27. Apr 2020 Mischfonds

„Feuertaufe bestanden“

Thomas Graby, Fondsmanager des Mischfonds DWS Invest Conservative Opportunities, zu der Frage, warum der Fonds für klassische Zinsanleger interessant ist, und wie er ihn durch die Marktverwerfungen navigiert hat.

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Herr Graby, mit dem DWS Invest Conservative Opportunities sprechen Sie explizit eher risikoscheue Anleger an, die Alternativen zu praktisch zinslosem Festgeld oder Sparbüchern suchen. Sind die jetzt in der Coronakrise vom Regen in die Traufe gekommen?

Nein, ganz und gar nicht. Der Ansatz, den ich mit dem Mischfonds verfolge, ist bislang aufgegangen. Der Fonds hat sich in Zeiten massiver Kursverluste an den Aktienmärkten gut gehalten. Entscheidend dafür waren die eingebaute Risikokontrolle und die hohe Flexibilität, die wir bei unseren Anlageentscheidungen haben. Ich denke, dass die Anleger mit der Entwicklung des Fonds, der ja noch gar nicht so lange am Markt ist, gut leben können.

"Wir konnten den Stress und die Risiken für unsere Anleger signifikant begrenzen"

Thomas Graby, Portfoliomanager des DWS Invest Conservative Opportunities

Was heißt das konkret? Hat der Fonds keine Verluste hinnehmen müssen?

Ganz ohne Verluste ist der Fonds zwischenzeitlich nicht geblieben. Das ist allerdings bei den starken Einbrüchen, die wir an den Märkten weltweit gesehen haben, auch nicht verwunderlich. Der Weltaktienindex MSCI World hat allein zwischen dem 20. Februar und dem 23. März etwa 33 Prozent in Euro verloren. Die Kursverluste haben sich recht schnell auch auf die Anleihemärkte ausgeweitet, unter anderem weil Marktteilnehmer Liquidität benötigten und deshalb Anleihen verkauften. Selbst der Goldpreis kam zwischenzeitlich unter Druck, weil Anleger über alle Anlageklassen Vermögenswerte verkauften, um Liquidität zu schaffen. Wir konnten den Stress und die Risiken für unsere Anleger jedoch signifikant begrenzen. Konkret heißt das, dass der Fonds seit Jahresanfang maximal fünf Prozent im Minus lag. Das aber auch nur recht kurz. Inzwischen liegen wir in dem wirklich extrem schwierigen Anlagejahr 2020 schon wieder leicht im Plus.

 

Wie konnten Sie die massiven Kursrückgänge an den Märkten abfedern?

Einerseits durch unser konsequentes Risikomanagement, aber auch dadurch, dass wir sehr flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren können. Nehmen Sie beispielsweise die Aktienquote. Vor der Krise lag diese bei ca. 22 Prozent. In der Krise haben wir sie dann auf bis zu 3 Prozent runtergefahren. Als die Risikoaufschläge am Markt für Unternehmensanleihen stark gestiegen und die Kurse unter Druck gekommen sind, haben wir auch hier zeitnah den Anteil von Unternehmensanleihen im Portfolio reduziert. So haben wir im ersten Schritt die Risiken im typischerweise als risikoreicher eingeschätzten  Teil des Portfolios reduziert. Als sich abzeichnete, dass der Gesamtmarkt aufgrund hoher Liquiditätssorgen unter Druck gerät, haben wir über alle Portfoliobestandteile, insbesondere auch die sicheren Häfen wie Gold, Yen und US-Staatsanleihen, die Risiken weiter gesenkt. So wurden wir  von den massiven Verwerfungen ab der zweiten Märzwoche deutlich weniger getroffen, als man es erwartet hätte.

Wie haben Sie auf die doch recht schnell einsetzende Erholung an den Märkten reagiert?

So schnell wie die Märkte abgesackt sind, so schnell haben sie sich erholt. Für uns hieß das: die Aktienquote wieder schrittweise aber bedächtig erhöhen. Auch bei Unternehmensanleihen sahen wir dank der hohen Zinsen wieder gute Chancen. Gerade bei Anleihen mit kurzen Laufzeiten von drei bis vier Jahren, auf die wir hauptsächlich setzen, winkte eine attraktive Rendite. Vorausgesetzt natürlich, dass die Anleihen nicht ausfallen. Daher haben wir hier vor allem auf Titel gesetzt, die sich überdurchschnittlich stabil gehalten haben, und bei denen wir von einer geringen Ausfallwahrscheinlichkeit ausgehen. Nicht nur an den Aktienmärkten, auch an den Anleihemärkten ist die Entwicklung ja äußerst dynamisch. So notierten US-Unternehmensanleihen guter Bonität, also sogenannte Investment-Grade-Anleihen, Mitte April schon wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Krise.

Thomas Graby

Portfoliomanager des DWS Invest Conservative Opportunities

"Wir wollen klassischen Zinsanlegern eine bessere Renditealternative bieten, ohne dass sie zu hohe Risiken tragen müssen."

Thomas Graby, Portfoliomanager des DWS Invest Conservative Opportunities

Wie sind die Aussichten für Fondsanleger?

Ich glaube, wir haben mit dem Fonds, der ja erst am 30. August 2019 aufgelegt wurde, unsere Feuertaufe gut bestanden. Unser Ziel ist und bleibt es, klassischen Zinsanlegern, die einen Anlagehorizont von mindestens drei Jahren haben, eine bessere Renditealternative zu bieten, ohne dass sie zu hohe Risiken tragen müssen. Ich glaube, dass wir das auch künftig schaffen können. Auch nach den starken Rückschlägen an den Märkten sind wir mit dem Fonds voll handlungsfähig und können weiterhin sehr flexibel in den unterschiedlichen Anlagebereichen agieren.

Wertentwicklung des MSCI World in den vergangenen fünf Jahren (12-Monats-Perioden)

 

03/19 – 03/20

03/18 – 03/19

03/17 – 03/18

03/16 – 03/17

03/15 – 03/16

MSCI World

– 10,4 %

4,0 %

13,6 %

14,8 %

-3,5 %

Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Es kann keine Zusicherung gegeben werden, dass die in Aussicht gestellten Anlageziele erreicht werden. Quelle: Bloomberg Finance L.P., DWS Investment GmbH, April 2020 

DWS Invest Conservative Opportunities LD

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