03. Dez 2019 Nachhaltigkeit

DWS will CO2-Ausstoß von Büroimmobilien halbieren

Die DWS verstärkt ihre Anstrengungen beim Klimaschutz. Bis 2030 will sie den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer europäischen Büroimmobilien-Portfolios um die Hälfte reduzieren.

  • Die DWS setzt sich ein klares Ziel zur Reduktion der CO2-Emissionen bei ihren europäischen Büroimmobilien-Portfolios.
  • Bis 2030 soll der Kohlendioxid-Ausstoß gegenüber 2017 halbiert werden.
  • Die DWS plant ähnliche Ziele auch für andere Immobiliensektoren zu entwickeln.
4 Minuten Lesezeit

Angesichts weltweit steigender Temperaturen und einer markanten Zunahme an Naturkatastrophen wird es immer dringender, dem Klimawandel entgegen zu wirken. In ganz Europa haben Länder damit begonnen, umfassende Pläne zur Reduzierung der CO2-Emissionen aufzustellen.

Die DWS setzt ihr Engagement zum Schutz des Klimas mit neuen Plänen für ihr Immobiliengeschäft fort. Das Unternehmen hat sich kürzlich dazu verpflichtet, den CO2-Ausstoß seines europäischen Büroimmobilien-Portfolios bis zum Jahr 2030 um 50 Prozent zu senken. „Als einer der führenden Fondsmanager von Immobilienportfolios wollen wir einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels im Immobiliensektor leisten“, erklärt Clemens Schäfer, Head of Real Estate für Europa bei der DWS.

Der Immobiliensektor gilt als einer der Schlüsselfaktoren beim Klimaschutz. Immobilien tragen zusammen mit der Bauwirtschaft weltweit etwa 40 Prozent zu den Kohlendioxid-Emissionen bei. In Deutschland sind Gebäude für etwa ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich.[1]

Zugleich sind Investitionen in die energetische Gebäudesanierung eines der effektivsten Mittel zur Steigerung der Energieeffizienz und damit zur Senkung des CO2-Fußabdrucks.[2] Gebäudeeigner können auf diese Weise die Unterhaltskosten senken und ihren Mietern effizientere Flächen anbieten.

61.000

Eine Senkung des CO2-Verbrauchs um 61.000 Tonnen pro Jahr entspricht der Kohlendioxid-Aufnahme von annähernd fünf Millionen Buchen.

Moderne Gebäude verbrauchen oft wesentlich weniger CO2 als alte. Steigende regulatorische Anforderungen in Europa sollten dafür sorgen, dass dieser Effekt in Zukunft zunimmt.

Die DWS ist mit ihren Immobilienportfolios einer der großen Inhaber von Gewerbeimmobilien in Europa. Etwa die Hälfte ihrer Portfolios entfällt auf Büroimmobilien, das entspricht rund 1,7 Millionen Quadratmetern Bürofläche. Entsprechend groß ist der geplante Einspareffekt bei CO2: Ab 2030 sollte er gegenüber dem Vergleichsjahr 2017 jährlich rund 61.000 Tonnen betragen. Zum Vergleich: Eine Buche muss 80 Jahre lang wachsen, um eine Tonne CO2 zu kompensieren. Um also die gleiche Menge an Kohlendioxid jährlich zu kompensieren, sind annähernd fünf Millionen Buchen nötig.

 

Beachtung von ESG-Kriterien kann risikoadjustierte Rendite steigern

Für die DWS ist die konsequente Senkung des CO2-Ausstoßes von Gebäuden aus ihrem Portfoliobestand ein wichtiger Teil ihrer umfassenden ESG-Strategie im Immobilienbereich. ESG steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung. Die ESG-Strategie der DWS strebt eine Verbesserung der risikobereinigten Renditen durch Maßnahmen an, mit denen Umweltrisiken gemindert, die Betriebskosten gesenkt und Mietern moderne und effiziente Flächen zur Verfügung gestellt werden können. „Wir glauben, dass sich ein hoher ESG-Standard positiv auf die Rendite unserer Investoren auswirken kann, weil wir dadurch unseren Mietern und Investoren attraktive und qualitativ hochwertige Gebäude zur Verfügung stellen können“, sagt Clemens Schäfer. „50 Prozent CO2-Reduktion für alle europäischen Büroimmobilien ist ein herausforderndes Ziel. Wir haben aber einen klaren Plan, wie wir das schaffen können.“

