10. Sep 2020 Marktausblick

Aussichten für Aktien bleiben moderat positiv

Marktausblick | Markt & Makro

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„Unsere Kapitalmarktprognosen sind nach   wie vor positiv, aber nicht überschwänglich“,  fasst Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der DWS, den Blick auf die Märkte zusammen. Die wirtschaftliche Erholung sollte sich etwas abgeschwächt auch im Jahr 2022 fortsetzen. Für das Jahr 2023 rechnet Kreuzkamp damit, dass sich die Wachstumsraten auf dem Niveau vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie einpendeln dürften. Eine wichtige Rolle für den Aufschwung spielten weiterhin die große fiskalpolitische Unterstützung sowie die lockere Geldpolitik der Zentralbanken.

Dass die Aussichten für die Aktienmärkte angesichts des kräftigen erwarteten globalen Wachstums – 5,8 Prozent für 2021 und 4,5 Prozent für 2022 – dennoch eher gedämpft sind, hängt maßgeblich an den hohen Bewertungen. „Dank der guten erwarteten Entwicklung der Unternehmens-gewinne und weiter niedriger Zinsen gehen wir in den kommenden zwölf Monaten für globale Aktienanlagen im Durchschnitt von einer Gesamtrendite von fünf Prozent aus“, so Kreuzkamp. Eine höhere Bewertung sieht Kreuzkamp nicht. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis in den USA dürfte bei 22 bleiben. Die anderen Industrieländer würden voraussichtlich weiter mit deutlichen Abschlägen gehandelt.

Stefan Kreuzkamp

DWS-Chefanlagestratege & Mitglied der Geschäftsführung

Themen, die die Kapitalmärkte bewegen

 

Wirtschaftswachstum: Erholung setzt sich fort, Höhepunkt der Wachstumsraten wohl erreicht

  • Die Wirtschaft in den USA profitiert von den riesigen staatlichen Konjunkturprogrammen. Die DWS erwartet für 2021 ein Wachstum von 6,2 und für 2022 von 4,7 Prozent.

  • Die Aussichten für die Eurozone haben sich zuletzt leicht verbessert. Erwartetes BIP-Wachstum: 4,5 Prozent im laufenden Jahr und 4,6 Prozent im Jahr 2022.

  • Für China hat die DWS die Wachstumsprognosen für das Jahr 2021 von 8,7 auf 8,2 Prozent zurück-genommen. Ein Grund: Die massiven Regulierungswellen, die das Wachstum erst einmal dämpfen dürften.

Notenbanken: Noch keine Zinserhöhungen in Sicht

  • Weder die US-Notenbank Fed noch die EZB dürften in den kommenden zwölf Monaten die Zinsen erhöhen.

  • Die Fed könnte ab dem Jahreswechsel damit beginnen, die Anleihekäufe langsam zurückzufahren. Im vierten Quartal will auch die Europäische Zentralbank beginnen, die Anleihekäufe leicht zu reduzieren.

Bundestagswahl: Starke Auswirkungen auf Kapitalmärkte eher unwahrscheinlich

  • Die Unsicherheit bezüglich des Wahlausgangs und  möglicher Koalitionen ist so hoch wie lange nicht mehr.

  • Bei wichtigen Fragestellungen wie der Bekämpfung des Klimawandels, Digitalisierung und Bildung liegen die etablierten Parteien nicht sehr weit auseinander. Die Auswirkungen des Wahlausgangs auf die Kapitalmärkte dürften überschaubar sein. Infos und Analysen unter: Bundestagswahl 2021

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