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Mark­taus­blick – Feb­ru­ar 2026

Makro
Aktien
Staatsanleihen
Währungen
Real Estate
Rohstoffe

10.02.2026

Sind die Märkte notorisch optimistisch, realistisch oder gar auf einem Auge blind, was die Risiken betrifft? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht.  

Chefanlagestratege Vincenzo Vedda

Vincenzo Vedda

Chefanlagestratege

Porträtfoto, Madeleine Ronner

Madeleine Ronner

Headshot image of Vera Fehling

Vera Fehling

CIO Western Europe

Employees walking to work in the city at sunrise

Überblick:

#1 Markt & Makro

Optimismus ja, Euphorie nein – Risiken an den Märkten nicht ausblenden

  • „Sind die Märkte notorisch optimistisch, realistisch oder gar auf einem Auge blind, was die Risiken betrifft? Eine eindeutige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. „Klar ist, dass wir uns in einem Umfeld deutlich erhöhter Unsicherheit bewegen“, sagt Chefanlagestratege Vincenzo Vedda. „Wir denken, dass der mittelfristige Ausblick für die Kapitalmärkte durchaus positiv ist. Andererseits sind die kurzfristigen Risiken für extreme Marktreaktionen nicht zu unterschätzen.
  • “ Ein Indiz für diese in beide Richtungen fragile Situation: Die drastischen Kurseinbrüche bei Gold und Silber Ende Januar. Ein weiteres: Der rasante Kursanstieg des südkoreanischen Aktienindex Kospi, der seit dem ersten von US-Präsident Trump ausgelösten Zollschock am 2. April 2025 um schwindelerregende 130 Prozent gestiegen ist. Alles scheint möglich, im Positiven wie im Negativen. Realismus ist gefragt beim Blick auf das Thema Künstliche Intelligenz (KI) und Technologie im Allgemeinen. Sie sind längst mehr die alleinigen Katalysatoren für die Aktienkurse.
  • „Wir sehen, dass der Kursaufschwung an den Aktienmärkten eine breitere Basis bekommt“, so Vedda. Auch mit Substanzwerten ließ sich an den Aktienmärkten richtig Geld verdienen und sogar die glorreichen Sieben US-Technologieriesen schlagen. So brachten es europäische Banken über die vergangenen fünf Jahre auf ein Kursplus von mehr als 400 Prozent.
  • Künstliche Intelligenz bleibt dennoch das wahrscheinlich heißeste Thema mit enormen Disruptionspotenzial. Doch das Label sollte nicht das Auswahlkriterium sein. „Das Thema KI wird auch künftig viele interessante Anlagemöglichkeiten bieten. Allerdings sind wir der Meinung, dass es sinnvoll ist, sich auf die Segmente zu konzentrieren, in denen es vermutlich Engpässe geben wird“, sagt Vedda. Eine Portion Vorsicht sei in der jetzigen Situation zu empfehlen.
  • „Wir halten an unserer Auffassung fest, dass ein breit diversifiziertes Portfolio – geografisch und nach Sektoren – Anlegern in einer Welt, in der US‑Technologieunternehmen sowohl die höchsten Wachstumsraten als auch die höchsten Bewertungen aufweisen, voraussichtlich am besten dienen wird.

Themen, die die Kapitalmärkte bewegen 

Konjunktur: USA mit gemischten Signalen, Stimmungsaufhellung in Deutschland

  • Negative Überraschung beim Konsumentenvertrauen, das in den USA im Januar so niedrig ausgefallen ist, wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Hauptgründe: steigender Pessimismus in Sachen wirtschaftliche Entwicklung und der Arbeitsmarkt. Positiv fiel dagegen der Stimmungsindex der Universität Michigan aus, der auf den höchsten Wert seit fünf Monaten stieg.
  • Für Deutschland signalisierte der jüngste ifo-Geschäftsklimaindex eine Stimmungsaufhellung in der Industrie.

