23. Jan 2020 Altersvorsorge

Abwarten ist keine Option

Weniger Rente als vorherige Generationen: Aber die Generation Y hat es selbst in der Hand, jetzt die Weichen für einen entspannten Ruhestand zu stellen.

  • Die Generation Y wird weniger Rente erhalten als andere Generationen zuvor.
  • Die private Altersvorsorge ist für sie daher wichtiger als für vorangegangene Generationen.
  • Clevere Millennials starten ihre Vorsorge so früh wie möglich und lassen die Zeit für sich arbeiten.
3 Minuten Lesezeit

70 %

der Nichtsparer können nicht sparen, da sie ihr ganzes Geld zum Leben brauchen.

Finanziell unabhängig sein – das ist laut einer Umfrage rund 71 Prozent der Generation Y besonders wichtig.[1] Aber ist die Generation der zwischen 1981 und 1998 Geborenen deshalb auch eine Generation eifriger Sparer – insbesondere im Hinblick auf die Zeit nach dem aktiven Arbeitsleben? Weit gefehlt: Nur ein Drittel der 17- bis 27-Jährigen legt regelmäßig Geld für die Rente beiseite.[2] Zusammen mit den jungen Menschen, die wenigstens ab und an etwas zurücklegen, sind es nur 48 Prozent, die für ihre Altersvorsorge sparen. Dabei könnte es gerade für die Jüngeren im Ruhestand finanziell ungemütlicher werden als für die Generationen davor. Denn: Das Rentenniveau – berechnet als Verhältnis der sogenannten Standardrente zum aktuellen Durchschnittsgehalt in Prozent – wird weiter sinken. Während es 2009 noch bei 52 Prozent lag, stellt die Bundesregierung in Aussicht, dass es bis 2033 auf 44,6 Prozent abrutschen wird.[3] Für jeden Millenial, der sich allein auf die gesetzliche Rente verlässt, könnte es in finanzieller Hinsicht ein Böses Erwachen geben. Was aber hält mehr als die Hälfte der jungen Menschen davon ab, stärker privat vorzusorgen?

All inclusive und Angst vor Altersarmut

Ein Blick zurück: In ihrer Kindheit und Jugend war für viele der jungen Leute Geld praktisch immer verfügbar – natürlich abhängig von der Größe der Brieftasche und dem Wohlwollen der Eltern. Kino, Smartphone, Pizza essen mit Freunden: meistens kein Problem. Geldsorgen im Hier und Jetzt? Fehlanzeige. Mögliche Geldsorgen im Alter? Gefühlte Lichtjahre entfernt. Das Bewusstsein, dass im späteren Berufsleben höhere Abzüge als beim Azubigehalt oder Nebenjob im Studium zu Buche schlagen? Möglichweise nicht vorhanden. Immerhin: Ausgaben wie etwa die Miete für die erste eigene Wohnung bieten einen ersten Vorgeschmack darauf, was es heißt, Ausgaben selbst bestreiten zu müssen. Interessant: Trotz wohlbehüteter Kindheit und Jugend scheint die junge Generation nicht blauäugig in die Zukunft zu blicken. Zwei Drittel – so das Ergebnis einer Umfrage – haben Angst vor Altersarmut.[2] Und fast 90 Prozent sind überzeugt, dass immer mehr Menschen im Altern arm sein werden, wenn sie keine Vorsorge betreiben.[2]

Was denken Sie?

Wie groß ist der Anteil der Generation Y, der großes Vertrauen in die gesetzliche Rente hat?

Nichtstun ist keine Option

Woran hapert es also dann – wenn schon nicht an der Erkenntnis, dass es im Alter eng werden könnte? Es scheitert wohl schlicht am Geld: 70 Prozent der jungen Nichtsparer brauchen ihr ganzes Geld zum Leben und können nichts auf die hohe Kante legen.[4] Zudem sind befristete Arbeitsverträge bei den jungen Arbeitnehmern weit verbreitet: Knapp 17 Prozent der Millenials unter 35 arbeiteten 2018 mit Zeitvertrag – weit mehr als in jeder anderen Altersgruppe.[5] Zugegeben: Wer wenig verdient, hat es mit dem Aufbau einer zusätzlichen Rente aus dem eigenen Portmonnee sicher schwerer. Dennoch: Mit ein wenig Disziplin finden sich im Alltag viele Möglichkeiten zu sparen (Siehe SSH: Spartipps im Alltag), wie das Coffee-to-go-Beispiel zeigt: Wer sich allmorgendlich auf dem Weg zur Arbeit einen Latte Macchiato für 2,80 Euro gönnt, gibt im Monat schnell mehr als 50 Euro dafür aus. Bares Geld, dass ganz easy für die Rente gespart werden kann – zum Beispiel in Form eines Aktienfondssparplans.

