08. Jun 2020 Aktien

„90 Prozent der Unternehmen im Fonds sollten Dividenden zahlen“

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie schmälern die Gewinne der Unternehmen – weltweit. Warum Dividendenstrategien für Anleger trotzdem attraktiv sein können: Martin Berberich, Fondsmanager des DWS Invest ESG Equity Income, hat die Antwort.

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Waren Sie denn im Zuge der Coronakrise gezwungen, größere Anpassungen im DWS Invest ESG Equity Income vorzunehmen?

Nein, glücklicherweise nicht. Da kommt uns die hohe Qualität des Fondsportfolios, die sich in den ausgewählten Unternehmen, aber auch in der Sektorallokation widerspiegelt, zugute. Bei Versicherungen und Energieversorgern haben wir jüngst sogar unserer Positionen aufgestockt. In beiden Bereichen waren die Bewertungen in Folge der Kursrückgänge zuletzt attraktiver als vor Ausbruch der Coronakrise. 

 

Zahlreiche Unternehmen haben bereits Dividenden gekürzt oder sie sogar ganz gestrichen: Ist das nicht ein schlechtes Omen für die bisher so beliebte und erfolgreiche Dividendenstrategie?

Nein, aus unserer Sicht keineswegs. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass sich unser Fokus auf stabile Geschäftsmodelle erneut bewährt hat. Wir sind daher auch optimistisch, dass wir mit der konservativen Positionierung des DWS Invest ESG Equity Income gut aufgestellt sind. Zumal die Corona-Pandemie aus unserer Sicht eher als Black-Swan-Event einzuordnen ist. Das deutet auf einen Sondereffekt hin, aber nicht auf einen neuen strukturellen Trend.

"„Die Coronakrise bringt auch positive Effekte für das Thema Nachhaltigkeit mit sich“ "

Martin Berberich, Fondsmanager des DWS Invest ESG Equity Income

Ist der Fonds überproportional von Dividendenkürzungen und Dividendenausfällen betroffen?

Wir gehen aktuell davon aus, dass rund 90 Prozent der Unternehmen im Fonds ihre Dividenden zahlen werden.[1] Alles in allem ist das ganze Ausmaß der Coronakrise und deren Folgen auf Gewinne und Ausschüttungen jedoch schwer abschätzbar. Ob und in welcher Höhe Dividenden gezahlt werden, hängt nicht nur von der Region ab, in der das Unternehmen Umsatz macht, sondern auch von der jeweiligen Branche. Grob rechnen wir damit, dass die Dividendenkürzungen im Schnitt sehr viel geringer ausfallen werden als der erwartete Gewinneinbruch, den wir aktuell bei 40 bis 50 Prozent sehen.[1] 

 

Sind Sie mit dem Abschneiden Ihres Fonds bislang zufrieden – insbesondere auch mit Blick auf die vergangenen Monate?

Gerade in den vergangenen Monaten hat die defensive Strategie des DWS Invest ESG Equity Income ein weiteres Mal gut funktioniert. Der Fonds hat in der Krise weniger als der globale Aktienmarkt verloren – gemessen am MSCI Welt – und dazu auch noch besser abgeschnitten als viele seiner Wettbewerber. Ziel ist ja, Anlegern einerseits die Chance zu geben, von steigenden Aktienmärkten zu profitieren. Andererseits soll der Fonds ihnen eine Art Puffer bieten, wenn die Aktienmärkte mal stärkere Rückgänge verzeichnen sollten.[2] 2019 – im starken Bullenmarktjahr erzielte der Fonds ein Plus von 22,8 Prozent, der MSCI Welt von 30 Prozent. 2018 schnitt der DWS Invest ESG Equity Income mit einem leichten Minus von 1,6 Prozent besser ab als der breite MSCI Welt, der 4,1 Prozent verlor.

Wie sieht es im Hinblick auf die Dividendenrendite des Fonds aus? 

In puncto Dividendenrendite hat der DWS Invest ESG Equity Income gegenüber dem breiten Aktienmarkt derzeit die Nase vorn: Der Fonds schneidet mit einer Dividendenrendite von 3 Prozent derzeit etwa einen halben Prozentpunkt besser ab als der MSCI Welt.

 

Dividende ist der eine, Nachhaltigkeit der zweite Schwerpunkt ihres Fonds: Sorgt die aktuelle Krise dafür, dass das Nachhaltigkeits-Thema aus dem Blickfeld gerät?

Zugegebenermaßen beherrschen derzeit Themen wie Rezession, Kurzarbeit, Konjunkturpakete und Lockerungs-Diskussionen die Schlagzeilen. Aber: Es hat sich gezeigt, dass die Coronakrise trotz aller negativen Folgen auch positive Effekte für das Thema Nachhaltigkeit mit sich bringt. Der globale CO2-Fußabdruck ist zum Beispiel im Fahrwasser der strikten Corona-Maßnahmen deutlich geschrumpft – vor allem aufgrund des extrem eingeschränkten Reiseverkehrs. Vieles, was in der Krise gut funktioniert hat – von Homeoffice über Videokonferenzen bis zur engeren globalen Zusammenarbeit – könnte uns auch in Zukunft erhalten bleiben. Auch bei vielen Konsumenten ist das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit geweckt. Sie wissen regionale Produkte und Urlaub in der Heimat heute oftmals mehr zu schätzen als in der Zeit vor Corona.

Martin Berberich

Fondsmanager des DWS Invest ESG Equity Income

Und wie sieht es auf politischer Ebene aus?

Auch da geht es weiter in die richtige Richtung. Der europäische Green Deal wird weiter vorangetrieben und auch der EU-Aktionsplan Sustainable Finance und die Umsetzung der ESG-Präferenzen bei Zielmarktabfrage der Kunden wird dieses Jahr planmäßig eingeführt. Die Fridays-for-Future-Bewegung zeigt, dass auch der gesellschaftliche Diskurs und Druck weiter stark bleibt. Das heißt: Alles in allem verliert das Thema Nachhaltigkeit auch in Coronazeiten nicht an Bedeutung – sowohl auf politischer, regulatorischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene.

Details zur Wertentwicklung und zu den Chancen und Risiken des DWS Invest ESG Equity Income finden Sie hier.

DWS Invest ESG Equity Income

So investiert man heute für morgen: nachhaltig und mit Dividendenerträgen

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1. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können.

2. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, die sich als nicht zutreffend oder nicht korrekt herausstellen können. Es kann keine Zusicherung gegeben werden, dass die in Aussicht gestellten Anlageziele erreicht werden.

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