07. Okt 2020 Marktausblick

Angespanntes Abwarten

Marktausblick | Markt & Makro

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Donald Trump oder Joe Biden? Die US-Präsidentschaftswahl am 3. November und zuletzt die Corona-Erkrankung von Präsident Trump sorgen für reichlich Nervosität an den Finanzmärkten. Die Terminmärkte erwarten für die kommenden Monate doppelt so hohe Kursschwankungen wie zu Jahresbeginn. Und das, obwohl viele Märkte nach teils heftigen Einbrüchen ihren Vorkrisen-Stand längst wieder erreicht oder sogar übertroffen haben. Auch abseits des US-Wahlkampfes gibt es derzeit reichlich ungeklärte Fragen, die den Märkten einen heißen Herbst bescheren könnten. Wie geht es im Technologiestreit zwischen den USA und China weiter, wie erfolgreich wird der Kampf gegen die Corona-Pandemie? Kommt das für die US-Wirtschaft so wichtige Stimulus-Paket noch vor der Wahl? Was, wenn es in puncto Brexit doch zum ungeregelten Ausstieg kommt? Angesichts der schwierigen Gemengelage schließt die DWS kurzfristige Rücksetzer an den Aktienmärkten nicht aus. Auf lange Sicht dürfte an Aktien dennoch kaum ein Weg vorbeiführen.

Donald Trump oder Joe Biden: Wie würden die Märkte reagieren?

Investoren beschäftigen sich nicht nur mit der Frage, wer die US-Präsidentschaftswahl für sich entscheidet und ins Weiße Haus einzieht. Entscheidend für die tatsächliche Macht des zukünftigen Staatsoberhauptes ist auch, wer im Kongress das Sagen hat. Der wahrscheinlichste Wahlausgang nach Einschätzung der DWS: Joe Biden wird der nächste Präsident und im Kongress kontrollieren die Demokraten beide Häuser.

Zwei denkbare Szenarien und ihre möglichen Auswirkungen:

Joe Biden wird Präsident

 

Die Demokraten kontrollieren Repräsentatenhaus und Senat

 

  • Weitere Fiskalmaßnahmen wahrscheinlich, sobald nötig.
  • Die von der Trump-Administration gesenkten Unternehmenssteuersätze könnten wieder angehoben werden und zum Belastungsfaktor für Unternehmensgewinne werden, Gewinnerwartung des S&P 500 würde um 10 Dollar sinken.
  • Klimaschutz im Fokus: Unternehmen aus dem Bereich erneuerbarer Energien sollten profitieren.
  • Bessere Handelsbeziehungen mit internationalen Partnern erwartet, Ausnahme: China.

Donald Trump bleibt Präsident

Die Demokraten kontrollieren Repräsentantenhaus, die Republikaner den Senat

  • Fortsetzung der wachstumsorientierten Agenda: Aktien aus zyklischen Sektoren im Vorteil.

  • Klimaschutz hat keine Priorität: Bisherige Energiepolitik läuft weiter, niedrigere Umweltstandards, stärkere Nutzung von fossilen Energieträgern. Dementsprechend könnten Anbieter von fossilen Energien profitieren.

  • Der Gesamtmarkt dürfte von anhaltend niedrigen Unternehmenssteuern profitieren, anhaltende Handelskonflikte könnten jedoch dämpfend wirken.

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