17. Nov 2021 Marktausblick

„Aufwärtstrend ist intakt“

Marktausblick | Markt & Makro

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Nach dem durchwachsenen September, in dem an den Märkten die Risiken mehr gespielt wurden als die Chancen, – Stichwort Stagflation –, starteten die Aktienmärkte wieder durch und erzielten zuletzt neue Höchststände. „Wir beobachten in der Realwirtschaft eine zwischenzeitliche Verlangsamung eines ansonsten intakten Aufwärtstrends“, sagt Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der DWS. Zwar gebe es Engpässe auf der Angebotsseite, was zu niedrigeren Konsum- und Investitionsausgaben führe.

Dies sei aber nur ein vorübergehender Effekt, der mutmaßlich im kommenden Jahr aufgeholt werden könne. „Das sollte dazu führen, dass die derzeit sehr hohen Inflationsraten in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres deutlich zurückgehen“, erwartet Kreuzkamp.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibe – zumindest kurzfristig – die wirtschaftliche Entwicklung in China. Wie stark die Wachstumsraten unter den staatlichen Regulierungen leiden werden, ist derzeit schwer abzuschätzen. Fünf Prozent sollten aber auch 2022 drin sein. An den Aktienmärkten könnte die Stimmung in China 2022 ins Positive drehen.

Stefan Kreuzkamp

DWS-Chefanlagestratege & Mitglied der Geschäftsführung

Themen, die die Kapitalmärkte bewegen

 

Zinspolitik: Notenbanken agieren weiterhin sehr vorsichtig

  • Die Erwartungen der Märkte, dass die Zentralbanken in den Industrieländern mehr Tempo machen bei der Rückführung der lockeren Geldpolitik, wurden nicht erfüllt.

  • Der wichtigste Akteur, die US-Notenbank Fed, kündigte an, ihre Anleihekäufe zu reduzieren. Die ersten Zinserhöhungen dürften in den USA aber wohl erst Ende 2022 kommen.

Inflation: Rückgang erwartet – Lohnentwicklung ein kritischer Faktor

  • Die hohen Energiepreise und Lieferprobleme führten dazu, dass die Inflationsrate in der Eurozone mit 4,1 Prozent den höchsten Stand seit Juni 2008 erreicht hat. In Deutschland  lag sie mit 4,5 Prozent und in Spanien mit 5,5 Prozent noch höher. Die USA meldeten im September 5,4 Prozent.

  • Im kommenden Jahr dürften die Inflationsraten zurückgehen. Wie stark hängt auch von der Entwicklung der Lohnkosten ab, die derzeit im Niedriglohnsektor in den USA schon deutlich zulegen.

Zwei Megatrends für die nächsten Jahre

  • Strategien zur Rückführung der CO2-Emissionen auf Netto-Null (englisch: Net Zero), um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, gewinnen an Bedeutung. Inzwischen räumen auch die Zentralbanken dem Klimawandel Priorität ein.

  • Der Trend  zur Digitalisierung, der mit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie noch befördert wurde, ist intakt und dürfte sogar noch weiter Fahrt aufnehmen. Dennoch sind auch in diesem Bereich längst nicht alle Geschäftsmodelle nachhaltig und zukunftsträchtig.

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