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10.07.2026
Die Aussichten für die Aktienmärkte sind nach wie vor gut. Allerdings gibt es Fragezeichen, ob sich die dynamische Gewinnentwicklung im Technologiesektor, speziell bei Halbleitern, so fortsetzen kann.
„Die Aussichten für die Aktienmärkte sind unserer Ansicht nach weiter gut“, sagt Chefanlagestratege Vincenzo Vedda. Das liege vor allem an den nach wie vor sehr guten Wachstumsaussichten für die Unternehmensgewinne. „Allerdings sehen wir eine gewisse Nervosität im Markt, was die Nachhaltigkeit der hohen Gewinne angeht, vor allem in zyklischen Technologiesektoren“, so Vedda. Ein Zeichen dafür: die rückläufigen Bewertungen. „Trotz des mittelfristig positiven Ausblicks gibt es aus unserer Sicht einige Verschiebungen, was die Attraktivität einzelner Sub-Sektoren angeht“, so Vedda.
„Wir haben den Halbleitersektor auf Neutral zurückgestuft. Zwar sehen Die Gewinnschätzungen seien zuletzt stärker gestiegen als die Kurse, ein Zeichen dafür, dass Anleger vorsichtiger würden. Von historisch günstigen Kursen sei man aber noch weit entfernt. wir ihn immer noch als Hauptprofiteur des KI-Booms, doch nach dem enormen Plus des Halbleiterindex SOX von rund 90 Prozent im zweiten Quartal werden wir kurzfristig etwas vorsichtiger.“ Der Halbleiter-Sektor bleibe ein zyklischer Sektor, der seine Kapazitäten deutlich erweitere. Sollte die Ausgabenfreude der Auftraggeber nachlassen, weil sich mit den hohen Investitionen nicht die versprochenen Gewinne einstellten, könnte dies die Branche belasten.
Auch bei dem seit längerem positiv eingeschätzten Finanzsektor müsse man inzwischen genauer hinsehen und differenzieren. „Als Folge der Disruptionen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) sehen wir Finanzdienstleister wie Börsen, Online-Broker, Kreditkartenanbieter und Investmentbanken momentan kritisch“, so Vedda. Ein anderes, sehr positives Bild ergebe sich für den globalen Bankensektor. In den USA werde er von der Deregulierung unterstützt, in Europa durch höhere Eigenkapitalrenditen und in Japan durch steigende Zinseinnahmen wegen der höheren Zinsen.
Kann das so weitergehen mit der famosen Rallye von Technologieaktien, insbesondere von Halbleiteraktien? Der südkoreanische KOSPI- Index, der von Halbleitertiteln dominiert wird, legte seit Jahresbeginn um 73 Prozent zu (Stand: 9. Juli), trotz der jüngsten Kursverluste. Dagegen nimmt sich die Wertentwicklung der glorreichen Sieben, die hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren und Künstliche Intelligenz (KI) investieren, mit einem Plus von 13 Prozent geradezu bescheiden aus. „Für eine Fortsetzung der Rallye spricht, dass die KI-Investitionswelle ungebrochen ist und die Kurse bisher kaum mit dem Gewinnwachstum Schritt halten konnten“, sagt der auf Technologiewerte spezialisierte Fondsmanager Tobias Rommel.
Tatsächlich findet eine Umverteilung von Gewinnen in historischem Ausmaß statt: Während die sogenannten Hyperscaler ihre Rechenzentrums- und KI-Ausgaben weiter erhöhen müssten, um nicht gegenüber der Konkurrenz ins Hintertreffen zu geraten, könnten die Halbleiterunternehmen die Preise erhöhen, wie nie zuvor, weil die hohe Nachfrage auf Märkte treffe, die auf diesen Ansturm nicht vorbereitet seien. Entsprechend stiegen die Preise für Speicherchips rasant. Kurzfristig dürfte sich an diesem Trend nichts ändern. Während die Hyperscaler mit steigenden Kosten zu kämpfen haben, profitierten Halbleiterunternehmen von einer Sonderkonjunktur bei Umsätzen und Gewinnen. Zu einer Überbewertung hat der rasante Kursanstieg bei den Halbleiterunternehmen bislang nicht geführt, im Gegenteil: Der Anstieg der Gewinnerwartungen ist deutlich höher als der Kursanstieg, das Kurs-Gewinn-Verhältnis dadurch sogar etwas gefallen. Ungewiss ist jedoch, ob sich dieses Wachstum und Gewinnmargen von teilweise 50 Prozent langfristig halten lassen.
