11. Mrz 2020 Aktien

„Wir wollen Anleger bedienen, die großen Wert auf Risikokontrolle legen.“

Der Mischfonds DWS Invest Conservative Opportunities ist als defensiver Mischfonds konzipiert. Fondsmanager Thomas Graby vergleicht im Interview das für risikoscheue Investoren gedachte Produkt mit einem Fahrzeug, dessen Ausstattung darauf ausgelegt ist, Unebenheiten gut wegstecken zu können.

  • Der DWS Invest Conservative Opportunities streut seine Anlagen über ein breites Spektrum.
  • Dazu gehören etwa Fonds, Aktien, Unternehmensanleihen und „sichere Häfen“ wie zum Beispiel Staatsanleihen aus Japan.
  • Bei Rücksetzern am Aktienmarkt hat der Fonds seine Robustheit bereits unter Beweis gestellt.
4 Minuten Lesezeit

Herr Graby, mögen Sie als Autofahrer harte Fahrwerke oder doch eher lange Federwege, die viel wegstecken und für ruhige Fahrt sorgen können?

Auf der Straße würde ich eher die Kategorie sportlich wählen. Und auch als Privatinvestor darf es für mich mal ein wenig straffer sein, weil das am Kapitalmarkt eben auch Chancen auf mehr Rendite bietet kann. Als Fondsmanager ist mir allerdings klar, dass mehr Risiko nicht unbedingt etwas für Anleger ist, die aus der Welt von Bundesanleihen, Festgeldkonto und Sparbuch kommen.

Sie vergleichen den DWS Invest Conservative Opportunities, den sie seit seinem Start im September 2019 managen, gerne mit einem Fahrzeug, das an vier Rädern unabhängig voneinander gefedert ist. Wie muss man sich das vorstellen?

Der DWS Invest Conservative Opportunities ähnelt von der Konstruktion her einem gut gefederten Auto mit viel Bodenfreiheit. Der Fonds zielt auf einen möglichst homogenen Renditeverlauf, also den Ausgleich von möglichen Verlusten an einer Stelle im Portfolio durch Gewinne an einer anderen Stelle. Im Fonds funktioniert das mit Hilfe einer hohen Diversifikation. Dabei achten wir darauf, dass die verschiedenen Positionen im Portfolio nicht gleichlaufen, wenn die zugrundeliegenden Anlageklassen sich bewegen. Im Fachjargon sprechen wir hier von einer geringen Korrelation. Zusätzlich haben wir dabei das Ziel, die Schwankungsbreite des Portfolios auf fünf Prozent zu begrenzen. Damit wollen wir Anleger bedienen, die großen Wert auf Risikokontrolle legen.

"Der DWS Invest Conservative Opportunities ähnelt von der Konstruktion her einem gut gefederten Auto mit viel Bodenfreiheit. "

Thomas Graby, Portfoliomanager des DWS Invest Conservative Opportunities

Wie würden Sie diesen Anleger beschreiben?

Ich sehe einen Anleger, der zunächst einmal auf Kapitalerhalt aus ist. Dieser Anleger hat eine geringe Toleranz gegenüber Verlusten und möchte über seine Anlage auch kurzfristig verfügen können. Darüber hinaus ist er es gewohnt, regelmäßig Erträge gutgeschrieben zu bekommen. So, wie er das von früher her noch kennt, als Anleihen-Kupons auf sichere Staatsanleihen oder kurz laufende Festgelder noch eine nennenswerte Verzinsung abwarfen. Zur traurigen Wahrheit gehört aber auch, dass Anleihen und Anleihefonds von jahrzehntelangen Zinssenkungen profitiert haben. Das brachte uns erst auf das heutige Zinsniveau. Weitere Zinssenkungen sind zwar nicht unmöglich, erscheinen jedoch aktuell und auf den jetzigen Niveaus eher unwahrscheinlich.

Das heißt, Sie investieren bei dem Fonds nicht in Aktien?

Nein, ganz im Gegenteil. Unser Leitsatz lautet: Aktien sind aktuell alternativlos, wenn auch nicht risikolos. Damit sind Aktien im Prinzip immer eines der vier Räder am Wagen. Die Aktiensensitivität leitet sich dabei vor allem aus den bekannten Strategien unseres Teams, dem DWS Concept Kaldemorgen, sowie dem DWS Dynamic Opportunities ab. Wir ergänzen jedoch an den drei übrigen Fahrzeugecken noch stärker mit Anlagen, die gegensteuern können, wenn die Aktienmärkte mal kräftig nachgeben.

