18. Jun 2019 Aktien

Investieren im Silicon Valley – „Die meinen es richtig ernst“

Der Fondsmanager Andre Köttner hat mehrere Monate lang das Silicon Valley besucht, um für die DWS Investitionschancen aufzuspüren und die dortigen Unternehmen persönlich unter die Lupe zu nehmen.

  • Nirgendwo auf der Welt gibt es gemessen an der Marktkapitalisierung so viele erfolgreiche Unternehmen an einem Ort wie im Silicon Valley.
  • Die enorme Ansammlung von Unternehmertum, technologischem Know-how und Kapital bringt immer neue Ideen und Unternehmen hervor.
  • Anleger sollten sich mit der Frage beschäftigen, welche Veränderungen es geben wird und was das für ihre bestehenden und zukünftigen Investments bedeutet.
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Andre Köttner

Global Co-Head of Equities

Woran erkennen Sie, ob sich ein Unternehmen auf einem guten Weg befindet?

Eine Sache, die wirklich auffällt, wenn Sie sich länger im Silicon Valley umsehen, ist die unterschiedliche Kultur der Unternehmen. Wenn Sie beurteilen sollen, welche Firma langfristig erfolgreich sein wird, ist das sehr bedeutsam. Die Kultur von Apple ist zum Beispiel total verschlossen. Alle Entwickler müssen dort unterschreiben, dass sie über ihre Arbeit nicht sprechen dürfen, nicht einmal untereinander. Die Leute arbeiten an kleinen Aufgaben und kennen oft gar nicht das große Ganze.

Das andere Extrem ist Google – also Alphabet. Das Unternehmen macht Grundlagenforschung in jede Richtung, bindet Leute aus allen möglichen Fachrichtungen ein, arbeitet eng mit Universitäten zusammen und stellt die Ergebnisse allen zur Verfügung. Die Gründer von Google kümmern sich heute gar nicht mehr um die Suchmaschine, die das ganze Geld verdient, sondern um die vielen Start-ups[1], die sie sonst noch überall haben. Ich glaube, dass man in einer sich schnell ändernden Welt nicht alles alleine kontrollieren kann. Daher halte ich das Google-Konzept für erfolgversprechender.

Entscheidend ist also letztendlich die Innovationsfähigkeit?

Das könnte man so sagen. Für jeden Investor ist es wichtig, sich mit neuen Entwicklungen zu beschäftigen. Wir müssen lernen, diese Ideen richtig einzuschätzen und zu beurteilen, was sie für einen Einfluss auf unser zukünftiges Handeln haben. Dann ergibt sich die Antwort auf die Frage nach dem Geschäftspotenzial fast automatisch. Das ist in den vergangenen Jahren sicher immer schwieriger geworden, einfach, weil die Entwicklung so ein enormes Tempo aufgenommen hat. Und genau deswegen ist es auch so wichtig, dass man sich als Fondsmanager auch vor Ort ein Bild macht. Wir von der DWS tun das jedenfalls.

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