Inflation: Energiepreise treiben Inflationsrate in Deutschland

  • In Deutschland ist die Inflationsrate im Januar entgegen den Markterwartungen auf 2,1 % (Dezember: 1,8 %) gestiegen. Energie wurde im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1,7 Prozent günstiger, doch im Monatsvergleich erhöhten sich die Energiepreise, vor allem wegen der Anhebung der CO₂-Preise von 55 auf 65 Euro pro Tonne. Auch die Nahrungsmittelpreise stiegen wieder.
  • In der Eurozone ist die Inflationsrate dank sinkender Energiepreise im Januar auf 1,7 % (Dezember: 2,0 %) gesunken

Notenbanken: US-Zentralbank senkt Zinsen erstmal nicht weiter

  • Die US-Notenbank hat nach drei Zinssenkungen in Folge den Leitzins auf ihrer Januar-Sitzung unverändert bei einer Zinsspanne von 3,5 bis 3,75 Prozent gelassen. Notenbankchef Powell begründete diese Entscheidung damit, dass die Inflation immer noch etwas erhöht sei, die Arbeitslosenquote sich dagegen zu stabilisieren scheine.
  • Angesichts der moderaten Inflationsrate in der Eurozone rechnen wir nicht damit, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen in diesem Jahr weiter senken wird.

Risiken: Unsichere geopolitische Lage und politische Instabilitäten

  • In Europa sehen wir Risiken durch politische Instabilität, wieder aufflammende Handelskonflikte sowie mögliche Auswirkungen geopolitischer Unsicherheiten
  • Hohe Bewertungen und hohe Konzentrationen bei Künstlicher Intelligenz und Technologietiteln insgesamt führen dazu, dass der US-Aktienmarkt anfällig für Korrekturen ist. 

#2 Aktien

Europäische Aktien: Vermehrt Chancen bei Dividendentiteln

  • Die Offensive gewinnt das Spiel, die Defensive die Meisterschaft, heißt es im Sport. „Am Aktienmarkt gibt es durchaus gewisse Parallelen“, sagt Fondsmanagerin Madeleine Ronner. In Phasen fallender Zinsen und hoher Liquidität gewännen auf kürzere Sicht häufig offensive Anlagestile wie Wachstum und High Beta – eine Strategie, bei der gezielt in Wertpapiere investiert wird, die stärker schwanken als der Gesamtmarkt. Für den langfristigen Vermögensaufbau, also „die Meisterschaft“, sei es wichtig, dass ein Portfolio verschiedene Zyklen durchhalte.
  • Entscheidend hierfür sind aus unserer Sicht angemessene Bewertungen des Gewinnwachstums, eine gute Bilanzqualität und gute Geschäftsmodelle. Hier könnten langfristig tendenziell defensive Strategien punkten, beispielsweise Dividendenstrategien. Die könnten für das vielzitierte Thema Diversifikation innerhalb der Anlageklasse Aktien eine wichtige Rolle spielen. Ausgewählte Dividendenaktien böten die Chance auf regelmäßige Ausschüttungen und Dividendenwachstum. „Das kann reale Erträge gegen Inflations- und Zinsunsicherheit stützen“, so Ronner.
  • Gerade beim Blick auf die Anlageregion Europa sieht Ronner vermehrt Chancen bei Dividendentiteln. Nachdem europäische Aktien auch teurer geworden seien, sei die Dividende fast der einzige übriggebliebene Faktor, der noch vergleichsweise günstig bewertet sei. Ronner: „Dividendeninvestments sind momentan ein erwägenswerter Weg, wirkliche Diversifikation ins Depot zu bringen, und das auch noch zu einer relativ günstigen Bewertung.“ Generell gelte für die Aussichten europäischer Aktien im Vergleich zu US-Titeln: Europa hat bereits eine kleine Renaissance erlebt. Zwar handelten europäische Aktien immer noch mit einem Abschlag gegenüber US-Titeln, allerdings hätten sie schon einiges aufgeholt.
  • Ein großer Teil der Wertentwicklung sei auf eine Ausweitung der Bewertung zurückzuführen. In den USA hingegen sei die Steigerung der Unternehmensgewinne der Kurstreiber gewesen. „Damit sich europäische Aktien gut entwickeln, sollten wir ein stärkeres Gewinnwachstum sehen“, so Ronner. Der Zyklus der Künstlichen Intelligenz sei inzwischen riskanter geworden – Stichwort sehr hohe Investitionen, die sich erst einmal materialisieren müssten.
  • Daher könne es sich wieder lohnen, mehr in Marktbereiche zu schauen, die im Einklang mit ihrer langfristigen Historie oder sogar günstiger bewertet seien. Dass Titel aus den Sektoren Energie, Rohstoffe, Industrie und Konsum im Januar vorne lagen, während Technologiewerte schwächer waren, passe zu diesem Bild.

