29. Mrz 2019 Mischfonds

Renditen unter Druck – Auswege für Anleger

Langfristig sinkende Renditen und steigende Risiken – das prognostizieren die Kapitalmarktexperten des DWS Research Institute. Wie sich Anleger auf dieses ungute Doppel einstellen können.

  • Die Renditeaussichten für Anleihen und Aktien sind rückläufig, erwartet das Research Institute der DWS.
  • Der richtigen Vermögensaufteilung dürfte noch wichtiger werden.
  • Investments in Schwellenländern dürften in den nächsten Jahren das höchste Potenzial haben.
3 Minuten Lesezeit

Eine breite Streuung (Diversifikation), diese altbewährte Investment-Tugend, sei nach der Finanzkrise abhandengekommen, schreiben die Experten des DWS Research Institut in ihrer Januar-Studie (2019). Aber sie sei wieder im Kommen. Der Grund: Die zu erwartenden Renditen in den nächsten zehn Jahren dürften deutlich niedriger ausfallen, als es sich Anleger (vielleicht) erhoffen.

Konkret: Wer künftig bei gewohntem Risiko investieren möchte, dessen Rendite wird wohl nur noch halb so hoch ausfallen wie bislang, schätzt das Institut.

Mischfonds können sehr flexibel auf Veränderungen reagieren

Die Zusammenstellung des eigenen Portfolios will also gut überlegt sein. Bloß, welcher Privatanleger kennt schon die effizienteste Depot-Struktur? Wer hat Zeit und Wissen, derart komplexe Investmententscheidungen zu treffen, zumal wenn diese noch komplizierter werden? Schließlich müssen Rendite-Chancen genutzt und Risiken konsequent vermieden werden, um möglichst schwankungsarm einen guten Ertrag zu erwirtschaften.

Die Lösung kann in dieser Situation ein Mischfonds sein, bei dem das Fondsmanagement breit gestreut in unterschiedliche Vermögensklassen investieren kann. In Mischfonds können sich so Aktien und Anleihen aus den verschiedensten Regionen beziehungsweise Währungsräumen finden. Durch flexibles Umsteuern wird das Fondsmanagement fortlaufend versuchen, ein möglichst ideales Portfolio zusammenzustellen.

Bei unveränderter Risikobereitschaft könnten sich die Renditen halbieren.

Schwellenländer bieten die Aussicht auf überdurchschnittliche Renditen

Überdurchschnittliche Rendite-Chancen in Schwellenländern

So dürften in den kommenden Jahren laut Einschätzung der Experten des DWS Research Institute, Aktien und Anleihen aus den Schwellenländern (Emerging Markets) im Vergleich zu Aktien aus Europa und den USA die höchsten Renditen (in Heimatwährung) abwerfen.

Anlegern in Schwellenländer? Ist das nicht viel zu risikoreich, dürfte sich der eine oder andere Anleger fragen. Welchen Bilanzen, welchen Börsen kann man dort trauen? Diese Fragen sind berechtigt. Eine sinnvolle Streuung neben einer gezielten Aktien-Auswahl wird in diesen Ländern zum Muss, soll die Gefahr von Verlusten nicht erheblich steigen. Leisten kann das letztlich nur ein Profi, der die Märkte stetig beobachten und gegebenenfalls schnell auf Veränderungen reagieren kann.

Auf die Zeitenwende an den Börsen mit Mischfonds reagieren

Der Wandel vollzieht sich an den Börsen aktuell rasch. In den zurückliegenden zehn Jahren konnten sich die Renditen europäischer und japanischer Aktien gegenüber denen aus den Schwellenländern gut behaupten – und im Fall der USA sogar überflügeln. Aber das dürfte nicht so bleiben. Während die Ertragserwartungen für Aktien aus Industrieländern deutlich rückläufig sind, können die Emerging-Market-Aktien ihr Niveau fast halten, so die Prognose.

Staatsanleihen aus Schwellenländern bringen deutlich mehr Zinsen

Der Renditevorteil von Investments in Schwellenländern betrifft nicht nur Aktien, sondern auch Anleihen. Zwar dürften auch bei Schwellenländeranleihen die Erträge zurückgehen, doch liegen die vom DWS Research Institute erwarteten Renditen noch weit vor denen aus Europa und den USA. Während in Dollar notierte Schwellenländer-Staatsanleihen Verzinsungen von rund sechs Prozent bringen, liegt die von Staatspapieren in der Eurozone lediglich knapp über der Nullgrenze. Ein Blick über den bekannten Börsen-Horizont hinaus kann sich somit durchaus lohnen.

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