Er hat geerbt, hieß es früher einmal, wenn sich jemand allerlei schöne Dinge gönnen konnte und das auch tat. Dabei schwang der Nimbus des Besonderen mit. Erbe sein, das war selten. Nun aber wird erben fast schon zur Regel. Dabei geht es nicht selten sogar um eine Viertelmillion. Was tun mit dem unerwarteten Geldsegen?

 

Nein, die wohlhabende (unbekannte) Tante aus den Vereinigten Staaten war es nicht, sondern der kinderlose Onkel Gustav aus Nürnberg. Der hatte sich zwar immer rar gemacht, aber so ein bisschen kannte die Verwandtschaft ihn doch. Keiner hätte allerdings vermutet, dass der Eigenbrötler zu Lebzeiten so viel gespart hat – er konnte wohl das Geld zusammenhalten oder er leistete sich nicht viel. Wie auch immer, er vererbte nach seinem Tod stolze 100.000 Euro. Die Mitteilung vom Nachlassgericht war eine Überraschung, die auch Freude auslöste, wenngleich natürlich die Trauer über das viel zu frühe Ableben von Onkel Gustav überwog.

 

Erben ist keine Seltenheit

Erben ist längst nicht mehr so besonders wie noch vor Jahrzehnten. Mehr als jeder dritte Erwachsene hat schon mal geerbt, hat das Meinungsforschungsinstitut Yougov herausgefunden. Bei den über 55-Jährigen ist es sogar jeder zweite. Die Summen, um die es dabei geht, sind durchaus stattlich: In Hessen lag jede vierte Erbschaft bei 100.000 Euro. Jeder Fünfte schätzt seine Erbmasse auf mehr als eine Viertelmillion Euro. Das hat vor allem mit Immobilien zu tun, die in jedem zweiten Erbe enthalten sein werden. Es kann somit jeden „treffen“, der Aufbauleistung der Nachkriegsgeneration sei Dank.

 

400 Milliarden Euro pro Jahr

Bis 2027 werden wohl pro Jahr rund 400 Milliarden Euro in Deutschland vererbt, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gemeinsam mit der Hans-Böckler-Stiftung errechnet. Das ist deutlich mehr als in früheren Studien veranschlagt wurde. Für die Erben wird sich da schnell die Frage stellen: Wohin mit dem (plötzlich) geerbten Geld oder was anstellen mit der Immobilie? Ausgeben? Anlegen? Wenn ja, wie? Das Häuschen vom Onkel, an dem er so gehangen hatte, verkaufen oder doch vermieten?

 

Das Erbe anlegen

Das Erbe rauschend verprassen ist sicherlich eine Idee, wenn auch nicht die beste. Vielleicht könnte sich der glückliche Erbe von einem Teil des Geldes einen schon lange gehegten Wunsch erfüllen – ja, der Rest sollte aber sinnvoll investieren werden. Nein, das Tagesgeldkonto ist dafür nicht gut geeignet, allenfalls für einen kleinen Cash-Bestand, denn die Zinsen sind nach wie vor extrem niedrig. Kleine Zinserträge werden da schnell von Preissteigerungen (Inflation) aufgezehrt. Inzwischen ist Sparen auf dem Tagesgeldkonto meist ein Verlustgeschäft. Besser ist es auf Aktien im Mix mit Anleihen zu setzen. Was die Rendite angeht sind Aktien (Beteiligung an den Unternehmensgewinnen) langfristig kaum zu schlagen. Anleger sollen jedoch nicht nur auf eine Aktie setzen, sondern breit streuen, zum Beispiel mit einem Aktien- oder einen Mischfonds, der auch Anleihen enthält. So kann das Erbe, sicherlich ganz im Sinne des Verstorbenen, noch lange Freude bereiten, bei aller Trauer um den Verlust des lieben Angehörigen.

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