Welche sind die übrigen drei Komponenten des Fonds?

Das sind zunächst zu unseren Strategien weniger korrelierte festverzinsliche Anlagen – etwa Einzelfonds mit Unternehmensanleihen. Dazu kommen als weitere Komponente etwa Staatsanleihen der USA, Investments in den japanischen Yen oder auch Gold hinzu, bekannt als Anlagen aus dem „sicheren Hafen“. Diese Anlagen reagieren in der Regel positiv, wenn es an den Aktienmärkten einmal abrupt abwärtsgeht. Das kann also ein guter Stoßdämpfer sein, der in die entgegengesetzte Richtung funktionieren kann und das Auto robust auf der Straße halten kann.

Und was ist die vierte Komponente?

Das können beispielsweise Renditechancen nach größeren Kursrückschlägen im Hochzinsanleihen-Markt sein. Oder auch Strategien, die besonders attraktiv erscheinen, vor allem im Vergleich zum gesamten Aktienmarkt. Bei all dem spielt jedoch die Kontrolle eine übergeordnete Rolle.

Können Sie das bitte Mal an Zahlen festmachen?

Nehmen wir die jüngsten Erschütterungen am Markt durch das Coronavirus. In der zweiten Januarhälfte gab der weltweite Aktienindex MSCI World knapp 3 Prozent (in Euro) nach. Im Vergleich dazu hat die breite Diversifikation dazu geführt, dass sich der DWS Invest Conservative Opportunities im gleichen Zeitraum vergleichsweise gut gehalten hat – und das bei einem damaligen Aktienanteil von etwas mehr als 20 Prozent. Hier erkennen Sie gut den von mir angesprochenen Effekt, der in diesem Fall wie gewünscht funktioniert hat.

Wie groß ist das aktuelle Fondsvermögen – und wie sieht es mit der Wertentwicklung aus?

Derzeit sind etwas mehr als 10 Millionen Euro in den Fonds investiert. Bis Ende Januar 2020 hat der DWS Invest Conservative Opportunities seit seiner Auflage im September 2019 brutto gut 2,5 Prozent Rendite erreicht[1]. Dies ist ein ordentliches Ergebnis, wenn man berücksichtigt, dass der Fonds im dritten Quartal 2019 in eher unruhigen Zeiten gestartet ist. Denn just zu dem Zeitpunkt hatten Notenbanker sogar noch eine Ausweitung ihrer lockeren Geldpolitik angekündigt. Gerade für die sogenannten „sicheren Häfen“ ein ungünstiges Umfeld.

Wann entscheiden Sie sich jeweils für eine Veränderung ihres Fonds und wie viele Titel sind im DWS Invest Conservative Opportunities enthalten?

Es gibt da keinen festen Rhythmus. Wir gestalten den Fonds dann um, wenn wir Gelegenheiten am Markt sehen. Geplant ist, dass der Fonds aus Gründen der breiten Risikostreuung, typischerweise zwischen zehn und zwanzig Titel aus den vier genannten Kategorien enthält. Das sind in der Regel Fonds aus unserem eigenen Haus – beispielsweise der DWS Concept Kaldemorgen und der DWS Dynamic Opportunities, die den Kern des Fonds darstellen und den Charakter unseres teamorientierten Ansatzes widerspiegeln. Aber auch Einzelinvestitionen in Gold, in den japanischen Yen oder US-Staatsanleihen sind denkbar. Es gibt keine festen Limits für die Aktien- oder Anleihenquoten. Wie schon gesagt:  Wir streben eine geringere Verlusttoleranz an und zielen mit maximal 5 Prozent auf eine geringere Schwankungsbreite als im DWS Concept Kaldemorgen ab. Beides unterstützt eine stärkere Glättung des Renditeverlaufs des Fonds. Unser Ziel ist, den Kunden über einen 3-Jahreszeitraum eine positive Rendite generieren[2].

Abschließend gefragt: Muss der Anleger nicht zweimal bezahlen, wenn er in einen Dachfonds investiert, der wiederum Einzelfonds kauft?

Nein, das passiert nicht – zumindest bei DWS-Produkten. Dazu verwenden wir eine interne Differenzkostenmethode, die das verhindert.

DWS Invest Conservative Opportunities LD

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