i

Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS

Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.

Mark­taus­blick – Septem­ber 2026

Makro
Aktien
Staatsanleihen
Währungen
Real Estate
Rohstoffe

11.09.2026

Trotz aller Krisen sind die Aussichten für das globale Wachstum erstaunlich gut. Und auch die globalen Aktienmärkte dürften noch einiges an Potenzial haben. Allerdings gibt es auch einige Risikofaktoren, beispielsweise das erhöhte Zinsniveau.

Headshot image of veeda

Vincenzo Vedda

Chefanlagestratege

Andre Köttner

Andre Köttner

Fondsmanager

Employees walking to work in the city at sunrise

Überblick:

1. Markt & Makro

Positive Aussicht auf globale Aktienmärkte – Gewinnwachstum entscheidend

„Die Weltwirtschaft hat den durch den Irankonflikt ausgelösten Energiepreisschock erstaunlich gut verkraftet. Unser Basis-Szenario ist eine fortgesetzte Expansion“,
sagt Chefanlagestratege Vincenzo Vedda. Allerdings zeichne sich zunehmend eine
Zweiteilung der wirtschaftlichen Dynamik ab. Einerseits blieben Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) ein zentraler Wachstumstreiber für die USA und stützten die Unternehmensgewinne. Andererseits gebe es auch Bereiche mit deutlichen Bremsspuren. Die Dynamik beim Konsum, im Wohnungsmarkt und auch in Teilen des Arbeitsmarktes sei rückläufig.

Und auch beim Thema KI sei Realismus gefragt. „Das Wachstum der Investitionen dürfte allmählich seinen Höhepunkt erreichen“, erwartet Vedda. Ob die Erfolgsgeschichte so fortgeschrieben werden könne, hänge dann maßgeblich davon ab, ob die enorm hohen Investitionen zu einer entsprechenden Monetarisierung und zu Produktivitätsgewinnen führten. „Der grundsätzlich positive Ausblick auf die Weltwirtschaft spiegelt sich in unserer positiven Sicht auf die globalen Aktienmärkte bis September 2027 wider“, so Vedda. Es werde aber darauf ankommen, ob die Unternehmen ihr Gewinnwachstum weiter steigern könnten. Denn höhere Kurse aufgrund von höheren Bewertungen hält Vedda für unwahrscheinlich. Dagegen spreche auch das inzwischen sehr hohe Zinsniveau.

Positiv bewertet Vedda, dass sich das Gewinnwachstum in den USA zuletzt deutlich auf mehr Unternehmen verteilt hat und nicht mehr ganz so stark auf die „Glorreichen Sieben“ Technologieunternehmen beschränkt war. Damit sich diese positiven Erwartungen realisierten, müssten allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Straße von Hormus müsse zumindest teilweise geöffnet bleiben, die Industrieländer müssten nahe an ihrem Potenzial expandieren und eine Rezession vermieden werden. Zudem komme dem künftigen Zinsniveau eine wichtige Rolle zu. "Wir gehen davon aus, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen unter fünf Prozent bleiben wird“, so Vedda. Ansonsten könnte der Stressfaktor an den Aktienmärkten steigen.

Themen, die die Kapitalmärkte bewegen

Konjunktur: Globales Wachstum dürfte leicht anziehen

  • Für 2026 rechnen wir mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent und für 2027 mit einer leichten Beschleunigung auf 3,3 Prozent.

  • Die US-Wirtschaft dürfte in diesem Jahr um 2,1 Prozent und im kommenden Jahr um 2,0 Prozent wachsen. Für die Eurozone erwarten wir eine Beschleunigung des Wachstums von 0,9 Prozent auf 1,3 Prozent.

Inflation: Preissteigerungen dürften 2027 langsam zurückgehen

  • Wir erwarten, dass die Inflation in den USA im kommenden Jahr deutlich auf 2,3 Prozent (2026: 3,2 Prozent) sinken wird. Die preistreibenden Effekte von Zöllen und Ölpreisen dürften nachlassen. Die erwartete schwächere Entwicklung am Arbeitsmarkt und rückläufige Lohnsteigerungen dürften ebenfalls bremsen.

  • Für die Eurozone erwarten wir einen Rückgang der Inflation im Jahr 2027 auf 2,5 Prozent (2026: 3,1 Prozent).

Notenbanken: Nur eine Zinserhöhung in den USA erwartet

  • Angesichts dessen, dass das Inflationsziel von zwei Prozent in den USA seit geraumer Zeit verfehlt wird, rechnen wir in den kommenden 12 Monaten mit einem Zinsschritt der US-Notenbank auf 3,75 bis 4 Prozent.
  • In der Eurozone dürfte mit der Zinserhöhung im September auf 2,5 Prozent der Zinserhöhungszyklus unserer Ansicht nach an sein Ende gekommen sein.

