Wie Anleger eine Zinswende meistern können

Die Aussicht auf steigende Zinsen lässt die Kurse umlaufender Anleihen fallen. Ein möglicher Ausweg: variabel verzinsliche Anleihen.

Gut zehn Jahre ist es her, dass die Zentralbanken in den USA (Fed) und Europa (EZB) während der Finanzkrise in den Notfallmodus schalteten und die Leitzinsen binnen kürzester Zeit auf ein historisch niedriges Niveau korrigierten – in den USA von 5,25 Prozent im Juni 2016 auf 0,25 Prozent im Dezember 2008.

Zinswende eingeleitet

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Die amerikanische Zentralbank hat seit 2016 den Leitzins sukzessive angehoben.
Bloomberg, Stand: 07.05.2018

In den folgenden Jahren wurde dieser Notfallzustand allerdings zum Normalzustand. Die Politik des "billigen Geldes" ist allgegenwärtig und umstritten. In Europa belässt es EZB-Chef Mario Draghi weiterhin bei der Null. In Amerika hingegen ist die Fed bereits einen Schritt weiter und hebt den Leitzins seit 2016 sukzessive an – weitere Zinsschritte sind noch in diesem Jahr geplant.  In der Vergangenheit diente die amerikanische Zentralbank ihren europäischen Kollegen häufig als Vorbild. Viele Experten halten es demnach auch heute für wahrscheinlich, dass Mario Draghi von seiner Nullzinspolitik abrücken könnte.

Was steigende Zinsen für Anleihekurse bedeuten

In den letzten Monaten hat sich an den Anleihemärkten bereits einiges getan, besonders in den USA. Dort kletterte die Rendite der US-Treasuries in den letzten zwölf Monaten um knapp 33 Prozent auf 2,93 Prozent[1]. In Deutschland hat der Aufwärtstrend zuletzt einen deutlichen Dämpfer erhalten. Ein wesentlicher Grund: Die unsichere politische Zukunft Italiens, die dafür sorgte, dass die Renditen für italienische Staatsanleihen deutlich gestiegen sind und Anleger, verstärkt Bundesanleihen nachfragen. Allerdings gehören die Negativ-Renditen, die Anleger 2016 noch schlucken mussten, seit längerem der Vergangenheit an.

Rückkehr der Renditen

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Die Verzinsung zehnjähriger Staatsanleihen in Deutschland und den USA nimmt nach einem jahrelangen Abwärtstrend wieder Fahrt auf.
Bloomberg, Stand: 07.05.2018

Steigende Renditen scheinen auf den ersten Blick positiv für Anleihe-Investoren. Sie sind aber für viele Anleger auch ein Problem. Denn steigende Zinsen bedeuten fallende Anleihekurse. Das hängt damit zusammen, dass bereits ausgegebene Anleihen mit einem niedrigen Zinskupon in einem Umfeld steigender Zinsen an Attraktivität verlieren und so lange im Kurs fallen, bis sich ihre Renditen dem neuen höheren Niveau angepasst haben. Kurzum: Anlegern, die bereits Anleihen halten und diese vor dem Ablaufdatum verkaufen wollen, drohen  Verluste.                                                                                                                    

Warum Floating Rate Notes das Risiko minimieren

Angesichts steigender Zinsen rücken variabel verzinsliche Anleihen, sogenannte Floating Rate Notes oder auch kurz "Floater", in den Vordergrund.  Ihr Vorteil: Steigen die Zinsen, steigen auch die Zinsen der "Floater". Deren Zinsen orientieren sich am Geldmarktzins und werden in regelmäßigen Abständen angepasst. Die Anpassung an eine neue Zinswelt findet somit nicht über den Kurs, sondern über den Zinskupon statt.

Wie gefragt diese Papiere derzeit bei Anlegern sind, zeigt ein Blick auf die Neuemissionen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sind diese in den ersten Wochen des Jahres um das Fünffache auf ein Volumen von 7,5 Milliarden Euro gestiegen – ein neuer Rekord[2].

Passgenaue Anleihen-Fonds, wie beispielsweise der Deutsche Floating Rate Notes, ermöglichen Anlegern einen unkomplizierten Zugang zu einem breiten Spektrum variabel verzinslicher Anleihen.

Mehr Infos zum Deutsche Floating Rate Notes

1.

finanzen.net, Stand: 25.05.2018

2.

Bloomberg, Stand: 09.02.2018

CIO View

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