“Politische Börsen haben kurze Beine”, heißt es. Gemeint ist, dass politische Turbulenzen die Finanzmärkte oft nur für eine kurze Zeit beeinflussen. Doch was passiert, wenn diese Ereignisse immer häufiger und schneller nacheinander eintreffen? Genau diese Frage stellt Maurice Obstfeld, Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) kürzlich in einem Gastbeitrag in der Zeitung Die Welt[1]. Seine Befürchtung: Die politischen Auseinandersetzungen könnten für die Weltwirtschaft zu einem Problem werden.

Ein aktuelles Beispiel für eine politisches Störfeuer: Der Absturz der türkischen Lira. Spätestens die öffentliche Auseinandersetzung zwischen Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan sorgte für eine starke Abwertung der türkischen Landeswährung. Die Turbulenzen an der Währungsfront belasteten auch die Aktienbörsen – genau wie das Brexit-Votum oder drohende US-Strafzölle auf EU-Produkte. Auch Sie hatten kurzfristig zu Irritationen an den Märkten geführt.

Positiv für Anleger: Die politischen Querelen konnten den Aufwärtstrend an den Börsen bislang nicht nachhaltig stören. Mit Blick nach vorne ist jedoch Vorsicht geboten. „Gründe, weiterhin mit volatilen Märkten zu rechnen, gibt es genügend“, erklären auch die Anlagestrategen der DWS in ihrem aktuellen Ausblick.

Historischer Bullenmarkt

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Die Börsenhausse seit dem 9. März 2009 ist der längste Bullenmarkt in der Geschichte.
Quelle: Bloomberg Finance L.P., Deutsche Asset Management Investment GmbH; Stand: 16.08.2018

Warum der Bullenmarkt weiter gehen könnte

Klar ist, politische Auseinandersetzungen können für die Wirtschaft ein Risiko darstellen. Beispielsweise drücken Zölle die Absatzchancen vieler Unternehmen, Sanktionen führen zu steigenden Ölpreisen oder fallenden Devisenkursen (türkische Lira), die Unsicherheit aufgrund des Brexits verhindert oder verzögert Investitionen der Unternehmen.

Fakt ist aber auch, dass die Fundamentaldaten für die Weltwirtschaft weiter gut aussehen. So sank das Ifo-Weltwirtschaftsklima im dritten Quartal zwar von 16,5 auf 2,9 Punkte, liegt jedoch “weiterhin auf einem hohen Niveau”, bilanziert Ifo-Präsident Clemens Fuest[2]. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hält an seiner Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft von jeweils 3,9 Prozent in 2018 und 2019 fest[3].

Stimmung gut, nicht euphorisch

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Das Ifo-Weltwirtschaftsklima hat sich im dritten Quartal 2018 eingetrübt. Der Indikator sank im dritten Quartal von 16,5 auf 2,9 Punkte und liegt damit in etwa wieder auf dem Niveau des ersten Quartals 2017. Zwar verschlechterte sich die Lagebeurteilung der Experten deutlich, allerdings befindet sie sich weiterhin auf einem hohen Niveau.
Quelle: Ifo-Institut, Ifo World Economic Survey (WES) vom 3. Quartal 2018; Stand: 09.08.2018

Warum Anleger flexibel bleiben sollten

Für Anleger entsteht so ein äußerst anspruchsvolles Umfeld. Politische Auseinandersetzungen können jederzeit auf die Börsen durchschlagen. „Die Wirtschaft brummt. Doch wir agieren etwas vorsichtiger an den Märkten. Die Politik ist ein Grund dafür“, resümiert vor diesem Hintergrund Stefan Kreuzkamp, Chefanlagestratege der DWS.

Es bieten sich daher Fondslösungen an, die auch in unruhigen Zeiten flexibel reagieren können. Moderne Mischfonds wie die DWS sie bietet, stellen sich auf wechselnde Marktphasen ein und schichten das Kapital zwischen verschiedenen Anlageklassen um. Eine ihrer Stärken: Sie setzen  Währungs- und Absicherungsstrategien ein, die einen gewissen Schutz des Kapitals bei fallenden Märkten bieten. Zudem können sie günstige Einstiegsgelegenheiten nach Kursrücksetzern für sich nutzen.

Fonds-Auswahl:

DWS Concept Kaldemorgen

Deutsche Multi Opportunities

1. https://www.welt.de/wirtschaft/plus180620838/IWF-Auch-Deutschland-schadet-dem-globalen-Freihandel.html; Stand: 06.08.2018

2. Ifo-Institut, ifo World Economic Survey (WES) vom 3. Quartal 2018; Stand: 09.08.2018

3. Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook Update; Stand: 16.07.2018

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