04. Mrz 2020 Aktien

Geldanlage ohne Aktien? Warum das keine gute Idee ist

Wie sinnvoll sind Aktien beim Vermögensaufbau? Eine Langfriststudie der DWS zeigt, womit Anleger in den nächsten zehn Jahren rechnen können.

  • Für Anleger, die im Niedrigzinsumfeld Rendite erzielen wollen, waren Aktien zuletzt vergleichsweise attraktiv.
  • Das sollte sich auch in der kommenden Dekade nicht ändern, zeigt eine aktuelle Langfriststudie der DWS.
  • Zwar dürften die Renditen von Aktien etwas moderater ausfallen, aber weiterhin deutlich über dem Niveau von Anleihen bleiben.
4 Minuten Lesezeit

„Wenn du nicht bereit bist, eine Aktie zehn Jahre zu halten, solltest du sie auch nicht zehn Minuten besitzen.“ Diese Worte stammen von Warren Buffet, einer der größten Investmentlegenden unserer Zeit und laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes – dem drittreichsten Menschen der Welt. Aber gibt es auch harte Zahlen, die dafürsprechen, dass sich ein Anlagehorizont von zehn Jahren bei Aktien auszahlt? Die Antwort lautet: ja.

Risiken der Aktienanlage zahlten sich langfristig aus

Wer in der vergangenen Dekade[1] zum Beispiel in den US-Aktienindex S&P 500 investierte, durfte sich über eine jährliche Gesamtrendite von 13,6 Prozent freuen. Hat der Anleger hingegen Aktien aus Schwellenländern gekauft und gehalten, konnte er im selben Zeitraum immerhin noch knapp die Hälfte dieser Rendite verbuchen.

"Wenn du nicht bereit bist, eine Aktie zehn Jahre zu halten, solltest du sie auch nicht zehn Minuten besitzen."

Warren Edward Buffet, US-amerikanischer Großinvestor, Unternehmer und Mäzen

Aktien erscheinen nach wie vor attraktiver als Anleihen

Soweit die Zahlen in der Vergangenheit. Aber wie sieht es eigentlich mit der Renditeerwartung von Aktien in den kommenden zehn Jahren aus? Mit dieser Frage hat sich die DWS in einer aktuellen Studie beschäftigt. Laut den Ergebnissen des „Long View“ dürfte sich ein langfristiges Aktienengagement auch in Zukunft lohnen. Trotz hoher Bewertungen, trotz gemischten Konjunkturaussichten, trotz deutlichen Kursrückgängen, die Anlegern wohl nicht erspart bleiben dürften. Für die nächste Dekade sollten Anleger bei Aktienanlagen in fast allen Regionen mit einem Plus von mindestens vier Prozent pro Jahr rechnen können.[2] Das ist deutlich mehr als von festverzinslichen Wertpapieren zu erwarten ist, wo die meisten Segmente nicht einmal die Drei-Prozent-Marke knacken. Am aussichtsreichsten erscheinen derzeit Titel aus den Schwellenländern. Bei Industriestaaten dürften weiterhin Aktien aus den USA das größte Renditepotenzial eröffnen.

Nutzen Sie Aktien oder Aktienfonds zum langfristigen Vermögensaufbau?

Bei Aktien eröffnen Schwellenländer und die USA Anlegern die höchsten Renditechancen.

Doch wie kann die DWS überhaupt Renditeerwartungen für die nächsten zehn Jahre beziffern? Natürlich können auch die DWS-Experten keine Prognose mit einhundert-prozentiger Eintrittswahrscheinlichkeit aufstellen, da sich die Rahmenbedingungen kontinuierlich ändern. Aber indem sie lange Zeitreihen zur Wertentwicklung von Anlageklassen mit verschiedenen Einflussfaktoren verknüpfen, können sie Schätzungen vornehmen, die Anlegern eine sehr gute Orientierung bieten.[3]

So zeigen etwa historische Untersuchungen, dass Renditen über längere Zeiträume immer wieder zu ihrem Durchschnitt zurückzukehren.[3] Wer mit dieser Erkenntnis die langfristige Beziehung von Rendite und anderen wirtschaftlichen Variablen wie dem Wirtschaftswachstum und der Inflation analysiert, kann daraus Trends ableiten.

Beispielsweise hat die DWS für US-Aktien festgestellt, dass die jährliche Gesamtrendite seit 1871 im Schnitt 3,6 Prozentpunkte über dem Bruttoinlandsprodukt des Landes lag. Das Verhältnis garantiert zwar keine Mehrrendite für die Zukunft, liefert aber einen konkreten Hinweis, wie sich US-Aktien im Zeitverlauf zu dieser Variable verhalten. Und das wiederum kann fundierte Hochrechnungen ermöglichen.

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Die Annahmen, die dem Long View zugrunde liegen, werden einmal jährlich überprüft und angepasst. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Renditeprognose der DWS für Aktien moderater aus. Grund ist ein schwächeres globales Wirtschaftswachstum. Zudem haben starke Kursentwicklungen an einigen Aktienmärkten 2019 die zu erwartende Rendite gedrückt. Deren Titel sind nun vergleichsweise hoch bewertet.

Für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont rückt die Frage nach dem richtigen Einstiegszeitpunkt in den Hintergrund.

Dennoch gilt unter dem Strich: Auch ein Renditeausblick von jährlich mindestens vier Prozent für die meisten Regionen lässt Aktien im Niedrigzinsumfeld noch immer vergleichsweise attraktiv erscheinen.

Eine gute Nachricht zum Schluss, gerade in unruhigen Börsenzeiten mit teils auch kräftigen zwischenzeitlichen Verlusten: Der Long View zeigt, dass das Timing, also der Zeitpunkt des Einstiegs, beim langfristigen Investieren in den Hintergrund rückt, da Renditeunterschiede mit der Zeit weitgehend verflachen. Das heißt, wer die Chancen des Aktienmarktes nutzen will, muss sich weniger um den richtigen Einstiegszeitpunkt sorgen. Vielmehr sollte er, wie Warren Buffet meinte, einfach bereit sein, Titel mindestens zehn Jahre zu halten.

Langfristige Wertentwicklungen

Index 01/15– 01/15 01/16 – 01/17 01/17 –01/18 12/18 – 12/19 01/19 – 01/20
S&P 500 -0,70% 20,00% 26,40% -2,30% 21,70%
MSCI Emerging Markets -29,90% 47,80% 30,10% -5,10% -3,5%
Dax -8,40% 17,70% 14,30% -15,30% 16,20%

Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit, simuliert oder tatsächlich realisiert, ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Quellen: Bloomberg L.P., DWS International GmbH, Stand 27.02.2020. 

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Mehr entdecken

1. Quelle: DWS Research Institute, DWS Long View, Januar 2020; Betrachtungszeitraum Dezember 2009 bis Dezember 2019.

2. Quelle: DWS Research Institute, DWS Long View, Januar 2020

3. Quelle: DWS Research Institute, DWS Long View, Januar 2020

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