1. Welche Formen der privaten Altersvorsorge gibt es?

Privat kann auf die unterschiedlichsten Arten für das Alter vorgesorgt werden. Sehr beliebt ist in Deutschland nach wie vor das Festgeldsparen. Vorteil: sehr einfach. Nachteil: Geld aufs Konto legen bringt derzeit kaum Zinsen. Wer aktuell ansehnliche Renditechancen wahrnehmen möchte, kommt um ein Investment am Aktienmarkt kaum herum. Allerdings sind Aktieninvestments risikoreich. Lösung: langfristig und breit gestreut anlegen, zum Beispiel in einen gut diversifizierten Aktienfonds.

2. Wie für das Alter vorsorgen? Die Säulen der Altersvorsorge

Die drei Säulen der Altersvorsorge sind: staatliche Rente, Betriebsrente und private Vorsorge. Auf die staatliche Rente und die Betriebsrente hat der Sparer nur indirekt Einfluss. Bei der privaten Altersvorsorge ist der Sparer flexibler. Er kann das Produkt, den Beginn und die Spardauer auswählen beziehungsweise steuern. Eine gute Möglichkeit sind zum Beispiel Fondssparpläne. Bei der privaten Altersvorsorge kann er auch zu einem staatlich geförderten Produkt wie der Riester-Rente oder der Basis-Rente (besonders für Selbständige interessant) greifen.

3. Investmentfonds – besser ETFs oder aktiv gemanagte Fonds?

ETFs (Exchange Traded Funds) oder Indexfonds bilden  einen Index nach, zum Beispiel den deutschen Leitindex Dax. Der geringe Managementaufwand macht einen ETF günstig. Im Vergleich dazu sucht der Manager eines aktiven Fonds nach den besten Chancen und kann so besser abschneiden als sein Vergleichsindex – oder in schlechten Börsenphasen eine höhere Barreserve bilden. Natürlich besteht auch die Gefahr, schlechter als der Markt abzuschneiden. In einem Portfolio kann es sinnvoll sein, beide Fondsarten miteinander zu kombinieren, je nachdem, in welcher Region oder Branche investiert werden soll.

4. Wie können Selbstständige vorsorgen?

Wer über das nötige Geschick verfügt, kann sein Portfolio selbst strukturieren. Allerdings erfordert das viel Fachfachwissen und Zeit. Wer in Renten- und/oder Aktienfonds investiert, der kann den Aufwand und das Risiko (breite Streuung) deutlich reduzieren. Wird ein Einmalinvestment gescheut, bietet sich ein Fondssparplan an. Eine weitere Möglichkeit für Selbstständige: die Basis-Rente (auch Rürup-Rente genannt). Sie fördert die Ansparphase mit Steuervorteilen.

5. Was bietet die Basis-Rente(Rürup-Rente)?

Die Basis-Rente bietet vor allem Steuervorteile und unterstützt so Selbständige, die nicht in die staatliche Rentenkasse einzahlen und vielleicht auch nicht an eine Versorgungskasse angeschlossen sind, beim Aufbau einer Altersvorsorge. Grundsätzlich steht die Basis-Rente allen Sparern offen, nicht nur Selbstständigen.

6. Umlageverfahren. Was ist das?

Die staatliche Rente funktioniert nach dem Umlageverfahren. Das heißt, dass die Beiträge, die heute eingezahlt, „sofort“ an die derzeitige Rentnergeneration ausgezahlt werden. Die Einzahler bilden somit keinen „Kapitalstock“ (keine angesparte Summe) wie bei einer privaten Altersvorsorge. Vorteil: Das System hat durch Lohn- und Rentenanpassungen einen eingebauten Inflationsschutz. Problematisch können dagegen demografische Verschiebungen sein.

