Die eigene Fitness? Besser denn je. Körperliche Gebrechen? Keine. Na ja, kaum. Erste Alterserscheinungen? Egal. Dennoch schon jetzt an künftige Pflegekosten denken? Besser wäre es.

 

Demenz, Alzheimer, Depressionen sind die großen Leiden des Alters, neben all den körperlichen Zipperlein. Menschen können nicht mehr, wollen nicht mehr, die Erinnerung ist weg und mit ihr die eigene Identität. Keiner möchte ein solches Schicksal erleiden, aber es trifft immer mehr, die pflegebedürftig werden.

 

Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig

2015 waren in Deutschland laut der vom Statistischen Bundesamt durchgeführten Pflegestatistik 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig. 64 Prozent davon waren Frauen, was wohl daran liegt, dass diese im Schnitt älter werden. 83 Prozent der Betroffenen waren älter als 65 Jahre. Wenn sich die Entwicklung weiter so fortsetzt, wird die Zahl der Pflegebedürftigen durch den demografischen Wandel auf 3,4 Millionen Menschen im Jahr 2030 steigen. Selbst wenn ein medizinischer Fortschritt unterstellt wird, ist für das Jahr 2030 mit 3 Millionen Pflegebedürftigen zu rechnen. Allerdings ist die Projektion aus dem Jahr 2010 – damals sah die Prognose für 2020 rund 2,9 (Status-quo-Szenario) beziehungsweise 2,7 Millionen (optimistisches Szenario) vor. Die Zahl wurde schon drei Jahre früher erreicht, respektive übertroffen. Die Pflegebedürftigkeit scheint rascher als gedacht zuzunehmen.

 

Leistungen der Pflegekasse

Was die Pflegekasse zahlt, hängt immer vom Grad der Beeinträchtigung ab. Die Leistungen reichen (bei vollstationärer Pflege) von 125 Euro im Monat (Pflegegrad 1) als Geldbetrag für Betreuungsleistungen bis zu 2.005 Euro beim Pflegegrad 5. Pflegegrad 5 bedeutet schwere Bettlägerigkeit, Demenz im fortgeschrittenen Stadium oder eine tiefe Depression. Bei Pflegegrad 1 sind die Betroffenen dagegen noch weitgehend selbständig. Das ist derzeit bei dem überwiegenden Teil der Pflegebedürftigen der Fall. 73 Prozent oder 2,1 Millionen Betroffene werden zuhause versorgt. „Nur“ 783.000 (27 Prozent) sind vollstationär in Heimen untergebracht.

Vollstationäre Pflege:

  • 125 Euro in Pflegegrad 1
  • 770 Euro in Pflegegrad 2
  • 1.262 Euro in Pflegegrad 3
  • 1.775 Euro in Pflegegrad 4
  • 2.005 Euro in Pflegegrad 5

Pflegesachleistungen bei Pflege zu Hause:

  • 125 Euro in Pflegegrad 1
  • 689 Euro in Pflegegrad 2
  • 1.298 Euro in Pflegegrad 3
  • 1.612 Euro in Pflegegrad 4
  • 1.995 Euro in Pflegegrad 5
 

Pflegekosten

Pflege ist keine günstige Angelegenheit. Bei einer vollstationären Pflege bei Pflegegrad 3 können pro Monat schnell 2.780 Euro zusammenkommen, wobei hier für die Unterkunft lediglich knapp 14,00 Euro und für Verpflegung fünf Euro pro Tag kalkuliert werden. Hinzu kommen rund 54,50 Euro Pflege- und etwa 18,00 Euro Investitionskosten. Die Pflegekasse schießt 1.262 Euro bei Pflegegrad 3 zu, womit ein Eigenanteil von 1.518 Euro bleibt, der von der eigenen Rente bezahlt werden muss – wenn sie ausreicht. Wenn nicht, dann geht es ans Häuschen, sofern kein Erspartes da ist.

 

Altersvorsorge

Wer später aufgrund der eigenen Pflegebedürftigkeit nicht sein Haus verlieren will oder wer nicht möchte, dass die eigenen Kinder zu Finanzierung der Pflegekosten herangezogen werden, der sollte rechtzeitig Vorsorge treffen. Wer beispielsweise Anfang 40 beginnt für die Pflege etwas zurückzulegen, muss sich nicht sonderlich strecken. 150 Euro pro Monat gespart, summieren sich bei einer Verzinsung von vier Prozent (mit Zinseszins) in 25 Jahren auf den stolzen Betrag von 76.587 Euro. Bei einer Verzinsung von vier Prozent würde dieser Betrag dann 20 Jahre reichen, um monatlich knapp 460 Euro für die eigene Pflege zuschießen zu können.

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