Wichtiger Sicherheitshinweis: Warnung vor Betrugsversuchen im Namen der DWS
Uns ist aufgefallen, dass Betrüger im Internet und in sozialen Medien die Marke „DWS“ sowie Namen von DWS-Mitarbeitern missbrauchen. Dabei kommen gefälschte Webseiten, Facebook-Seiten, WhatsApp-Gruppen, sowie Apps zum Einsatz. Bitte beachten Sie, dass die DWS keine Facebook-Botschafterprofile oder WhatsApp-Chats betreibt.
Wenn Sie unerwartet Anrufe, Nachrichten oder E-Mails erhalten, die angeblich von der DWS stammen, seien Sie vorsichtig. Geben Sie keine persönlichen Daten preis und leisten Sie keine Zahlungen.
Verdächtige Aktivitäten können Sie an info@dws.com melden – idealerweise mit allen relevanten Dokumenten. Falls Sie den Verdacht haben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, wenden Sie sich bitte umgehend an die örtlichen Behörden und ergreifen Sie geeignete Schutzmaßnahmen.
Seit einiger Zeit können auch Privatanleger über spezielle Fondsvehikel in Infrastrukturprojekte wie Autobahnen und Windenergieparks investieren. Das ist vor allem für diejenigen interessant, die nach langfristigen und verlässlichen Erträgen suchen.
1. Was ist ein offener Infrastrukturfonds?
2. Für wen eignen sich offene Infrastrukturfonds?
3. In welche Arten von Infrastruktur können Anleger investieren?
4. Was kann ein offener Infrastrukturfonds für Anleger attraktiv machen?
5. Warum sind offene Infrastrukturfonds wichtig für die Europäische Transformation?
6. Was ist der Unterschied zwischen nicht-gelisteter und gelisteter Infrastruktur?
7. Was ist ein offenes Infrastruktur-Sondervermögen und was ist der Unterschied zu einem ELTIF?
8. Was ist besser, ein offenes Infrastruktur-Sondervermögen oder ein ELTIF?
9. Warum können offene Infrastrukturfonds ein interessanter Baustein im Portfolio sein?
10. Gibt es eine Mindesthaltedauer und welchen Anlagehorizont sollten Anleger wählen?
11. Wie kann die Beteiligung eines offenen Infrastrukturfonds, zum Beispiel an einem Windenergiepark, aussehen?
12. Sind Investitionen in Infrastruktur beziehungsweise in offene Infrastrukturfonds eine sichere Anlage?
Globale Megatrends wie der Klimawandel, die Digitalisierung, der Ausbau der Mobilität oder die Urbanisierung erfordern eine zukunftsfähige und nachhaltige Infrastruktur. Der hohe Investitionsbedarf macht den Markt auch für Anleger attraktiv. Allein in Europa werden bis 2040 rund 14 Billionen Euro benötigt.[1]
Mit offenen Infrastrukturfonds können Anleger in der Regel stabile und langfristige Erträge erzielen. Denn Infrastrukturprojekte- und -unternehmen generieren oft beständige Einnahmen über lange Zeiträume.
Zudem sind offene Infrastrukturfonds im Vergleich zu anderen Anlageformen wie zum Beispiel Aktienfonds oft weniger stark von kurzfristigen Marktschwankungen betroffen. Sie gelten als vergleichsweise resilient gegenüber Marktverwerfungen und bieten eine gute Möglichkeit, Kapital vor Inflation zu schützen. Entsprechend ist Infrastruktur als Anlageklasse auch bei konservativ ausgerichteten institutionellen Investoren wie Pensionskassen oder Versicherungen beliebt.
Offene Infrastrukturfonds können für Anleger interessant sein, die die Wachstumsperspektiven von Infrastruktur nutzen möchten und bereit sind, ihr Geld dafür längerfristig zu binden. Die Einstiegshürden, in nicht-börsennotierte Infrastruktur zu investieren waren lange Zeit hoch und Investments damit institutionellen Anlegern vorbehalten. Das hat sich geändert. Über moderne Konstruktionen wie das offene Infrastruktur-Sondervermögen oder ELTIFs können nun auch Privatanleger in nicht-gelistete Infrastruktur investieren, so beispielsweise in Projekte, die erneuerbare Energien erzeugen.
Offene Infrastrukturfonds, die direkt in Infrastrukturprojekte investieren, sind als Anlageform weniger stark mit börsennotierten Wertpapieren wie Aktien und Anleihen korreliert. Infrastrukturprojekte bieten zudem langfristige und stabile Erträge, die zum Beispiel aus Nutzungsgebühren, staatlich garantierten Zahlungen wie etwa der Einspeisevergütung, Mieten oder Mautzahlungen stammen können. Auch das macht sie für Anleger attraktiv. Zudem investieren die offenen Infrastrukturfonds zumeist in verschiedene Projekte in mehreren Regionen, um durch Diversifikation das Risiko weiter zu minimieren.
