02. Dez 2021 Altersvorsorge

Vier Irrtürmer rund um die Basisrente

Es nutzen noch viel zu wenige Menschen die großzügige Förderung der Basisrente. Denn eine Reihe von Irrtümern haben dazu geführt, dass die Basisrente ein unverdientes Schattendasein fristet.

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Irrtum 1: Ich bin zu alt für die Basisrente

Klar, je früher man sich um die Altersvorsorge kümmert, desto besser. Dies gilt auch für die Basisrente. So verliert man keine wertvolle Zeit, in der man den Zinseszinseffekt für sich arbeiten lassen kann. Aber selbst für Best Ager der Generation 55plus ist es nicht zu spät, eine Basisrente anzufangen– gerade in Zeiten, in denen Bankguthaben immer häufiger mit negativen Zinsen belastet sind. Im Gegenteil kann es sich gerade für diese Bevölkerungsgruppe lohnen, kurz vor Beginn der gesetzlichen Rente noch in eine Basisrente einzuzahlen. Der Clou ist der doppelte Steuereffekt, der sich bei einer kürzeren Ansparphase besonders ertragssteigernd bemerkbar machen kann.

Irrtum 2: Die Basisrente ist nichts für mich als Angestellten

Irrtum 2 ist eine besonders verbreitete Fehleinschätzung, die sich hartnäckig hält. Richtig ist: Auch Angestellte können von der staatlichen Förderung der Basisrente profitieren, und das bereits ab einem Jahreseinkommen von 35.000 (Ledige) bzw. 70.000 Euro (Verheiratete). Denn die Beiträge lassen sich bis zu einer bestimmten Höhe als Sonderausgaben bei der Steuererklärung absetzen und mindern die Steuerlast. So bekommt man derzeit bei einem monatlichen Bruttogehalt von beispielsweise 3.500 Euro und einem Beitrag von 150 Euro für die Basisrente eine Steuerrückerstattung von jährlich 566 Euro vom Finanzamt „geschenkt“. Um 1.800 Euro für die Basisrente anzulegen, sind effektiv also nur 1.234 Euro nötig[1]. Und nicht zu vergessen: Die jetzige Förderquote von gut 31 Prozent erhöht sich bis 2025 sogar bis auf 34 Prozent.

Jüngere Menschen müssen etwa doppelt so viel wie die ältere Generation zur Seite legen, um ihre Rentenlücke zu schließen.

Irrtum 3: Mein Ehepartner sorgt schon für mich vor

Traurig, aber wahr: Die Ehe taugt nicht zur Altersabsicherung. Zum Beispiel, weil gering verdienende Ehepartner meist nicht ausreichend abgesichert sind. Oder weil die gesetzliche Hinterbliebenenrente von in der Regel 60 Prozent kaum den nötigsten Bedarf deckt und ohnehin nur unter strengen Voraussetzungen gezahlt wird. Dabei macht es der Staat gerade Ehepaaren leicht, individuell vorzusorgen, profitieren sie doch vom verdoppelten Maximalbetrag von 51.574 Euro bei der Steuerklärung. Hinzu kommt: Weil die Förderung für alle Verträge eines Paares gilt, ist es steuerlich irrelevant, wer den Vertrag abschließt, zum Beispiel die Ehefrau statt des Ehemanns oder umgekehrt. Das sorgt für einen „internen Familienausgleich“.

Irrtum 4: Als Beamter muss ich mir im Alter keine Sorgen machen

Es stimmt: Die Pensionen von Beamten fallen mit durchschnittlich 67 Prozent der letzten Bezüge deutlich üppiger aus als die Renten von Angestellten[2].  Doch nach einer seit vielen Jahren bestehenden Faustregel sind rund 70 bis 80 Prozent des Einkommens aus der aktiven Zeit nötig, wenn man im Alter seinen Lebensstandard halten möchte. Auch Beamte können daher mit der Basisrente steueroptimiert von der Möglichkeit profitieren, ihr Einkommen für den Ruhestand zu erhöhen – und dadurch ihr Auskommen verbessern.“

Es gibt also eigentlich keinen Grund, sich nicht über die Vorteile der Basisrente schlau zu machen, egal in welcher Lebenslage und in welchen Umständen man sich derzeit befindet. Wer will schon im Alter auf gewohnte und liebgewonnene Dinge verzichten? Die Basisrente ist eine  Möglichkeit, die sich durch die hohe steuerliche Förderung der Beiträge sehr gut zum Aufbau einer zusätzlichen Altersvorsorge eignen kann. Das gilt umso mehr für jüngere Generationen, die nach aktuellen Berechnungen etwa doppelt so viel zusätzlich zur Seite legen müssen wie Ältere, um ihre Rentenlücke zu schließen. Sollten die Zinsen noch sehr lange auf dem niedrigen Niveau verharren, könnte ihr Bedarf sogar noch deutlicher höher ausfallen[3].

Insofern kann man sagen: Die beste Zeit, um mit der Altersvorsorge, zum Beispiel in Form der Basisrente zu beginnen, war gestern. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.

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1. Quelle: Eigene Berechnung DWS International GmbH. Annahme: Ledig, zu versteuerndes Einkommen beträgt 42.000 EUR pro Jahr. Der Kunde investiert 150 EUR pro Monat in die Basisrente, somit 1.800 EUR pro Jahr. Davon kann er 92%, also 1.656 EUR in 2021 steuerlich geltend machen und bekommt vom Finanzamt 566 EUR als Steuerersparnis berücksichtigt (inkl. Soli und Kirchensteuer).

2. Quelle: https://www.private-altersvorsorge.de/beamte/

3. https://www.gdv.de/resource/blob/48210/ed0cffec932364cd8748a377bd0c618e/factsheet-data.pdf

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