Das 50-Prozent-Reduktionsziel setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Erstens soll der Energieverbrauch in den Gebäuden um mindestens 30 Prozent gesenkt werden. Die verbleibende Reduzierung soll durch den Einsatz erneuerbarer Energien für den Strombedarf erzielt werden. Zusätzlich überprüft das Unternehmen die Effizienz seiner Akquisitionen und seines bestehenden Portfolios und investiert in den Erwerb von energieeffizienten Gebäuden oder die Nachrüstung älterer, weniger effizienter Immobilien.

Wie groß der Einspareffekt einer gezielten Modernisierung sein kann, zeigt das Beispiel des KupkA-Gebäudes in Paris. Die 17.000 Quadratmeter umfassende Büroimmobilie wird seit 2018 umfassend saniert und auf den neuesten technischen Standard gebracht. Hochleistungsfassaden in Teilbereichen und neue Kühldecken auf heutigem technischem Standard sorgen nicht nur für einen optimalen thermischen Komfort und Schallschutz, sondern senken auch den Energieverbrauch. Das gesamte Gebäude wird mit effizienter LED-Beleuchtung, automatischen Belüftungssystemen und effizienten Filtern ausgestattet. Smarte Technologien sorgen zudem für bessere Auslastung und ein optimales Zusammenspiel aller Verbrauchsquellen. Alle Maßnahmen zusammen sollen dafür sorgen, dass der Energieverbrauch des KupkA-Gebäudes um 40 Prozent gesenkt werden kann.

Darüber hinaus unterstützt die DWS ihr Ziel, indem sie sich bei Ankäufen auf energieeffiziente Immobilien konzentriert. Ein Beispiel dafür ist das kürzlich neu erworbene Büroobjekt Stratford S9 auf dem ehemaligen Gelände der Olympischen Spiele 2012 in London, das hohen Standards an Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit genügt. Beispielsweise ist die Fassade so gestaltet, dass sie das natürliche Licht optimal ausnutzt und wenig Energie für Heizung und Kühlung benötigt wird. Das Gebäude wird voraussichtlich mit einem Nachhaltigkeitszertifikat „BREEAM Excellent“ ausgezeichnet, der höchsten Kategorie des renommierten britischen Zertifizierungssystems für nachhaltiges Bauen.

"Wir wollen im ESG-Markt führend zu sein. Deshalb stellen wir Nachhaltigkeit konsequent in den Mittelpunkt unseres Handelns."

Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der DWS

Die Kennzahl Carbon Intensity sorgt für Transparenz und Vergleichbarkeit

„Um unser ehrgeiziges Ziel zu erreichen, müssen wir in der Lage sein, unseren CO2-Ausstoß zu messen und ihn in einer verständlichen und standardisierten Weise unseren internen und externen Anspruchsgruppen zu vermitteln, erklärt Jessica Elengical, Head of ESG-Strategy for Alternatives. Maßgeblich dafür ist die Kennzahl „Carbon Intensity“. Sie entspricht dem CO2-Verbrauch des Portfolios, geteilt durch die Fläche des Gesamtbestands. Die Daten dafür werden künftig zweimal im Jahr erhoben. „Carbon Intensity ist eine transparente Kennzahl, mit der unsere Investoren und die Öffentlichkeit unsere Fortschritte bei der CO2-Reduktion ab sofort einfach nachvollziehen können“, sagt Jessica Elengical.

Die DWS erwägt zudem, solche Ziele auch auf andere Immobilienarten und Regionen auszuweiten. Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der DWS, verspricht: „Wir wollen im ESG-Markt führend zu sein. Deshalb stellen wir Nachhaltigkeit konsequent in den Mittelpunkt unseres Handelns.“

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1. https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/klimaschutz-so-koennte-in-deutschland-das-meiste-co2-eingespart-werden/23192484.html?ticket=ST-2105758-34lqEGdtlABtcgMkIPai-ap6

2. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU): Klimaschutz in Zahlen Fakten, Trends und Impulse deutscher Klimapolitik Ausgabe 2018, S. 54. https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Pools/Broschueren/klimaschutz_in_zahlen_2018_bf.pdf

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