7. Reicht die (staatliche) Rente zum Leben im Alter?

Sich im Alter noch was gönnen, einen Urlaub vielleicht? Gesund leben und gut abgesichert sein, auch wenn Leistungen gestrichen werden oder die Krankenkassenbeiträge steigen. Nur mit einer staatlichen Rente könnte das knapp werden, gerade auch mit Blick auf die „Rentenlücke“. Wer kann, sollte deshalb auch privat vorsorgen.

8. Rentenlücke. Was ist das?

Das Rentenniveau ist das Verhältnis zwischen einer Standardrente (45 Jahre eingezahlt, bei einem Durchschnittseinkommen) und dem aktuellen Durchschnittsverdienst. Zur Jahrtausendwende lag dieses bei 52,9 Prozent, inzwischen sind 47,9 Prozent erreicht. Bis zum Jahr 2030 könnte das Rentenniveau auf 43,0 Prozent sinken [Quelle: Deutsche Rentenversicherung]. Die Lücke zwischen dem letzten Nettoeinkommen und der Rente danach wird somit größer.

9. Wann in Rente gehen?

Letztlich ist das eine persönliche Entscheidung, je nach Gesundheit und finanziellen Möglichkeiten. Wer als Mann aktuell 1970 geboren ist, der kann 2037 abschlagsfrei in Rente gehen. Der früheste Renteneintritt ist 2033 möglich – mit einem Abschlag von 14,4 Prozent [Quelle: Deutsche Rentenversicherung]. Allerdings gibt es eine andauernde politische Diskussion das Renteneintrittsalter weiter heraufzusetzen, wegen der höheren Lebenserwartung.

10. Inflation. Frisst sie das Ersparte auf?

Ja, diese Gefahr gibt es. Angenommen es wurde ein Betrag von 50.000 Euro angespart. Bei einer Inflation von zwei Prozent ist dieser in 20 Jahren nur noch rund 33.700 Euro wert. Um den Kaufkraftverlust auszugleichen, müsste dann (in 20 Jahren) eigentlich ein Betrag von 74.300 Euro zur Verfügung stehen. Da hilft nur eines: eine attraktive Verzinsung.

11. Zinsen. Welchen Einfluss haben sie?

Zinsen und besonders Zinseszinsen (der Zins auf den Zins) haben einen großen Einfluss auf das Sparen. Aus einem Betrag von 5.000 Euro wird in 20 Jahren bei einem Zinssatz von einem Prozent ohne Wiederanlage (kein Zinseszins) eine Summe von 6.000 Euro. Dagegen führt ein Zins von vier Prozent mit Wiederanlage zu einem Kapital von knapp 11.000 Euro. Der ursprüngliche Betrag hätte sich somit mehr als verdoppelt. Faustformel: je höher der Zins, desto wirkungsvoller ist der Zinseszinseffekt.

12. Taugen Aktien für die Altersvorsorge?

Prinzipiell sind Aktien ein geeignetes Instrument für die Altersvorsorge. Die Rendite eines Aktieninvestments lag in den vergangenen Jahrzehnten durchschnittlich im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das zweifellos vorhandene Risiko einer Aktienanlage wird durch eine breite Streuung (Diversifizierung) und eine längere Haltedauer (mehr als zehn Jahre) erheblich gemildert.

13. Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte Altersvorsorge. Sparer werden  mit Zulagen und/oder steuerlichen Vorteilen unterstützt

14. Unterschied der Riester-Rente zur gesetzlichen Rente?

Die Riester-Rente ist eine private und kapitalgedeckte Rente im Gegensatz zur umlagefinanzierten gesetzlichen Rente. Ein Sparer baut bei der Riester-Rente mit staatlicher Hilfe ein Vermögen auf, das im Alter dann aufgezehrt wird. Bei der umlagefinanzierten gesetzlichen Rente werden die Beiträge, die eingezahlt werden, sozusagen sofort an die derzeitige Rentnergeneration ausgezahlt.