Die noch junge Rechtsform eines offenen Infrastruktur-Sondervermögens bietet Anlegern zudem eine gewisse Flexibilität und bessere Möglichkeiten, bei Bedarf Anteile zurückzugeben und ihr Investment wieder zu liquidieren. Zwar gibt es für Investoren eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren. Danach können sie ihre Anteile jedoch regelmäßig, in der Regel halbjährlich bis jährlich, zurückgeben. Die Ankündigungsfrist dafür beträgt 12 Monate. Eine Beteiligung ist bereits mit kleinen Beträgen ab 50 Euro möglich.
Grundsätzlich ist ein offener Fonds, der in Infrastrukturinvestments anlegt, für alle Anleger interessant, die ihr Geld langfristig investieren und dabei breit streuen möchten. Das umfasst eher konservative Anleger ebenso wie risikofreudigere Anleger, die ihr dynamisch ausgerichtetes Portfolio um einen eher konservativen Aspekt ergänzen möchten.
Der Green Deal der Europäischen Union zielt darauf ab, Europa bis 2050 klimaneutral zu machen. Die dafür erforderlichen Investitionen brauchen viel Kapital, das nicht allein aus öffentlichen Mitteln bereitgestellt werden kann. Offene Infrastrukturfonds können helfen die Kapitallücke zu schließen und die Transformation Europas voranzutreiben, indem sie in Projekte wie beispielsweise Wind- und Solarparks, den Ausbau von Stromnetzen und Energiespeichern oder energieeffiziente Gebäude investieren.
Weitere wichtige Ziele Europas, für die privates Kapital etwa von offenen Infrastrukturfonds mobilisiert werden soll, sind zum Beispiel der Ausbau der digitalen Infrastruktur und nachhaltiger Verkehrssysteme.
Anleger investieren also in Projekte, die der Allgemeinheit zugutekommen können und langfristig ausgelegt sind. Viele offene Infrastrukturfonds integrieren zudem zunehmend Nachhaltigkeitskriterien in ihre Anlagerichtlinien, um die europäische Nachhaltigkeitsagenda zu unterstützen.
Bei einem Investment in nicht-gelistete Infrastruktur investiert ein Anleger in einen Fonds, der unmittelbar in Infrastrukturprojekte investiert. Der Fonds erwirbt Eigentumsanteile an dem jeweiligen Projekt oder Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist der Kauf eines Solarparks durch einen Fonds. Die Erträge, die der Solarpark durch die Stromproduktion über die nächsten Jahre erzielt, kommen dem Fonds und damit den Anlegern des Fonds zugute. Neben erneuerbaren Energien können auch Projekte und Unternehmen aus anderen Segmenten wie beispielsweise Transportinfrastruktur oder digitale Infrastruktur erworben werden.
Bei einer Anlage in gelistete Infrastruktur erwirbt der Anleger hingegen Aktien von börsennotierten Unternehmen, die einen Infrastrukturbezug haben. Dazu zählen beispielsweise Energie- oder Transportunternehmen aber auch große Konzerne aus dem Telekommunikationssektor. Dabei kann der Anleger entweder direkt Aktien der Unternehmen erwerben oder in einen Fonds investieren, der in börsennotierte Infrastrukturunternehmen investiert. Bei einer Anlage in Infrastrukturaktien zielt der Anleger somit nicht – wie im Beispiel des Solarparks – auf die unmittelbaren Erträge aus Infrastrukturprojekten ab, sondern auf mögliche Kursgewinne und Dividenden.
Das noch junge Instrument des offenen Infrastruktur-Sondervermögens eröffnet Privatanlegern Zugang zu Fonds, die hauptsächlich direkt in Infrastrukturprojekte investieren. Dabei handelt es sich um einen nach deutschem Recht (Kapitalanlagegesetzbuch, KAGB) regulierten offenen Infrastrukturfonds, der strengen Auflagen unterliegt. Im Gegensatz zu geschlossenen Fonds besteht beim offenen Infrastruktur-Sondervermögen die Möglichkeit, die Anteile in bestimmten, vorab definierten Intervallen zurückzugeben. Diese Investitionsform erlaubt es Anlegern somit, flexibler über ihre eingezahlten Beiträge zu verfügen. Bei geschlossenen Fonds ist das Kapital hingegen meist für eine Mindestdauer von mehreren Jahren gebunden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Mindestanlagesumme beim offenen Infrastruktur-Sondervermögen häufig geringer ist als bei geschlossenen Fonds. Durch die Möglichkeit, regelmäßig geringe Beträge einzuzahlen ist diese Struktur für einen Fondssparplan geeignet, um sukzessive Kapital aufzubauen.
Ein ELTIF ist ein europäisch regulierter Fonds, der beispielsweise in Infrastruktur, aber auch in andere langfristig orientierte Sachwerte wie Beteiligungen (Private Equity) oder Fremdkapitalfinanzierungen (Private Debt), investiert. ELTIFs sind nach europäischen Recht auch streng reguliert, um den Schutz der Anleger sicherzustellen.
