08. Okt 2021 Marktausblick

Immobilienkrise in China belastet – zumindest kurzfristig

Marktausblick | Aktien

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Letzten Monat hieß es an dieser Stelle noch sinngemäß: diverse Widrigkeiten und Unsicherheitsfaktoren konnten den Aktien-  märkten bisher nichts anhaben. Einen Monat später hat sich die Situation geändert. Die Aktienmärkte sind Ende des dritten, Anfang des vierten Quartals erheblich unter Druck gekommen. Wie lange die wohl über- fällige Korrektur dauern wird, kann niemand seriös vorhersagen. Im vierten Quartal könnten sich die Gewinne der Unternehmen nicht mehr so gut entwickeln wie zuletzt. Höhere Materialkosten und ein sich abzeichnender Mangel an Arbeitskräften könnte die Dynamik bremsen. Ein weiterer großer Unsicherheitsfaktor sind die Unruhen am chinesischen Immobilienmarkt, die immer weitere Kreise zu ziehen scheinen. Noch ist unklar, ob die chinesische Regierung willens ist, eine weitere Eskalation der Lage zu vermeiden.

Die Probleme im Immobilienbereich jedenfalls stehen im Zusammenhang der Regulierungsoffensive in China, die zuvor schon Technologie- und Bildungsdienstleister ins Visier genommen hatte. „Momentan sind wir in China unterge- wichtet und bei Schwellenländern insgesamt neutral positioniert“, sagt Sean Taylor, Chefanlagestratege Asien-Pazifik. Anders sieht die mittel- bis längerfristige Perspektive aus. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate liegen die Renditeerwartungen für asiatische Aktien (ohne Japan) bei sechs Prozent. Asiatische Schwellenländer gehören trotz der gestiegenen Unsicherheiten damit im Aktienbereich zu unseren Favoriten.

Sean Taylor

Chefanlagestratege Asien-Pazifik bei der DWS

Aktien USA

Die Dynamik bei den Unternehmensgewinnen dürfte sich so nicht fortsetzen

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  • Der S&P 500 hat im September mit minus 4,7 Prozent sein erstes negatives Monatsergebnis seit dem Januar dieses Jahres eingefahren.

  • Die erwarteten US-Steuererhöhungen könnten dazu führen, dass die Unternehmensgewinne 2022 nicht mehr zulegen können, was Druck auf die Bewertungen bringen könnte.

  • Die DWS bleibt bei US-Titeln bei ihrem Fokus auf margen- und wachstumsstarken Technologieaktien und zyklischen Qualitätstiteln.

 

Aktien Deutschland

Fokus auf Risiken setzt Kurse unter Druck – mittelfristige Aussichten intakt

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  • Lieferengpässe haben dazu geführt, dass in der deutschen Industrie die Aufträge im August unerwartet stark gesunken sind. Das Statistische Bundesamt meldete einen Rückgang von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Besonders betroffen: die Automobilindustrie.

  • Der deutsche Leitindex Dax hat seit September deutlich Boden eingebüßt und hat im laufenden Jahr etwa die Hälfte seiner Kursgewinne wieder abgegeben. Kurzfristig sind weitere Kursverluste nicht auszuschließen.

 

Aktien Eurozone

Europäische Nebenwerte mit größtem Potenzial

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  • Auch bei den Aktien der Eurozone hat im September eine Korrektur eingesetzt.

  • Eine Outperformance europäischer Titel gegenüber US-Aktien erwartet die DWS nicht.

  • Einige zyklische Titel scheinen mittlerweile hoch bewertet. Am aussichtsreichsten dürften kleine und mittelgroße börsennotierte Gesellschaften sein.

 

Aktien Schwellenländer

Kurzfristig deutliche Belastungen, mittelfristig aussichtsreich

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  • Die finanzielle Schieflage von Chinas zweitgrößtem Immobilienentwickler Evergrande hat die asiatischen Märkte, die ihren Pendants in Europa und den USA im laufenden Jahr sowieso schon deutlich hinterherliefen, zusätzlich belastet.

  • So hat der Hang Seng Index der Börse Hongkong mehr als 20 Prozent vom Top verloren.

  • Mittelfristig bleibt Asien für die DWS aber dank günstiger Bewertungen und eines starken Gewinnwachstums eine aussichtsreiche Anlageregion.

Legende

Die strategische Sicht bis September 2022
Die Anzeigen signalisieren, ob die DWS eine Aufwärtsentwicklung, eine Seitwärtsentwicklung oder eine Abwärtsentwicklung der betreffenden Anlageklasse erwartet. Sie geben das kurzfristige und langfristige Ertragspotenzial für Investoren an.

Gruen_Positiv_DE.png
  • Positives Ertragspotenzial
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  • Gewinnchancen, aber auch Verlustrisiken sind eher begrenzt
Rot_Negativ_DE.png
  • Negatives Ertragspotenzial

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