Aktienmärkte: günstig bewertet ist derzeit keiner

Kurs-Gewinn-Verhältnis basierend auf den erwarteten Gewinnen der nächsten zwölf Monate

Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH, Stand: 31.01.2026

Aktien USA

Technologieaktien – nach wie vor starkes Gewinnwachstum  

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  • Die Gewinnentwicklung der zehn größten US-Technologieunternehmen des S&P 500 bleibt imposant: 24 Prozent plus im vierten Quartal 2025. Die restlichen 490 Unternehmen brachten es auf ein Gewinnwachstum von fünf Prozent. Dennoch entwickelten sich die zehn Technologiewerte unterdurchschnittlich.
  • Unsere Favoriten kommen derzeit aus den Sektoren Finanzen, Gesundheit, Versorger und Kommunikationsdienstleister.

 

Aktien Deutschland

Bevorzugter Markt innerhalb Europas  

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  • Der deutsche Leitindex Dax konnte sein Momentum vom Jahresbeginn nicht halten. Deutschland bleibt dennoch unser bevorzugter Aktienmarkt innerhalb Europas.
  • Die staatlichen Investitionen schlagen sich allmählich bei den Unternehmen in Auftragseingängen nieder. Außerdem erwarten wir, dass der Gegenwind für die Automobilindustrie abflauen dürfte.

 

Aktien Europa

Sinnvolle Diversifikation gegenüber US-Technologieaktien  

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  • Die Rahmenbedingungen für europäische Aktien scheinen unterstützend: „Die Konjunkturdaten sind etwas besser ausgefallen als erwartet, zwischenzeitliche Drohungen zusätzlicher Zölle durch Donald Trump haben sich erst einmal wieder verflüchtigt, und Frankreich hat sein Budget für 2026 verabschiedet.
  • Wir sehen europäische Aktien auch als ein Diversifikationsinstrument.

 

Schwellenländer:    

Chancen in Lateinamerika und in Asien – schwacher Dollar unterstützt    

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  •  Wir sehen in den Schwellenländern diverse interessante Anlagechancen. Lateinamerika profitiert vom Rohstoffboom und politischen Veränderungen, Asien vom zunehmenden regionalen Handel und seiner Rolle als wichtiger Akteur in der Lieferkette des KI‑Booms.
  • Ein schwächerer Dollar begünstigt die Region aus unserer Sicht ebenfalls  