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Insbesondere in der aktuellen Nullzins-Phase kann ein Fondssparplan eine echte Alternative zum Sparbuch darstellen. Zumal er auch für Disziplin sorgt: Die gewünschte Sparrate wird jeden Monat automatisch abgebucht – und kann damit nicht mehr anderweitig ausgegeben werden. Schon bei 25 oder 50 Euro pro Monat kann über die Jahre bis zur Rente ganz schön was zusammenkommen. Über 20 Jahre beispielsweise legten Aktienfonds mit Schwerpunkt Deutschland jedes Jahr im Schnitt um mehr als 5 Prozent zu.[6] Keine Frage: Aktien haben auch Risiken. Doch fallen die Kurse einmal, hat der Anleger mit langem Atem Zeit genug, diese wieder wettzumachen. Und noch was: Der Aufwand für den Abschluss eines Sparplans hält sich in Grenzen und kann online mit ein paar Mausklicks ganz bequem von der Couch aus erledigt werden.

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Altersvorsorge: Je früher, desto besser

Die beste Nachricht zum Schluss: Anders als ihre Eltern ist die Generation Y noch jung genug, um erfolgreich gegenzusteuern. Wenn sie die goldene Regel der privaten Altersvorsorge „Je früher, desto besser“ beherzigt, bleibt noch ausreichend Zeit, um bis zum Start in die Rente ein komfortables Geldpolster aufzubauen. Eine einfaches Rechenbeispiel zeigt, wie wichtig der Faktor Zeit beim Sparen ist: Wer beim Start in die Rente auf 100000 Euro zurückgreifen will, muss bei einer angenommenen durchschnittlichen Verzinsung von drei Prozent monatlich 172 Euro beiseite legen – vorausgesetzt, der Sparer hat bis zur Rente noch 30 Jahre Zeit. Legt der Sparer dagegen erst zehn Jahre vor Renteintritt los, klettert der monatliche Sparbetrag auf üppige 715 Euro. Je früher Sparbeginn, desto kleiner also die Raten. Zumal Arbeitgeber und Staat beim Vermögensaufbau unter bestimmten Voraussetzungen mithelfen. Zum Beispiel in Form von Vermögenswirksamen Leistungen (siehe VL-Sparen: Die verschenkten Milliarden)[7]

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1. https://www.bento.de/future/bento-umfrage-was-der-generation-y-wichtig-ist-a-00000000-0003-0001-0000-000000003200

2. Quelle: MetallRente, „Jugend, Vorsorge, Finanzen – wird das Vertrauen einer Generation verspielt?“, #4, Stand: August 2019, https://www.jugendstudie.info/fileadmin/docs/documentLibrary/Jugendstudie_-_Downloads/Jugendstudie_-_2019/Sonstiges/MR_Studie_2019_Magazin.pdf

3. Bundesministerium für Arbeit und Soziales, „Rentenversicherungsbericht 2019“, S. 11,  https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Thema-Rente/rentenversicherungsbericht-2019.pdf?__blob=publicationFile&v=4; Statista, „Entwicklung des Sicherungsniveaus (…)“, Stand: November 2019, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/576064/umfrage/standardrentenniveau-der-grv-in-deutschland/

4. MetallRente, „Jugend, Vorsorge, Finanzen – wird das Vertrauen einer Generation verspielt?“, S. 15, Stand: August 2019, https://www.jugendstudie.info/fileadmin/docs/documentLibrary/Jugendstudie_-_Downloads/Jugendstudie_-_2019/Sonstiges/MR_Studie_2019_Magazin.pdf

5. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Arbeitsmarkt/Qualitaet-Arbeit/Dimension-4/befristet-beschaeftigte.html

6. BVI, „Sparplanzahlen auf einen Blick“, Stand: September 2019, https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/2019_9_30_sparplanzahlen.pdf

7. https://www.dws.de/informieren/themen/altersvorsorge/vl-sparen-die-verschenkten-milliarden/

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