Warum der Zinseszins beim Vermögensaufbau gute Dienste leistet, und Sparer nicht an Aktien-Investments vorbeikommen.

Die stärkste Kraft im Universum? Was das ist? Der Physik-Nobelpreisträger Albert Einstein antwortete darauf spontan: der Zinseszins. Aber was macht diesen so faszinierend? Wir Menschen denken in aller Regel linear. Vereinfacht meinen wir: Wenn es in der Vergangenheit so lief, dann wird es sich auch in Zukunft so fortsetzen. Doch der Zinseszins ist kein linearer Prozess, auch wenn es zu Beginn so aussieht. Startet eine Verzinsung mit Zinseszins, also mit Wiederanlage der Zinserträge, dann geschieht einige Jahre eher wenig Spektakuläres. Ab einem gewissen Zeitpunkt allerdings, kommt der Zinseszins in Fahrt und es setzt ein sogenanntes exponentielles Wachstum ein. Das zeigt das Beispiel mit dem Josefspfennig sehr gut.

Zinseszins und Josefspfennig

Preisfrage: Was wäre bis heute aus 1 Euro geworden, den Josef für seinen Sohn Jesus vor rund 2.017 Jahren zu 4 Prozent angelegt hätte? Nun, das Sparen hätte sich gelohnt. Der Euro hätte sich, fast wundersam, zu der schönen Summe von 22.711.476.317.152.159.832.757.992.333.246.464 Euro vermehrt. Das sind 22 Quintilliarden, 711 Quintillionen, 476 Quadrilliarden und so weiter …

Zinsertrag: 908.459.052.686.086.180.019.841.341.063.168 Euro. Für die Fans des gelben Edelmetalls: das wären etwa 31 Erden aus massiven Gold. Oder wenn man die 100 Euro-Scheine stapeln würde, entstünde ein Turm mit einer Höhe von 22.711.476.317.152.155.992.588.288 Kilometern. Zur Erinnerung: Die Entfernung zur Sonne beträgt 149.597.871 km. Welche Wucht der Zinseszins mit der Zeit entfaltet, macht auch der Vergleich zu einer einfachen Verzinsung, ohne Zinseszins, deutlich. Was wäre dann aus dem Euro in 2017 Jahren geworden? Bescheidene 81,68 Euro.

Nun werden die meisten – völlig zu Recht – einwenden, dass nur die wenigsten 2017 Jahre Zeit zum Sparen haben. Aber auch mit weniger Zeit lässt der Zinseszins aus einem einmaligen Sparbetrag ein stattliches Endkapital entstehen. Beispiel: Ein Anleger hat vor 30 Jahren 10.000 Euro auf die hohe Kante gelegt und einen Zins mit Wiederanlage von 4 Prozent vereinbart. Nach dieser Zeit hätte er den Anfangsbetrag mit einem Endkapital von 32.434 Euro immerhin mehr als verdreifacht. Insgesamt wären somit 22.434 Euro Zinsen aufgelaufen. Hätte er sich jedoch den Zins immer auszahlen lassen (kein Zinseszinseffekt), dann könnte er am Ende auf eine Summe von 22.000 Euro blicken.

Regelmäßiges Sparen

Der Zinseszinseffekt funktioniert auch bei regelmäßigen Sparraten. Wer 30 Jahre lang Monat für Monat 200 Euro zu einem Zinssatz von 4 Prozent zurücklegt, hat am Ende eine Sparsumme von 137.520 Euro, wovon die Zinserträge 65.520 Euro ausmachen. Ohne Zinseszins wären bei einer Einzahlungssumme von 72.000 Euro nur 115.320 Euro daraus geworden.

Zins: Je höher, desto besser

Eine mathematische Besonderheit gibt es noch beim Zinseszins. So richtig wirkt er nur bei höheren Zinssätzen. Dabei ist es fast egal, wie lange der Sparzeitraum ist. Nimmt man beispielsweise den Zins einer 30-jährigen Bundesanleihe (Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand: 05/2017), der ungefähr bei einem Prozent liegt, errechnet sich bei einem Startkapital von 10.000 Euro nach 30 Jahren eine Summe von 13.479 Euro. Es wären lediglich 3.479 Euro Zins und Zinseszins aufgelaufen, im Gegensatz zu den 22.434 Euro Ertrag bei einem Zinssatz von 4 Prozent.

Was zeigt das Beispiel? Anleger kommen nicht daran vorbei, auf eine angemessene Rendite zu achten. Doch wie lässt sich das in Zeiten mauer Zinsen in die Tat umsetzen? Zum Beispiel mit Aktien. Wer etwa sein Geld in Aktien investiert und die Dividende wieder am Aktienmarkt anlegt, kann quasi eine Art Zinseszins verbuchen. Wer langfristig – zum Beispiel mit Hilfe eines Fondssparplans spart – kann auch mögliche zwischenzeitliche Rücksetzer in der Regel gut verkraften.

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