Hier gibt es zumindest Fragezeichen. Perspektivisch stellt sich damit die Frage, wie lange sich die Kurse von Halbleiterwerten deutlich besser entwickeln können als die ihrer Auftraggeber, der Hyperscaler. Die Logik dahinter: Irgendwann müssen sich die Milliarden-Investitionen von Alphabet & Co. auszahlen. Wenn nicht, würden auch ihre Aufträge für die Halbleiterwerte zurückgehen.
Generell dürfte es sinnvoll sein, das Augenmerk auch auf etwas defensivere Werte wie Versorger zu richten. „Der KI-Boom treibt den Strombedarf von Rechenzentren massiv an, sodass auch ausgewählte Versorger, Stromnetzausrüster und Energietechnikunternehmen strukturelle KI-Gewinner sein können“, so Rommel. Allerdings hätten deren Kurse auch schon deutlich zugelegt.
*Mag 7 Index: die 7 größten US-Tech-Unternehmen: Alphabet, Amazon, Apple, Facebook, Microsoft, Netflix, Tesla. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen.
Quellen: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH, Stand: 26. Juni 2026
Weiter auf der Erfolgsspur dank Künstlicher Intelligenz
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„Wir sind für europäische Unternehmensanleihen guter Qualität (Investment Grade) sehr positiv gestimmt, auch wenn die Zinsaufschläge gegenüber Staatsanleihen historisch gesehen sehr niedrig sind“, sagt Fondsmanager Thomas Höfer. „Die Nachfrage sei nach wie vor sehr hoch und es gäbe momentan auch keine Gründe, warum sich das ändern sollte. Trotz der Rekord-Emissionsvolumina der vergangenen Jahre übersteige die Nachfrage nach Neuemissionen das Angebot deutlich, was sich entsprechend positiv auf die Kursentwicklung auswirke. Momentan gebe es keine Anzeichen, dass die Risiken bei den ausgebenden Unternehmen in nächster Zeit deutlich steigen könnten. „Die klassischen Kreditkennzahlen wie Verschuldungsgrad und Zinsdeckungsquote befinden sich für das breite Investment-Grade-Universum im historischen Vergleich auf fundamental soliden Niveaus.
Es sind keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende fundamentale Trendwende erkennbar“, lautet Höfers Einschätzung. Das gelte insbesondere für den Bankensektor, den größten Sektor innerhalb des Euro-Investment-Grade-Marktes. In früheren Marktzyklen seien häufig Schwächen im Finanzsektor Auslöser für größere Ausweitungen der Zinsaufschläge und damit für Kurseinbrüche gewesen – Renditen und Kurse entwickeln sich bei Anleihen gegensätzlich. Heutzutage verfügten europäische Banken über eine außergewöhnlich starke Kapitalausstattung, hohe Liquiditätsreserven, robuste Ertragskraft und eine sehr hohe Qualität ihrer Kreditportfolios. Ebenfalls interessant für Höfer: Emittenten aus dem Technologiesektor. Insbesondere der Ausbau von Rechenzentrumskapazitäten für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz führe zu einem bislang beispiellosen Investitionszyklus.
Die sogenannten Hyperscaler – Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft – seien aufgrund ihrer enormen Investitionsprogramme zunehmend auf externe Finanzierung angewiesen. Diese Emittenten nutzten dabei verstärkt auch den EUR-Investment-Grade-Markt und hätten bereits mehrere großvolumige Transaktionen platziert. Höfers Fazit: Die ohnehin schon niedrigen Kreditaufschläge könnten auf Sicht von zwölf Monaten noch weiter zurückgehen und sich dem Niveau von vor der globalen Finanzkrise annähern. Erwartete Gesamtrenditen von 3,5 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten könnten angesichts der guten Verfassung des Anleihesegments als durchaus interessant angesehen werden.
Nach wie vor interessante Gesamtrenditen
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Wenig Veränderungen erwartet
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Riskant und renditereich
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Investment Grade
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High Yield
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LegendeDie strategische Sicht bis Juli 2027 Die Anzeigen signalisieren, ob wir eine Aufwärtsentwicklung, eine Seitwärtsentwicklung oder eine Abwärtsentwicklung der betreffenden Anlageklassen erwarten. Sie geben das kurzfristige und langfristige Ertragspotenzial für Investoren an. | |
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Quelle: DWS Investment GmbH; CIO Office, Stand: 08.07.2026