09. Sep 2019 Nachhaltigkeit

DWS-Umfrage: Investoren ticken immer nachhaltiger

Eine zunehmende Zahl von Anlegern investiert mit Überzeugung in nachhaltige Finanzprodukte. Das zeigt eine DWS-Umfrage mit knapp 1000 Teilnehmern.

  • Jeder dritte Umfrageteilnehmer ist bereits in nachhaltige Finanzprodukte investiert.
  • Anleger richten auch ihren Lebensstil zunehmend nachhaltig aus.
  • Dieses Konsumentenverhalten kann wiederum Unternehmen helfen, ihre öffentliche Wahrnehmung zu verbessern.
2 Minuten Lesezeit

Schon jeder dritte Anleger gibt an, in ESG-Finanzprodukte zu investieren.

Die nachhaltige Geldanlage steigt in der Popularität bei Privatanlegern. Der Trend zu so genannten ESG-Finanzprodukten[1] dürfte auch auf einer zunehmend nachhaltigen Lebenseinstellung der Anleger basieren. Das zeigt die Auswertung einer Onlineumfrage auf DWS.de, die diesen Zusammenhang untersucht.

Zur Umfrage „Sind Sie ein Nachhaltigkeits-Profi?“

So beantwortet ein Drittel (33%) der Teilnehmer die Frage mit „Ja“, ob sie schon einen Teil ihres Vermögens in nachhaltige Geldanlagen wie ESG-Fonds investiert haben. „Dass bereits jeder Dritte diese Wahl getroffen hat, zeigt uns, dass wir mit unserer Fokussierung auf ESG-Strategien richtig liegen", sagt Ferdinand Haas, Leiter Produkt Europa & Asien bei der DWS. „Institutionelle Anleger haben den Anfang gemacht und den ESG-Trend über Jahre geprägt – die privaten Anleger folgen ihm nun."

Steigende Nachfrage von Privatanlegern nach ESG-Produkten

Der ESG-Trend hat unter Privatanlegern tatsächlich gehörig Fahrt aufgenommen. Das führende Branchenforum für nachhaltige Investments in Europa, Eurosif, meldete in seinem jüngsten Jahresbericht für 2018, dass mittlerweile über 30 Prozent aller nachhaltigen Finanzprodukte von privaten Investoren gehalten werden. Zum Vergleich: 2016 waren es 22 Prozent und 2014 gerade einmal 3,4 Prozent.[2]

Gefragt, welcher Aspekt ihnen bei der Entscheidung für eine nachhaltige Geldanlage am wichtigsten ist, antwortet ein knappes Drittel (30%) der DWS.de-Nutzer mit „Verantwortungsvolle Produktion“. Etwa ein Viertel (26%) entscheidet sich für ein ESG-Produkt, wenn es „Klimaschutz“ verspricht. „Sauberes Wasser“, „soziale Aspekte“ und „Gesundheit“ geben jeweils um die zehn Prozent als Anlass einer nachhaltigen Anlageentscheidung an.


Selten Renditeeinbußen bei ESG-Investments

Was bei alle dem hervorsticht: 42 Prozent der Investoren antworten mit „Ja“, werden sie gefragt, ob sie bei einer Anlage in ESG-Fonds Renditeeinbußen gegenüber konventionellen Produkten in Kauf nehmen würden. Und 30 Prozent antworten immerhin noch mit „Vielleicht“.

„Das zeigt zum einen, wie sehr viele Anleger von ESG-Finanzprodukten überzeugt sind. Andererseits ist die Inkaufnahme vermeintlich geringerer Renditen bei nachhaltigen Investments in der Regel unbegründet, wie immer mehr Studien zeigen“, erläutert Petra Pflaum, CIO for Responsible Investments bei der DWS. Zuletzt hatte das der Indexanbieter MSCI untersucht und war zu dem Ergebnis gekommen: Unternehmen mit gutem Nachhaltigkeitsrating erzielen höhere Profitabilität und je nach untersuchter Region sogar bessere Dividenden.[3] Ein sich über Jahre verbesserndes ESG-Rating kann oft zu einer überproportionalen Wertentwicklung[4] gegenüber dem breiten Markt führen.[5]


Zum Artikel „MSCI ermittelt: Was nachhaltiges Investieren wirklich bringt“

Mit ESG-Investments können Anleger in der Regel mehr Dividende erzielen.

Nachhaltige Alltagsgestaltung wird zum Trend

Dass immer mehr Investoren nachhaltig investieren, dürfte auch an ihrer zunehmend nachhaltigen Alltagseinstellung liegen. Auf die Frage, ob sie ihr CO2-Verhalten im Zuge der Klimaschutzdebatte bereits verändert hätten, sagen 29 Prozent: „Ja, ich fahre öfter Fahrrad“. 24 Prozent geben an, sie flögen weniger, 22 Prozent nutzen mehr den öffentlichen Nahverkehr und zwei Prozent der DWS.de-Leser haben sich ein Elektroauto gekauft.

Immer mehr Konsumgüterhersteller werben denn auch mit nachhaltig hergestellten Produkten. Dazu gehört etwa, dass der Energie- und Rohstoffeinsatz bei der Herstellung minimiert wird, aber auch, dass das Unternehmen seine Mitarbeiter fair behandelt. Auf Nachfrage sagen in der Umfrage 57 Prozent sie würden ihren Einkauf auf solche Produkte ausrichten.

Zudem geben 82 Prozent an, schon in Wärmedämmung oder sparsame Elektrogeräte investiert zu haben oder Ökostrom zu nutzen. „Je mehr Konsumenten Nachhaltigkeit in ihren Alltag bringen, desto stärker profitieren diese Unternehmen in ihrem Geschäft, aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung“, sagt Petra Pflaum, CIO for Responsible Investments bei der DWS. „Nachhaltiges Verhalten als Konsument hilft einem also auch als Investor weiter, wenn man entsprechend investiert ist.“

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Mehr entdecken

1. ESG steht für „Environment“, „Social“, „Governance“ und deckt die drei Nachhaltigkeitsbereiche Umwelt, soziale Fairness und Unternehmensführung ab.

2. http://www.eurosif.org/eurosif-2018-sri-study-launch-event/

3. MSCI, „MSCI Emerging Markets ESG Leaders“, Stand: Juli 2019, https://www.msci.com/documents/10199/c341baf6-e515-4015-af5e-c1d864cae53e

4. Outperformance bedeutet, dass sich der Kurs einer Aktie besser entwickelt als ein Vergleichsindex.

5. MSCI, „How Markets price ESG“, Stand: November 2018, https://www.msci.com/documents/10199/f3f252a7-0dbd-035b-e67c-964a87fbc

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