Das kommt darauf an, was dem Investor wichtig ist und welche Anlageziele er verfolgt. Beide Instrumente sind streng reguliert und damit auch für Privatanleger geeignet. Ein offenes Infrastruktur-Sondervermögen unterliegt deutschem Recht und richtet sich folglich speziell an nationale Anleger. Dank der vorgeschriebenen regelmäßigen Rückgabemöglichkeiten bietet es den Investoren ein gewisses Maß an Flexibilität und Liquidität. Die genauen Modalitäten bestimmt der Emittent. Im Gegensatz zum europäischen ELTIF ist das offene Infrastruktur-Sondervermögen auf Infrastrukturprojekte spezialisiert. Ein ELTIF ist ein EU-reguliertes Instrument mit einem breiteren Anlagespektrum. Der Fonds bestimmt im Einklang mit seiner Anlagestrategie und dem Liquiditätsmanagement die Mindesthaltedauer, Kündigungsfristen und Rückgabemodalitäten. Das Kapital der Anleger kann über einen längeren Zeitraum gebunden sein.
Anleger können ihrem Portfolio mit offenen Infrastrukturfonds eine interessante Stabilitätskomponente hinzufügen: Es wird in Projekte investiert, die in der Regel langfristige und stabile Erträge bieten können und vergleichsweise geringen Kursschwankungen unterliegen. Dies gilt insbesondere für nicht gelistete Infrastruktur. Zudem hat die Anlageklasse Infrastruktur in der Regel einen verhältnismäßig geringen Gleichlauf mit anderen Anlageklassen wie zum Beispiel Aktien. Infrastrukturanlagen können dem Portfolio daher zusätzliche Stabilität verleihen, beispielsweise wenn der Rest der Anlagen unter Druck gerät.
Vermögen, die möglichst breit über viele Anlageklassen und Regionen verteilt werden, haben meist ein ausgewogeneres Verhältnis von Chancen und Risken. Für Anleger ist die Verteilung des investierten Kapitals auf verschiedene Anlageklassen langfristig oft ertragreicher – also mit der Aussicht auf höhere Renditen verbunden.
Das hängt von der Konstruktion und den Anlagebedingungen des jeweiligen Fonds ab. Geschlossene Infrastrukturfonds haben typischerweise eine lange Laufzeit, die nicht selten zehn Jahre übersteigt. Das Kapital der Anleger ist dann über diesen Zeitraum gebunden. Beim offenen Infrastruktur-Sondervermögen haben Sparer hingegen die Möglichkeit, nach Ablauf von 24 Monaten unter Berücksichtigung der Rückgabefrist über ihre angelegten Gelder zu verfügen. In beiden Fällen wird das Kapital in langfristige Projekte investiert. Aus diesem Grund sollten Anleger einen Anlagehorizont von mindestens drei bis fünf Jahren ins Auge fassen.
Bei einem reinen Infrastruktur-Aktienfonds (gelistete Anlage) gibt es diese Einschränkungen nicht. Dieser ist im Vergleich zu einem offenen Infrastruktur-Sondervermögen deutlich liquider: Anleger können ihre Anteile in der Regel jederzeit verkaufen. Allerdings empfiehlt sich auch bei Aktienfonds ein mittel- bis langfristiger Anlagehorizont. Anleger sollten hier wie dort mit mindestens drei bis fünf Jahren Haltefrist kalkulieren, damit der Fonds sein Potenzial ausschöpfen kann.
Ein offener Infrastrukturfonds kauft zum Beispiel einen Windpark von einem Projektentwickler, der diesen gebaut hat. Um den Windpark operativ zu betreiben wird eine Projektgesellschaft eingesetzt.
Der vom Windpark produzierte Strom, wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und pro eingespeister Kilowattstunde vergütet. Der Mindestpreis und die Menge des Stroms sind dabei oft über mehrere Jahre festgelegt, was dem offenen Infrastrukturfonds und seinen Anlegern eine gewisse Sicherheit in Bezug auf die zu erwartenden Zahlungsströme gibt.
Ein Teil des Erlöses aus dem Stromverkauf wird genutzt, um die laufenden Kosten der Projektgesellschaft zu decken. Den erzielten Überschuss kann der Fonds nach Abzug der eigenen Kosten anschließend teilweise an die Anleger ausschütten.
Wie alle Anlageklassen unterliegen auch Investitionen in Infrastruktur gewissen Risiken. Zum Beispiel können sich Marktpreise verändern, weil die Nachfrage nach bestimmten Leistungen abnimmt (Marktpreisrisiko). Eine vollständige Übersicht über alle Chancen und Risiken, die mit einer Investition in Infrastrukturfonds verbunden sind, finden Anleger in den jeweiligen Verkaufsprospekten.
Infrastruktur in Deutschland - Erneuerbare Energien
Brochure/Flyer