#3 Multi-Asset/Anleihen

Diversifizieren bleibt wichtig, gerade, weil die Märkte so optimistisch scheinen

  • Gold und Silber gehören nach wie vor zu den Top- Anlageklassen, auch wenn die Preise Ende Januar kurzfristig massiv nachgaben. Seit Jahresbeginn liegt Gold mit 15 und Silber sogar mit 23 Prozent im Plus. „Der Dollar oder der Schweizer Franken – die klassischerweise ebenfalls als sichere Häfen angesehen werden, erfüllen diese Funktion nicht. Ähnliches gilt für Staatsanleihen“, sagt Vera Fehling,
    Chefanlagestrategin Westeuropa. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen seien gestiegen oder hätten im besten Falle stagniert, das heißt, die Kurse sind tendenziell gefallen.
  • Eigentlich gäbe es einige Gründe für eine gewisse Nervosität an den Märkten – hohe Bewertungen bei Aktien, äußerst niedrige Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen. Das scheine die Anleihemärkte aber derzeit nicht zu irritieren. Der Schwankungsindex MOVE für Anleihemärkte ist seit längerer Zeit rückläufig. Und auch bei den Unternehmensanleihen deute derzeit kaum etwas darauf hin, dass die Risikoaufschläge auf breiter Front stiegen. Was heißt das für die Ausrichtung eines Portfolios?
  • „Wir setzen nach wie vor auf eine ausgewogene Mischung“, so Fehling. Für die Aussichten von Aktien sei die Gewinnsaison entscheidend. Solange die Gewinnentwicklung der Unternehmen stimme, sollte dies die Kurse stützen. Unternehmensanleihen blieben ebenfalls ein sinnvolles Diversifikationsinstrument. Und Gold? „Wir denken, dass die fundamentalen Gründe für Goldkäufe weiter vorhanden sind, zumal die großen Zentralbanken nach wie vor die Absicht haben, ihre Bestände zu erhöhen“, so Fehling. Nach den starken Preisanstiegen der vergangenen Monate seien Rücksetzer, so wie Ende Januar, aber nicht überraschend und eigentlich auch eine gesunde Reaktion. 

Derzeitige Gold-Rallye nicht beispiellos

Massive Anstiege des Goldpreises in der Vergangenheit, auf 100 indexiert

Quellen: Bloomberg DWS Investment GmbH, DWS Investment GmbH, Stand: 31.01.2026

 

Staatsanleihen USA (10 Jahre)

Gute Aussichten

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  • Für die Kursentwicklung von US-Staatsanleihen bleiben wir optimistisch.
  • Wir rechnen mit einem leichten Rückgang der Renditen.

 

Staatsanleihen Deutschland (10 Jahre)

Renditen dürften etwas sinken

 

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  • Bundesanleihen konnten bei den jüngsten Marktturbulenzen nicht ihre Funktion als sicherer Hafen erfüllen.
  • Per Dezember 2026  erwarten wir  einem leichten Rückgang der Renditen.

 

 

Staatsanleihen Schwellenländer

Höhere Renditechancen bei höheren Risiken

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  • An unserer Einschätzung  für Anleihen aus Schwellenländern hat sich zuletzt nichts geändert
  • Das Renditeniveau ist attraktiv, bei entsprechend höheren Risiken.

 

Unternehmensanleihen

Investment Grade

USAEurozone

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High Yield

USAEurozone
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#4 Währungen

Euro/Dollar: Politische Kapriolen dürften den Euro eher stärken

 

  • Ende Januar sind wir zu einer Übergewichtung des Euro gegenüber dem US-Dollar übergegangen, nicht zuletzt ausgelöst durch den Streit um Grönland. Das führte dazu, dass europäische Investoren ihre globale Asset-Allokation und ihre Positionen in Dollar und den USA überdachten.
  • Präsident Trumps Drohung, europäische Investoren zu bestrafen, die US-Assets verkaufen, verstärkte die „Sell-America“-Bewegung.

#5 Alternative Anlagen

Gold: Nachfrage dürfte hoch bleiben, Preisdynamik aber abflachen

 

  • Die Goldrallye zu Beginn des Jahres war unserer Einschätzung nach nicht durch fundamentale Daten abgefedert. Der zwischenzeitliche drastische Preisrückgang Ende Januar ein Zeichen zur Vorsicht.
  • Die Rückschlaggefahr ist unserer Ansicht nach noch nicht gebannt, wobei wir für Gold optimistischer sind als für Silber.

Legende

Die strategische Sicht bis Dezember 2026

Die Anzeigen signalisieren, ob wir eine Aufwärtsentwicklung, eine Seitwärtsentwicklung oder eine Abwärtsentwicklung der betreffenden Anlageklassen erwarten. Sie geben das kurzfristige und langfristige Ertragspotenzial für Investoren an.

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  • Positives Ertragspotenzial
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  • Gewinnchancen, aber auch Verlustrisiken sind eher begrenzt
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  • Negatives Ertragspotenzial

Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich als falsch herausstellen können. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.

Quelle: DWS Investment GmbH; CIO Office, Stand: 05.02.2026

  

 

DWS-Marktausblick Februar 2026
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