15. Was muss ein Sparer tun, um in den Genuss der staatlichen Riester-Zulagen zu kommen?

Er muss zum begünstigten Personenkreis gehören und Beiträge in Ihren zertifizierten privaten Altersvorsorgevertrag oder in eine geförderte betriebliche Altersversorgung einzahlen. Die jährliche Grundzulage beträgt 154 Euro (ab 2018: 175 Euro). Dazu kommen die Kinderzulagen: 185 Euro für jedes Kind, das vor 2008 geboren wurde, 300 Euro für Geburten ab 2008. Damit Sparer diese erhalten, müssen sie jedes Jahr einen Beitrag in festgelegter Mindesthöhe einzahlen (Mindesteigenbeitrag).

16. Welche Formen der Riester-Rente gibt es?

Die Riester-Rente gibt es im Wesentlichen als Rentenversicherung, als Banksparvertrag, als Fondssparvertrag oder als Wohn-Riester.

17. Wie sicher ist die Riester-Rente?

Alle Anbieter sind verpflichtet, mindestens die eingezahlten Beiträge zu garantieren.

18. Lohnt es sich auch für untere und mittlere Einkommen eine Riester-Rente abzuschließen?

Ein Geringverdiener, der 60 Euro Jahresbeitrag zahlt und dafür eine Grundzulage und drei Kinderzulagen bekommt, erhält vom Staat 105 Euro Zulage für 60 Euro Eigenleistung. Gerade jetzt, da Riester-Sparer ab 2018 bis zu 200 Euro pro Monat anrechnungsfrei zur staatlichen Grundsicherung behalten dürfen (Neuregelung durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz zum 01.01.2018) ist Riester gerade für diese Gruppe geeignet. Die DWS bietet für Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger seit Jahren einen Spezialtarif - ohne Vertriebskosten und Depotgebühren.

19. Werden Provisionen für die Verrentung nach der Ansparphase bei der Riester-Rente fällig?

Bei der DWS keine. Bei der DWS sind diese in den Verträgen ausgeschlossen. Am Markt gibt es allerdings Anbieter, die Provisionen für die Verrentung des angesparten Kapitals verlangen, was die Zusatz-Rente im Alter empfindlich schmälern kann. Der Gesetzgeber äußert sich aktuell nicht zu dieser Problematik. Der Markt soll es richten; der Sparer soll teure Produkte erkennen und meiden. Reicht das nicht, wird es voraussichtlich eine Gesetzesinitiative geben.

20. Welche Kosten fallen bei der Riester-Rente für die Leibrente nach dem 85sten Lebensjahr an?

Der Ansparbetrag der Riester-Rente muss nur bis zum 85sten Lebensjahr reichen. Im Anschluss daran hat der Gesetzgeber eine so genannte Leibrente bis zum Lebensende vorgesehen. Ja, dafür fallen Kosten an, bei der DWS sind diese aber sehr niedrig.

Das könnte Sie ebenfalls interessieren

30. Aug 2017

Keine Angst vor Aktien: Richtig für die Rente vorsorgen

Wenn es anderswo keine oder nur sehr niedrige Zinsen gibt, müssen Aktien zu einem festen Bestandteil bei der Altersvorsorge werden.

22. Aug 2017

Zeit ist Geld

Wie der Zinseszins-Effekt bei der Altersvorsorge hilft.

30. Aug 2017

Die Versorgungslücke schließen

Eine gute Altersvorsorge steht in der Regel auf mehreren Säulen: der staatlichen Rente, der betriebliche Alterssicherung und dem privaten Vermögensaufbau.

30. Aug 2017

Geld anlegen war noch nie so einfach

Geldanlage war noch nie so transparent: Schnell ist ein individuell renditestarkes und kostengünstiges Sparinstrument herausgesucht und ein Depot zusammengestellt.

Vorsorge Neu Denken

Die Deutschen wissen, dass sie privat vorsorgen müssen. Die Umsetzung ist einfach.

CIO View

Diese Website verwendet Cookies zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit. Wenn Sie dieses Feld schließen oder die Nutzung fortsetzen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies oder darüber, wie Sie Cookies deaktivieren können, finden Sie in unserem Cookie-Hinweis.