Risiken: Weiter steigende Anleiherenditen und geopolitische Eskalation

  • Auch wenn die Wachstumsaussichten positiv bleiben und die Inflation langsam nachgibt, gibt es deutliche Risiken für die Entwicklung an den Märkten, die dem positiven Szenario einen Strich durch die Rechnung machen könnten.
  • Insbesondere höhere Anleiherenditen und die nach wie vor enormen geopolitischen Unsicherheiten könnten zu negativen Überraschungen führen. 

2. Aktien

Die richtige Mischung zwischen Disruption und Kontinuität ist entscheidend

Fondsmanager Andre Köttner gilt als großer Anhänger der sogenannten Hantelstrategie, zumindest wenn es um seine Geldanlage geht. Auf der einen Seite dieser „Hantel“ sieht er die aktuellen und vermutlich auch zukünftigen Profiteure der Künstlichen Intelligenz. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die kaum Berührungspunkte mit Technologie und insbesondere KI haben und deren Geschäftsmodelle voraussichtlich weniger stark vom enormen Veränderungsdruck durch KI betroffen sind und auf absehbare Zeit eher nicht verdrängt werden.

Mit diesem Ansatz versucht Köttner, der in seinen Fonds nahezu durchgehend vollständig in Aktien investiert ist, die Schwankungsanfälligkeit seiner Strategien zu verringern. Damit positioniert er sich auch deutlich anders als viele andere Marktteilnehmer. Trotz der insgesamt erneut sehr guten Entwicklung an den Börsen in diesem Jahr hält er eine gewisse Vorsicht für angebracht. „Die Nervosität hat zuletzt spürbar zugenommen. Anleger wechseln teilweise innerhalb weniger Tage zwischen Euphorie und Skepsis“, so Köttner. Mal rücken die Gewinner des KI-Booms in den Mittelpunkt, mal jene Unternehmen, die als mögliche Verlierer der technologischen Entwicklung gelten. Daraus resultieren häufiger starke Kursschwankungen von zehn Prozent und mehr innerhalb kurzer Zeit.

Auch das Thema steigender Zinsen kann Köttner als Aktienfondsmanager nicht außer Acht lassen. Sie stellen einen Risikofaktor für Aktien dar, da dadurch zukünftige Unternehmensgewinne heute weniger wert sind als bei niedrigeren Zinsen. Seine Strategie lautet daher: „Ich brauche Unternehmen mit geringer Verschuldung, die über Preissetzungsmacht verfügen“, so Köttner. Gerade Letzteres sei im aktuellen Umfeld erhöhter Inflation besonders wichtig. Unternehmen mit soliden Bilanzen, geringer Verschuldung und der Fähigkeit, gestiegene Kosten an Kunden weiterzugeben, hätten einen echten Mehrwert. Solche Geschäftsmodelle könnten auch dann attraktiv bleiben, wenn sich das makroökonomische Umfeld schwieriger entwickele. Auf europäische Aktien blickt Köttner grundsätzlich zuversichtlich, ohne zur Euphorie zu neigen.

In Sachen KI sei hier nicht viel zu holen. Jede Region habe ihre Stärken. In Europa lägen die beispielsweise bei Gesundheitstiteln, Finanzwerten oder auch Versicherern. Auch im Maschinenbau und bei Luxusgütern werde er fündig für seine langfristige Investmentstrategie.

Hohes Tech-Gewinnwachstum treibt die Kurse

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH, Stand: 03.09.2026

Aktien USA

Aussicht auf weiter sprudelnde Unternehmensgewinne dürfte Kurse stützen

 

  • Die nach wie vor erwarteten, steigenden Unternehmensgewinne dürften US-Aktien weiterhin unterstützen. Nicht nur bei den KI-Unternehmen ist die Gewinnentwicklung positiv. Die Basis hat sich verbreitert. Auch alle anderen Sektoren tragen zu diesen positiven Aussichten bei.
  • Unser neues Kursziel für den S&P 500 per September 2027: 8.400 Punkte.

 

Aktien Deutschland

Dax mit deutlichem Kurspotenzial 

 

  • Wir halten eine Gesamtrendite von etwa zehn Prozent für den Dax auf Sicht von zwölf Monaten für realistisch, auch wenn der Bewertungsabschlag gegenüber US-Titeln zuletzt zurückgegangen ist. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich die Sektorengewichtung geändert hat. Der Anteil von Auto- und Chemieunternehmen ist deutlich geringer als in der Vergangenheit.
  • Unser Kursziel für den Dax per September 2027: 28.600 Punkte.

 

Aktien Europa

Turnaround bei den Unternehmensgewinnen dürfte für Rückenwind sorgen

 

  • Knapp zweistellige Gesamtrenditen sind unserer Ansicht nach auch mit europäischen Aktien auf Sicht von zwölf Monaten möglich. Hauptgrund: Die Unternehmensgewinne dürften nach drei Jahren Stagnation deutlich zulegen.
  • Unser Kursziel für den Stoxx 600 per September 2027: 690 Punkte.

 

Japan

Noch deutlich Luft nach oben – trotz schon sehr gut gelaufener Aktienkurse  

 

  • Die Aussichten für japanische Aktien sind unserer Ansicht nach noch etwas besser als für europäische und US-Titel.

