur auf die Dividendenrendite achten, sondern weitere Kennzahlen berücksichtigen.

4. Eine fundierte Analyse ist bei der Auswahl von Dividendentiteln unerlässlich

Aktionäre, die ihr Anlagerisiko minimieren wollen, sollten sich bei der Titelauswahl nie nur auf eine Kennzahl verlassen. So kann etwa die gerne zu Rate gezogene Dividendenrendite schon mal einen trügerischen Anschein erwecken.

Die Dividendenrendite ergibt sich aus der Dividende je Aktie, geteilt durch ihren Kurs und multipliziert mit 100. Das zeigt: Ein hoher Wert muss nicht zwangsläufig eine stärkere Beteiligung der Aktionäre am Bilanzgewinn, also eine höhere Dividende bedeuten. Er kann auch das Ergebnis eines Kurseinbruchs sein.

Deshalb sollten Aktionäre weitere Kennzahlen berücksichtigen und die gesamte wirtschaftliche Situation des Unternehmens im Blick behalten. Zu einer fundierten Analyse zählt etwa die Frage, woraus die Dividende finanziert wird. Wichtig ist, dass sie durch die Gewinne des Unternehmens mehr als gedeckt wird, damit es noch genügend Kapital für mögliche (Re-)Investitionen hat. Zudem sollte die Dividende über die Zeit wachsen: Denn nur ein fundamental gut aufgestelltes Unternehmen ist in der Lage, langfristig seine Dividende zu zahlen und sie nachhaltig zu steigern.

5. Aktien gleichen den Dividendenabschlag in der Regel recht schnell aus

Damit ein Anleger bei deutschen Unternehmen dividendenberechtigt ist, muss er die entsprechende Aktie spätestens am Tag der Hauptversammlung kaufen. Ihr Kurs wird am sogenannten „ex-Dividendentag“ um die gezahlte Dividende bereinigt. Folglich reduzieren sich der Barbestand und der Wert des Unternehmens um den ausgeschütteten Betrag. Ausgeschüttet wird die Dividende manchmal erst einige Tage später, spätestens jedoch am dritten auf den Hauptversammlungsbeschluss folgenden Geschäftstag.

Aktien holen den Dividendenabschlag in der Regel relativ zügig wieder auf –  eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Ein Blick in die Historie zeigt, dass Aktien aus dem DAX die Lücke durchschnittlich innerhalb von zwei Handelsmonaten schließen. Vor allem trendstarke Titel, also Aktien, deren Wert sich in der Vergangenheit besonders positiv entwickelte, haben Dividendenabschläge historisch betrachtet vergleichsweise schnell kompensiert.[6] „Anleger, die das bestehende Kursrisiko minimieren wollen, sollten ihr Kapital über mehrere Werte breit streuen“, rät Thomas Schüßler.

Um das Portfolio weiter zu diversifizieren, kann sich auch ein Blick über den deutschen Tellerrand lohnen. Amerikanische Aktiengesellschaften zahlen ihren Anteilseignern zum Beispiel nicht einmal im Jahr, sondern vierteljährlich Dividenden. Das kann Anlegern auch im Sommer, Herbst und Winter die Chance auf attraktive regelmäßige Erträge bieten.

Nach der Dividendenausschüttung sinkt der Kurs einer Aktie zunächst. Der Abschlag wird aber meist wieder relativ schnell aufgeholt.

DWS Top Dividende

Nicht jeden Trend mitgemacht, aber seit 18 Jahren in Mode.

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1. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit, simuliert oder tatsächlich realisiert, ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Quelle: Refinitv Eikon Datastream, DWS International GmbH, Stand 26.11.2021.

2. Dividendenrendite: Höhe der Gewinnausschüttung an die Aktionäre (Dividende) in % zum aktuellen Preis der Aktie.

3. Der DAX ist der bedeutendste deutsche Aktienindex. Er misst aktuell die Wertentwicklung der 40 größten und liquidesten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes und repräsentiert rund 80 Prozent der Marktkapitalisierung börsennotierter Aktiengesellschaften in Deutschland.

4. Quelle: boerse-online.de (Stand: 19.11.2021): https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/die-hoechsten-dividendenrenditen-welche-aktien-aus-dax-mdax-und-co-besonders-ueberzeugen-1000520629 (Zugriff am 26.11.2021).

5. Quelle: boerse.de (2021): https://www.boerse.de/historische-kurse/Umlaufrendite-Anleihen-Deutschland/XY0000253194 (Zugriff am: 26.11.2021).

6. Ebd.

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