  • Sowohl die binnenwirtschaftliche als auch die exportseitige Gewinndynamik dürften robust bleiben. Darüber hinaus entwickeln sich Unternehmensführung und Aktienrückkäufe weiterhin positiv.

  • Unser Kursziel für den MSCI Japan per September 2027: 2.760 Punkte.

3. Anleihen

Attraktive Ertragschancen mit Anleihen aus Schwellenländern

Schwellenländeranleihen, insbesondere Staatsanleihen, bieten derzeit interessante Ertragschancen. Knapp zweistellige Gesamtrenditen – Zinszahlungen, Kursentwicklung und Wiederanlageerträge – scheinen auf Sicht von zwölf Monaten möglich. Rückenwind dürfte von einem robusten globalen Wachstum, positiven Ratingentwicklungen und der Aussicht auf einen schwächeren US-Dollar kommen. Allerdings sind viele gute Nachrichten bereits in den Kursen enthalten. Bei Staatsanleihen erscheint das Potenzial für weiter sinkende Risikoaufschläge daher begrenzt. Dazu wäre eine Entspannung im Golfraum notwendig, die aktuell einmal mehr sehr fraglich erscheint. Steigende reale US-Renditen könnten sich dagegen negativ auswirken.

Asiatische Unternehmensanleihen werden von soliden Unternehmensdaten, einer hohen regionalen Nachfrage und einem begrenzten Neuangebot gestützt. Die hohe Sparquote dürfte helfen, neue Anleihen aufzunehmen. Allerdings liegen die Risikoaufschläge nahe ihrer historischen Tiefstände. Steigende Energiepreise, geopolitische Spannungen und neue Handelskonflikte bleiben zentrale Risiken. Fazit: Die Attraktivität von Schwellenländeranleihen liegt an ihrem laufenden Ertrag, nicht an einem hohen Kurspotenzial. Risikoreiche Hochzinstitel erscheinen uns wegen ihres höheren laufenden Ertrags leicht attraktiver als Anleihen guter Bonität.

 

Renditen von Staatsanleihen auf hohem Niveau

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH, Stand: 04.09.2026

Staatsanleihen USA (10 Jahre)

Attraktives Renditepotenzial

 

  • Wir erwarten einen leichten Renditerückgang auf 4,50 Prozent per September 2027.
  • Die erwartete Gesamtrendite liegt damit bei etwa sieben Prozent.

 

Staatsanleihen Deutschland (10 Jahre)

Kurschancen bei Bundesanleihen

 

  • Die Renditen deutscher Bundesanleihen dürften ebenfalls leicht sinken, auf 3,10 Prozent.

  • Das entspricht einer erwarteten Gesamtrendite von deutlich mehr als 5 Prozent.

 

Staatsanleihen Schwellenländer

Hohes Renditepotenzial, hohes Risiko

 

 

  • Bei Staatsanleihen von Schwellenländern erwarten wir keine wesentlichen Renditeänderungen.
  • Gesamtrenditen von 9,6 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten dürften die höheren Risiken gut entlohnen.

 

Unternehmensanleihen

Investment Grade

USAEurozone

 

 

High Yield

USAEurozone

 

4. Währungen

Euro/Dollar: Nur noch begrenztes Aufwertungspotenzial für den Euro  

  • Die Kombination aus hohen Refinanzierungsbedarfen und umfangreichen Haushaltsdefiziten entwickelt sich zunehmend zu einem Belastungsfaktor für die US-Währung. Für den Euro spricht zudem ein moderat verbesserter Konjunkturausblick in der Eurozone.
  • Wir rechnen per September 2027 mit einem Euro-Dollar-Wechselkurs von 1,20 und somit mit einer leichten Abschwächung des Dollars.

5. Alternative Anlagen

Gold: Hohen Anleiherenditen dürften Aufwärtspotenzial begrenzen  

 

  • Wir halten an unserer positiven Einschätzung für Gold fest. Unterstützt wird diese durch die anhaltenden Käufe der Zentralbanken, fiskalische Bedenken sowie die Diversifizierung weg von US-Staatsanleihen. Die derzeit hohen realen und nominalen Renditen könnten das kurzfristige Aufwärtspotenzial jedoch begrenzen.
  • Unser Kursziel für die Feinunze per September 2027: 5.000 Dollar

Legende

Die strategische Sicht bis September 2027

Die Anzeigen signalisieren, ob wir eine Aufwärtsentwicklung, eine Seitwärtsentwicklung oder eine Abwärtsentwicklung der betreffenden Anlageklassen erwarten. Sie geben das kurzfristige und langfristige Ertragspotenzial für Investoren an.
 

Gruen_Positiv_DE.png
  • Positives Ertragspotenzial
Orange_Mittel_DE.png
  • Gewinnchancen, aber auch Verlustrisiken sind eher begrenzt
  • Negatives Ertragspotenzial

 Quelle: DWS Investment GmbH; CIO Office, Stand: 11.09.2026  

DWS-Markt­aus­blick – September 2026
Artikel als PDF her­unter­laden

Weit­ere The­men